Bist du aufgrund der Endometriose / Adenomyose in deiner Familienplanung unsicher?

Kinderwunsch ist gerade bei Endometriose- und Adenomyose-Betroffenen ein sehr sensibles Thema. Daher habe ich lange nachgedacht, ob und wie wir dieses Thema am besten in unserer Community ansprechen.

Jedoch bekamen wir auch immer wieder Fragen von Betroffenen zum Kinderwunsch und zu den Erfahrungen anderer Patientinnen zugesandt, sodass ich mich zu dieser Umfrage entschlossen habe.

Vorab möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die ihre Erfahrungen und Gedanken geteilt haben!

Wie du hier lesen kannst, sind viele Betroffene unsicher, ob sie neben ihrer Erkrankung fähig sind, einem Kind gerecht zu werden:

Ich überlege, ob ich Kinder möchte wegen der Krankheit. Bin mir aber noch nicht sicher. Bin 24.

Die Frage ist nicht, ob man es will, sondern ja eher, ob ich es trotz chronischer Erkrankung schaffen kann?!

Habe mir oft Gedanken darüber gemacht, ja.

Kann ich das alles leisten, was nötig ist?

Klar, überlegt man, ob man es körperlich schaffen würde.

Noch unentschlossen, aber die Endometriose ist für mich ein Faktor, der gegen Kinder spricht.

Ja, absolut! Man stellt seine Träume und Wünsche plötzlich infrage.

Ich bin am Überlegen, da ich schon eine Fehlgeburt hatte.

Ja, die Bedenken und Ängste habe ich auch.

Ja, man zweifelt an seinem Körper.

Ja, weil ich unsicher bin, ob ich die Erkrankung potentiell vererben werde und auch nicht weiß, wie ich stark genug sein kann, in einer Schmerzphase eine gute Mutter zu sein.

Die Gedanken habe ich auch, aber habe mich trotzdem dafür entschieden. Leider bisher zwei Fehlgeburten.

Die Frage ist definitiv da. Man will die Endo ja auch nicht an die Kinder weitergeben, oder man weiß nicht, ob man genug Ressourcen/Energie hat, sich immer kümmern zu können. Das lässt Zweifel aufkommen.

Ich bin auch unsicher! Ich denke aber auch über eine Eizellenspende nach!

Meiner Psyche geht es sehr schlecht. So viele Fragen zur Darm-Endo und KiWu.

Bisher sehe ich mit der Endo keine Möglichkeit, mich dem Kinderwunsch hinzugeben.

Ein zentrales Thema, mit dem ich mich trotz Partner alleine fühle.

Ich stelle mir die Frage auch tatsächlich und auch, ob ich nach der OP erstmal noch eine Reha machen sollte, um dann überhaupt erstmal wieder die Kraft für den KiWu zu bekommen.

Die Endo ist auch ein Grund, weswegen ich nicht weiß, ob ich Kinder möchte oder nicht.

Es spielt definitiv eine Rolle. Schafft man das überhaupt?

Bin 32 und kann mich noch nicht entscheiden.

Ich weiß nicht, ob ich die Strapazen einer möglichen KiWu-Behandlung will.

Physisch ist es gerade unmöglich, psychisch geht es mir deshalb sehr schlecht. Und ich befasse mich deshalb mit der Frage, wirklich Kinder zu wollen, was ich innerlich will.

Die Unsicherheit ist groß! Die Endo durch das Absetzen der Pille aufgeflammt und bisher bin ich nicht schwanger geworden. Dafür wurde ich aber operiert und bin seitdem sehr unsicher. Was ist, wenn es so bleibt? Kann ich das?

Ich bin dadurch sehr unsicher geworden, ob ich einem Kind gerecht werden könnte.

Ich habe Angst, die Krankheit an meine Tochter weitergeben zu können.

Ob Endometriose vererbt werden kann, kannst du übrigens hier lesen.

Ein weiteres großes Thema spielen natürlich auch die Schmerzen, die eine Endometriose mit sich bringen kann und die teilweise von ihrer Stärke her oft mit Geburtsschmerzen verglichen werden. Allein die starken Schmerzen können bei einigen Patientinnen ein Trauma auslösen:

Absolut! Ich kann vor Schmerzen aktuell eh keinen Sex haben und kann mir nicht vorstellen, jemals einen Menschen aus mir rauszupressen.

Ich habe mich nicht direkt dagegen entschieden, aber ohne die Pille habe ich Angst vor den Schmerzen, die dann wieder auf mich zukommen.

Ja, ich habe ein Kind, möchte noch mehr, aber kann es mir wegen der Schmerzen nicht vorstellen.

Ja! Habe gerade auch mega Mühe damit, weil selbst unter GnRH Schmerzen auftreten.

Ich bin in der achten Schwangerschaftswoche und habe Angst und auch teilweise nach wie vor Endo-Schmerzen

Ich will nie wieder solche Schmerzen haben. Selbst für Kinder setze ich die Pille nicht ab!

Ein anderer Grund sind die vielfältigen Beschwerden und weiteren Erkrankungen, die mit Endometriose auftreten können – so beispielsweise Depressionen:

Ja! Ich hätte aufgrund der Erkrankungen und zusätzlicher Depressionen nicht riskieren wollen, es zu probieren und immer wieder zu scheitern und so die Depression zu verschlimmern. Den Herzschmerz wollte ich mir ersparen.

Zusätzlich fühlen sich einige Betroffene auch sehr unter Druck gesetzt, schwanger zu werden:

Ich finde eher, dass man bereits mit Anfang 20 unter Druck ist, Kinder zu bekommen und nicht warten kann.

Meine Beziehung ist zerbrochen, weil ich aufgrund der Endometriose den Druck verspürte, „rechtzeitig“ versuchen zu müssen, schwanger zu werden.

Auch dies ist natürlich kontraproduktiv: Oft hören die Betroffenen nach der Endo-Sanierung, dass sie nun möglichst schnell schwanger werden sollen, bevor sich neue Herde bilden.

Nun ist ja bekannt, dass auch bei gesunden Frauen der Stress, nun endlich schwanger zu werden, dazu führen kann, dass es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.

Ich habe mich nicht dagegen entschieden, im Gegenteil: Der Wunsch ist mehr denn je gewachsen und macht Druck, belastet und stimmt mich oft traurig und unruhig. Man will einfach nur, dass es klappt.

Ich bin seit 2020 in der Kinderwunschbehandlung und es klappt einfach nicht. Es macht mich fertig.

Je nach körperlichem Zustand werde ich nur ein, statt zwei bis drei Kinder haben, sofern es überhaupt klappt.

Aber auch Folgendes hört man oft von Frauen ohne Endometriose, die lange versucht haben, schwanger zu werden:

Wir haben 13 Jahre für unseren Traum gekämpft. Als wir aufgegeben haben, wurde ich alleine schwanger.

Einige Patientinnen haben sich bewusst und aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden, eigene Kinder zu  bekommen:

Ich wollte eigentlich nie Kinder. Dann habe ich einen Partner kennengelernt, dem es genauso ging. Aber dann wurde ich älter und mit 26 habe ich mich doch mal gefragt, ob ich nicht vielleicht Kinder möchte. Dann kam die Diagnose und drei OPs und jetzt ist das Thema wieder vom Tisch.

Gegen leiblichen Nachwuchs, ja.

Wir haben uns nach drei Fehlgeburten dagegen entscheiden.

Adenomyose und Endometriose haben meine Entscheidung stark negativ beeinflusst.

Definitiv dagegen. Ich weiß nicht, wie ich mich mit meinen Erkrankungen um ein Kind kümmern kann. Es wird ja auch mal krank, hat später Schulveranstaltungen, etc., an denen ich dann nicht teilnehmen kann bzw. mein Mann muss sich dann um alles kümmern, der auch chronisch krank ist.

Es war mitunter ein Grund, warum ich (25) keine Kinder bekommen möchte.

Meine Erkrankung hat mir die Entscheidung abgenommen.

Ja, da ich die Prozedur (künstliche Befruchtung) nicht auf mich nehmen möchte.

Ja, habe ich ganz bewusst. Leider kann das niemand akzeptieren.

Definitiv. Ich kann mich nicht um Endo und ein Baby gleichzeitig kümmern.

Ja, habe mich dagegen entschieden, denn ein Kind braucht auch Kraft (physisch und psychisch).

Ganz eindeutig gegen Kinder entschieden. Ich will noch nicht, dass mein Kind auch so leidet.

Ich hatte vor der Diagnose schon keinen ausgeprägten Kinderwunsch, aber jetzt möchte ich definitiv keine mehr.

Ich will keine Kinder, da ich körperlich so kaputt bin und eine erbliche Tumorerkrankung habe. Mein Körper würde eine Schwangerschaft nicht so easy packen.

Ja, gegen Nachwuchs entschieden aufgrund von Endometriose und unserem Alter.

Ich hatte immer einen Kinderwunsch. Habe mich aber wegen den vielen Einschränkungen dagegen entschieden. Wenn ich weder mir selbst, noch meinen Katzen gerecht werde, wie soll ich dann ein Kind versorgen? Es ist eine Entscheidung, die Jahre gebraucht hat und weh tut, aber die richtige ist.

Trotz allem gibt es aber auch viele Betroffene, die nicht aufgeben und weiterhin positiv denken:

Ja, Therapie, Reha und mein Partner haben mich bestärkt und bald haben wir unser kleines Wunder. Die Krankheit soll meine Wünsche nicht sterben lassen. Wir sind stark!

Angeblich soll eine Schwangerschaft ja die Endometriose verbessern. Daher wünsche ich es mir oft.

Ich habe mich für ein Kind entscheiden. Aber bin froh, dass es mir seit der letzten OP gut geht.

Ich (26) bin inzwischen schon drei Jahre in der Kinderwunschbehandlung und habe den Kampf nicht aufgegeben, obwohl man oft davor steht.

Kann den Gedanken total nachvollziehen. Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose was das bei mir genauso. Nun will ich aber erstmal kämpfen und schauen, ob es doch klappt. Zudem gibt es ja noch viele weitere Optionen, z.B. Eizellspende, Adoption, etc. Traurig macht natürlich, dass die ganze Unbefangenheit zum Thema Kinderwunsch weg ist.

Ich habe lange gezweifelt und es dann, ehrlich gesagt, darauf ankommen lassen. Bin aktuell schwanger.

Nein, wir möchten diesen Wunsch nicht aufgeben.

Hier kannst du nun noch ein paar Erfahrungen von Betroffenen lesen, die bereits Nachwuchs haben:

Ich wollte unbedingt Kinder, habe dann aber die Endometriose an meine Tochter weitergegeben.

Lange gehadert, aber für ein Kind entscheiden. Struggle im Alltag, brauche Unterstützung.

Ich wollte immer ein zweites Kind, aber mittlerweile bin ich unsicher, ob ich das schaffen würde.

Und eine Endometriose-Patientin hatte noch diesen interessanten Tipp:

Es gibt Unterstützung für chronisch kranke Eltern, z.B. Elternassistenz! 🙂

Wie du siehst, sind viele Frauen beim Thema Kinderwunsch sehr unsicher und machen sich Gedanken darüber, ob und wie sie ein Kind trotz ihrer Erkrankung und allen Begleiterscheinungen versorgen könnten.

Ein Patentrezept gibt es auch hier leider nicht. Wir möchten dir mit diesem Artikel nur aufzeigen, dass du mit deiner Unsicherheit nicht alleine bist. Die Entscheidung, ob du es versuchen möchtest, auf natürlichem Wege oder durch eine Kinderwunschbehandlung schwanger zu werden, liegt letztendlich bei dir.

Du kannst dir jedoch beispielsweise in der Reha oder bei einem Psychologen/Therapeuten Hilfe suchen und über deine Ängste und Sorgen sprechen. Das gilt natürlich auch für den Fall, wenn du schon eine oder mehrere Fehlgeburten durchmachen musstest oder es mit dem Kinderwunsch einfach nicht klappen will. Hier hört dir ein Außenstehender zu und kann dich mit gezielten Fragen dazu bringen, deine Situation zu analysieren.

Oft werden bei Endometriose-Patientinnen, bei denen es mit dem Kinderwunsch auf natürlichem Wege einfach nicht klappen will, Endo-Herde an den Eileitern oder Eierstöcken festgestellt. Das bedeutet also, dass nicht jede Endometriose unbedingt zur Kinderlosigkeit führen muss.

Am besten fragst du in deinem Endometriosezentrum nach, ob dieses mit einem Kinderwunschzentrum kooperiert. Dort kann man auch untersuchen, woran genau es liegt, dass du nicht schwanger wirst oder du evtl. eine Fehlgeburt hattest.

Wie du hier lesen kannst, spielen neben der Endometriose noch einige weitere Faktoren bei der Fruchtbarkeit eine Rolle.

Wie sieht es bei dir aus: Bist du dir auch noch sehr unsicher oder hast du dich bereits für oder gegen ein (leibliches) Kind entschieden? Oder hast du bereits ein Kind?

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Lina
Lina
18. April 2022 21:36

Ich bin selber auch sehr unsicher, grade aufgrund der Adenomyosis. Zudem würde es für mich erst in 3-4 Jahren in Frage kommen (da wäre ich 32 Jahre). Zum Glück bin ich und mein Partner offen für ein Leben ohne leibliche Kinder..da es Alternativen gibt wie Pflegeeltern sein oder Patentante/-onkel sein. Schwer ist es trotzdem…

Vivien
Vivien
19. April 2022 16:08

Ich bin im Moment in der beruflichen Orientierungsphase und frage mich, ob ich nicht lieber einen Beruf wählen sollte, wo die Ausbildung weniger lange dauert um dann schneller und sicherer in die Familienplanung zu gehen und bin einfach total unschlüssig. Eine eigene Familie ist mir und meinem Partner unglaublich wichtig.

Sandra Fleck