Schmerzbewältigung bei Endometriose

Dieses Lern-Modul zur Endometriose ist Teil von der Endo-App. Im nachfolgenden wird das Modul kurz vorgestellt, damit du dir einen Überblick darüber verschaffen kannst. 

Zunächst soll dir dieses Modul grundlegende Informationen zu Schmerzen vermitteln. Je besser du die Mechanismen und Einflussfaktoren bei Schmerzen verstehst, desto besser weißt du, was dir helfen kann.

Teresa Götz ist Psychologin und Expertin für Schmerzbewältigung bei Endometriose und progressive Muskelentspannung.
Zur Erstellung des Moduls wurden unter anderem folgende Quellen genutzt:

Buhle, J. T., Stevens, B. L., Friedman, J. J., & Wager, T. D. (2012). Distraction and placebo: two separate routes to pain control. Psychological science, 23(3), 246–253. https://doi.org/10.1177/0956797611427919
Bushnell, M. C., Case, L. K., Ceko, M., Cotton, V. A., Gracely, J. L., Low, L. A., Pitcher, M. H., & Villemure, C. (2015). Effect of environment on the long-term consequences of chronic pain. Pain, 156 Suppl 1(0 1), S42–S49. https://doi.org/10.1097/01.j.pain.0000460347.77341.bd
Dos Bispo, A. P., Ploger, C., Loureiro, A. F., Sato, H., Kolpeman, A., Girão, M. J., & Schor, E. (2016). Assessment of pelvic floor muscles in women with deep endometriosis.
Archives of gynecology and obstetrics, 294(3), 519–523. https://doi.org/10.1007/s00404-016-4025-x
Eisenberger N. I. (2012). The pain of social disconnection: examining the shared neural underpinnings of physical and social pain. Nature reviews. Neuroscience, 13(6), 421–434. https://doi.org/10.1038/nrn3231
Forbes, H., Fichera, E., Rogers, A., & Sutton, M. (2017). The Effects of Exercise and Relaxation on Health and Wellbeing. Health economics, 26(12), e67–e80. https://doi.org/10.1002/hec.3477
Gehirn&Geist, 8/2016
Gehirn&Geist 10/2017
Gehirn&Geist, 3/2018
Glier, Barbara (2004). Chronische Schmerzen bewältigen: Verhaltenstherapeutische Schmerzbehandlung. Stuttgart: Klett-Cotta.
Guy, L., McKinstry, C., & Bruce, C. (2019). Effectiveness of Pacing as a Learned Strategy for People With Chronic Pain: A Systematic Review. The American journal of occupational therapy : official publication of the American Occupational Therapy Association, 73(3), 7303205060p1–7303205060p10. https://doi.org/10.5014/ajot.2019.028555
Haack, M., Simpson, N., Sethna, N., Kaur, S., & Mullington, J. (2020). Sleep deficiency and chronic pain: potential underlying mechanisms and clinical implications. Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology, 45(1), 205–216. https://doi.org/10.1038/s41386-019-0439-z
Harms, Helena (2009). Psychologische Schmerzbewältigung: Ein pragmatisches Konzept für die Gruppenarbeit. München: Ernst Reinhardt Verlag.
Jibb, L. A., Khan, J. S., Seth, P., Lalloo, C., Mulrooney, L., Nicholson, K., . . . Stinson, J. N. (2020). Electronic Data Capture Versus Conventional Data Collection Methods in Clinical Pain Studies: Systematic Review and Meta-Analysis. J Med Internet Res, 22(6), e16480. doi:10.2196/16480
Kross, E., Berman, M. G., Mischel, W., Smith, E. E., & Wager, T. D. (2011). Social rejection shares somatosensory representations with physical pain. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 108(15), 6270–6275. https://doi.org/10.1073/pnas.1102693108
Lefebvre, J. C., & Jensen, M. P. (2019). The relationships between worry, happiness and pain catastrophizing in the experience of acute pain. European journal of pain (London, England), 23(7), 1358–1367. https://doi.org/10.1002/ejp.1405
Lima, L. V., Abner, T., & Sluka, K. A. (2017). Does exercise increase or decrease pain? Central mechanisms underlying these two phenomena. The Journal of physiology, 595(13), 4141–4150. https://doi.org/10.1113/JP273355
Liu, K., Chen, Y., Wu, D., Lin, R., Wang, Z., & Pan, L. (2020). Effects of progressive muscle relaxation on anxiety and sleep quality in patients with COVID-19. Complementary therapies in clinical practice, 39, 101132. https://doi.org/10.1016/j.ctcp.2020.101132
McCarberg, B., & Peppin, J. (2019). Pain Pathways and Nervous System Plasticity: Learning and Memory in Pain. Pain medicine (Malden, Mass.), 20(12), 2421–2437. https://doi.org/10.1093/pm/pnz017
Mogil, J. S. (2012). Sex differences in pain and pain inhibition: Multiple explanations of a controversial phenomenon. Nature Reviews Neuroscience, 13(12), 859-866.
Nijs, J., Kosek, E., Van Oosterwijck, J., & Meeus, M. (2012). Dysfunctional endogenous analgesia during exercise in patients with chronic pain: to exercise or not to exercise?. Pain physician, 15(3 Suppl), ES205–ES213.
Pinel, John P. J. & Pauli, Paul (2007). Biopsychologie. Verlag: Pearson Studium.
Reddan, M. C., Young, H., Falkner, J., López-Solà, M., & Wager, T. D. (2020). Touch and social
support influence interpersonal synchrony and pain. Social cognitive and affective neuroscience, 15(10), 1064–1075. https://doi.org/10.1093/scan/nsaa048
Spektrum der Wissenschaft (10/2015)
Turner, J. A., Anderson, M. L., Balderson, B. H., Cook, A. J., Sherman, K. J., & Cherkin, D. C.
(2016). Mindfulness-based stress reduction and cognitive behavioral therapy for chronic low back pain: similar effects on mindfulness, catastrophizing, self-efficacy, and acceptance in a randomized controlled trial. Pain, 157(11), 2434–2444. https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000000635
Ziadni, M. S., Sturgeon, J. A., & Darnall, B. D. (2018). The relationship between negative metacognitive thoughts, pain catastrophizing and adjustment to chronic pain. European journal of pain (London, England), 22(4), 756–762. https://doi.org/10.1002/ejp.1160

Tag 1: Einleitung

Zunächst soll dir dieses Modul grundlegende Informationen zu Schmerzen vermitteln.

Je besser du die Mechanismen und Einflussfaktoren bei Schmerzen verstehst, desto besser weißt du, was dir helfen kann. Anschließend geht es in diesem Modul konkret um Strategien und Hilfsmittel, die gegen Schmerzen helfen können.

In Aufgaben und Übungen kannst du diese selbst ausprobieren. Das Modul ist sowohl für dich geeignet, wenn du seit langem unter starken Schmerzen leidest, als auch, wenn du nur gelegentlich Schmerzen hast oder du dich präventiv informieren möchtest.

Schmerzen sind kein einfaches Thema. Viele Betroffene mit Endometriose machen die Erfahrung, dass ihre Schmerzen nicht ernst genommen oder geglaubt werden.

Das liegt unter anderem daran, dass man Schmerzen nicht messen kann, im Unterschied z.B. zum Blutdruck. Man kann Schmerzen nur erfassen, indem man den Betroffenen fragt. Deshalb ist es wichtig, den Behandlern die Beschwerden möglichst genau zu beschreiben.

Oft werden die Schmerzen in einer Schmerzskala von 1 bis 10 abgefragt.

Außerdem tut der gleiche Schmerz jedem anders weh. Und das hat nichts mit Einbildung zu tun, sondern liegt an Prozessen im Nervensystem, die tief darin verankert sind.

Im Austausch mit anderen Endometriose-Betroffenen hast du wahrscheinlich schon festgestellt, dass die Stärke und die Art der Schmerzen individuell sehr unterschiedlich sind.

Man kann Schmerzen nicht vorhersagen, sie können ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Wir wissen z.B., dass Frauen öfter unter Schmerzen leiden als Männer1. Und auch die Gene können eine Rolle spielen, z.B. sind rothaarige Menschen schmerzempfindlicher.

Zuletzt könnte man denken „Schmerz härtet ab“, aber das Gegenteil ist der Fall!

Je mehr Schmerzen man schon hatte, desto sensibler reagiert man darauf. Das liegt nicht daran, dass Betroffene sich die Schmerzen nur einbilden oder sich nur mehr zusammenreißen müssten. Sondern es erklärt sich durch die biologischen Verarbeitungsprozesse im Gehirn.

Diese zu verstehen kann dir helfen, sie so weit wie möglich zu deinem Vorteil zu nutzen. Dazu später mehr…

Notiere deine Fragen zum Thema Schmerzen, um am Ende des Moduls zu prüfen, ob Fragen offen geblieben sind!

Weitere Inhalte

  • Tag 2: Schmerzentstehung: Vereinfacht gesagt, haben wir Millionen von Schmerzrezeptoren, die den Schmerz in Form von elektrischen Signalen weiterleiten.
  • Tag 3: Akute und chronische Schmerzen : Es ist wichtig, akute von chronischen Schmerzen zu unterscheiden.
  • Tag 4: Schmerzgedächtnis: Jede Erfahrung, die wir machen, wird in unserem Gehirn gespeichert. Das können schöne Erlebnisse sein, englische Vokabeln oder eben Schmerzen.
  • Tag 5: Körperliche, seelische Schmerzen und der Teufelskreis der Schmerzen: Wenn eine Person häufig Schmerzen hat, kann schnell ein Teufelskreis entstehen.
  • Tag 6: Strategien gegen Schmerzen: Leider gibt es kein Allheilmittel gegen Schmerzen. Positiv ist aber, dass es viele Gegenmittel gibt, und auch viel was man selbst tun kann.
  • Tag 7: Ablenkung : Ablenkung ist wichtig, denn: Es geht nicht, NICHT an etwas zu denken. Diese Erfahrung wirst du selbst gemacht haben.
  • Tag 8: Bewegung: Sport und Bewegung können auch sehr gut als Ablenkung dienen. Und sie sind aus vielen weiteren Gründen zu empfehlen.
  • Tag 9: Ruhe und Pausen im Alltag: Es ist wichtig, ein gutes Gleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität zu finden und eventuell Belastungen zu reduzieren.
  • Tag 10: Entspannung: Neben rechtzeitigen Pausen und Ruhe im Alltag können auch gezielte Entspannungsübungen sehr hilfreich sein.
  • Tag 11: Bewusstes Genießen: Bewusstes Genießen kann hilfreich sein. Der erste Schritt ist getan, wenn du dir bewusst machst, wann du dich heute schon gefreut hast, gelacht hast, was angenehm war.
  • Tag 12: Ziele und Unterstützung suchen: Setz dir klare Ziele und arbeite auf diese hin. Versuch, aktiv dein Leben zu gestalten, in dem du Prioritäten setzt und deinen Tag planst.
Lisa
Teilen