Tipps für die richtige Narbenpflege

Wie du sicherlich bereits weißt, ist die Bauchspiegelung und die damit verbundene Gewebeentnahme die zuverlässigste Methode, um den Verdacht auf Endometriose zu bestätigen. Es handelt sich hierbei um eine chirurgische Maßnahme, die normalerweise mit kleinen Bauchschnitten auskommt. Trotzdem können Narben zurückbleiben. Wie du diese am besten pflegst und was du generell zu erwarten hast, liest du in diesem Artikel.

Wie läuft eine Bauchspiegelung ab?

Eine Bauchspiegelung wird in erster Linie durchgeführt, um die Verdachtsdiagnose Endometriose zu bestätigen und eventuelle Herde mithilfe von speziellen Arbeitsinstrumenten zu entfernen. Das bedeutet, die Bauchspiegelung wird gleichzeitig zur Diagnoseabklärung als auch zur Therapie eingesetzt. In medizinischen Kreisen wird dieses Verfahren auch als Laparoskopie bezeichnet. Es ist darüber hinaus bekannt als Schlüssellochchirurgie oder minimalinvasive Chirurgie, weil im Gegensatz zur offenen Chirurgie nur kleine Bauchschnitte gemacht werden. Bei der Durchführung der Bauchspiegelung wird ein Laparoskop verwendet. Dieses ist ein dünnes, röhrenförmiges Instrument, das mit einer Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet ist. Durch einen kleinen Einschnitt im unteren Bereich des Bauchs wird das Laparoskop eingeführt, um Bilder der inneren Organe auf einen Monitor zu übertragen. Dadurch können die Operierenden den Bauchraum genau betrachten und sowohl diagnostische als auch operative Maßnahmen durchführen. Der Bauch wird zu diesem Zweck mit einem ungefährlichen Gas (meist Kohlenstoffdioxid) aufgepumpt, um die Sicht zu verbessern. Keine Sorge – das Gas wird später einfach abgeatmet und stellt kein Problem für den Körper dar. Während des Eingriffs werden zusätzliche kleine Einschnitte gemacht, um spezielle chirurgische Instrumente einzuführen. Diese ermöglichen zum Beispiel das Entfernen von Gewebe oder das Durchtrennen von Blutgefäßen. Wird eine Laparoskopie durchgeführt, so werden höchstwahrscheinlich nur kleine Narben zurückbleiben. Dadurch ist die Erholungszeit kürzer im Vergleich zu Operationen mit geöffneter Bauchdecke und du kannst schneller wieder in deinen normalen Alltag zurückkehren [1,2,3].

In aller Regel dauert eine diagnostische Laparoskopie etwa eine halbe Stunde und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Du bekommst also nichts davon mit. Sollten während der Untersuchung Verwachsungen gefunden werden oder der Befall mit Endometriose ausgedehnter sein als gedacht, kann die Operation auch etwas länger dauern, weil Herde direkt entfernt werden können [4].

Was erwartet mich nach dem Aufwachen aus der Narkose?

Sobald du aus der Narkose erwacht bist, musst du für gewöhnlich noch für einige Stunden lang beobachtet werden. Dies trifft auch dann zu, wenn die Laparoskopie ambulant durchgeführt wurde. Auf deinem Bauch wirst du ein großes Pflaster finden, jedoch sind die darunterliegenden Einschnitte meist deutlich kleiner, als es das Pflaster vermuten lassen würde. In den meisten Fällen werden diese nach dem Eingriff mit einigen wenigen Nähten versehen. Diese lösen sich entweder nach einigen Tagen auf oder müssen gezogen werden. Das kommt darauf an, welche Art von Fäden verwendet worden ist. Es kann sein, dass du leichte Wundschmerzen verspürst, allerdings sollten diese nicht allzu schlimm sein [5,6].

Wie reagiert mein Körper auf die Wunde(n)?

Grundsätzlich versucht der Körper, jede Wunde so schnell wie möglich zu verschließen. Das hat den Hintergrund, dass jede noch so kleine Wunde eine Eintrittspforte für Krankheitserreger darstellt, was wiederum zu Infektionen führen kann. Hierfür gibt es vier verschiedene Wundheilungsphasen: Blutstillung, Reinigungsphase, Proliferationsphase und Regenerationsphase. Bei der Blutstillung gerinnt zunächst einmal das Blut, welches sich in der Wunde befindet. Das bedeutet, es wird fest, sodass kein weiterer Blutverlust stattfindet. Mithilfe von Fibrin, einem Eiweiß, wird die Wunde nach und nach verschlossen. Dies führt zur Entstehung einer kleinen Kruste, welche du am besten in Ruhe lassen solltest. Das Abkratzen der Kruste kann dazu führen, dass die Narbe später stärker sichtbar ist oder sich die Wunde entzündet. Danach folgt die Reinigungsphase. In diesem Schritt sorgen zur Wunde eingewanderte Entzündungszellen dafür, dass sie gereinigt wird und frei von Keimen bleibt. Zu diesem Zeitpunkt kann die Wunde leicht nässen. Solange die Flüssigkeit klar und geruchlos ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Es handelt sich lediglich um die Wundflüssigkeit, welche abgestorbene Zellen und Bakterien nach draußen befördert. Ist diese Phase überstanden, tritt die Proliferationsphase ein. In dieser bildet sich nun neues Gewebe mithilfe von sogenannten Fibroblasten. Die Wunde hat an diesem Punkt ihre Kruste bereits verloren und besitzt eine glänzende, dunkelrote Färbung. Noch ist das neue Gewebe jedoch empfindlich und muss weiterhin geschont werden. Erst nach der letzten Phase der Wundheilung, der Regenerationsphase, bei der Narbengewebe entsteht, ist der Wundschluss abgeschlossen. Die Narbe kann sich auch danach noch verändern, weil weiterhin Kollagen eingelagert wird. Dieses sorgt für eine Festigung des Gewebes und kann sie mit der Zeit heller werden lassen. Kleine und gut genähte Schnitte sind nach der vollständigen Ausheilung nicht mehr oder nur noch ganz schwach sichtbar. Um das zu erreichen, brauchst du eventuell etwas Geduld. Der gesamte Prozess kann nämlich einige Wochen dauern [7,8]. Du kannst deinen Körper allerdings mit einigen einfachen Mitteln bei der Wundheilung unterstützen und dazu beitragen, dass deine Narbe so wenig sichtbar wie möglich ist und die Heilung beschleunigen.

Wie kann ich die Wundheilung unterstützen?

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die deinen Körper bei der Wundheilung unterstützen können. Die richtige Ernährung kann beispielsweise schon viel dafür tun. Durch den Heilungsprozess ergibt sich ein erhöhter Bedarf an verschiedenen Nährstoffen. Besonders wichtig ist eine ausreichende Proteinzufuhr, da dies maßgeblich zur normalen Wundheilung beiträgt. Das Gleiche gilt für Vitamin C, welches für die Bildung des neuen Gewebes benötigt wird [9]. Du solltest auch darauf achten, ausreichend Wasser zu trinken. Auch dieses wird für die Wundheilung benötigt [10]. Abgesehen von der richtigen Ernährung ist eine korrekte Wundpflege sehr wichtig. Du solltest die Wunde immer sauber halten und je nach Anweisung der Arztperson regelmäßig reinigen. Auch das Pflaster muss regelmäßig gewechselt werden, insbesondere dann, wenn die Wunde noch nässt. Reibung oder Druck durch Kleidung solltest du so lange vermeiden, bis die Heilung abgeschlossen ist.

Hat sich die Wunde vollständig verschlossen, so kannst du eine spezielle Narbensalbe einmassieren. Dies sorgt für eine gute Durchblutung und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass die Narbe nur noch geringfügig sichtbar sein wird. Viele Wunden haben es an sich, dass sie anfangen zu jucken. Natürlich ist die Versuchung groß, sie zu kratzen. Jedoch solltest du das unbedingt vermeiden. Neben der Infektionsgefahr behinderst du außerdem auch die Heilung, da du die natürlichen Heilphasen unterbrichst. Wenn es nicht anders geht, solltest du vorsichtig neben der Wunde kratzen anstatt direkt darauf. Dies hilft meistens schon dabei, den Juckreiz zu lindern. In der ersten Zeit nach der Operation solltest du dich außerdem ausruhen und nicht zu viel bewegen, da dein Körper die Ruhe gut gebrauchen kann. Außerdem steigt bei zu viel Bewegung die Gefahr, dass die Wunde sich öffnet und somit schlechter verheilt. Daher solltest du dir zunächst eine Pause gönnen. Sobald du dich nach ein paar Tagen wieder fitter fühlst, kannst du schrittweise alltägliche Aktivitäten wieder aufnehmen oder entspannte Spaziergänge unternehmen, die keine übermäßige Anstrengung erfordern. Denn auch Bewegung kann durch die Anregung des Kreislaufs und die Förderung der Durchblutung einen positiven Effekt auf die Wundheilung haben. Halte dabei aber am besten immer Rücksprache mit der behandelnden Arztperson [11,12].

Welche Hausmittel kann ich verwenden?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff solltest du die Wunde lediglich reinigen, erneut abdecken und ansonsten in Ruhe lassen. Sobald die Wunde verschlossen ist, kannst du, wenn du möchtest, verschiedene Hausmittel zur Pflege der Narbe verwenden. Ein altbewährtes Mittel ist Honig, da er besonders feuchtigkeitsspendend wirkt. Du kannst diesen für ein paar Minuten in die Narbe einmassieren und ihn dann trocknen lassen und anschließend nach etwa einer Stunde wieder abwaschen. Das Ganze solltest du für eine optimale Befeuchtung der Wunde zweimal täglich durchführen. Für eine Aufhellung der Narbe kann beispielsweise Olivenöl hilfreich sein. Auch dieses kannst du in die Narbe einmassieren und dann wieder abwaschen. Ansonsten gibt es zahlreiche Narbensalben, welche auch rein pflanzlich hergestellt werden [13].

Woran merke ich, dass sich meine Wunde entzündet hat?

Natürlich kann es trotz aller Vorsicht passieren, dass sich deine Narbe infiziert und entzündet. Da dies den Heilungsprozess signifikant beeinträchtigen und ernste Konsequenzen nach sich ziehen kann, ist es wichtig, dass du die Anzeichen dafür erkennst. Fängt deine Wunde an, mehr zu schmerzen als vorher und ist gerötet, so kann das auf eine Entzündung hindeuten. Auch eine Erwärmung der Narbe und der Region drumherum sowie eine kleine Schwellung sind Symptome dafür. Färbt sich die Wundflüssigkeit gelblich und riecht unangenehm, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Eiter. Dieser bildet sich, wenn die Wunde mit Bakterien befallen ist. Wenn du eine Entzündung vermutest, sollte das dringend ärztlich abgeklärt werden. Gegebenenfalls ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich, um eine schlimmere Infektion zu vermeiden [14].

Fazit

Nach einer Laparoskopie brauchst du nicht mit größeren Narben zu rechnen. In den meisten Fällen bleiben nur wenige kleine Wunden zurück, welche in der Regel gut abheilen und später kaum mehr sichtbar sind. Nach dem Eingriff solltest du dich gut schonen und die Wunde pflegen, sodass diese optimal verheilen kann. Hat sie sich verschlossen, kannst du verschiedene Mittel auftragen, um die Heilung zu unterstützen und die Sichtbarkeit der Narbe zu verringern. Hat sich deine Wunde entzündet, so solltest du umgehend ärztlichen Rat suchen. Sofern du dich gut um deine Wunde kümmerst, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion jedoch sehr gering.

Referenzen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Was ist eine Laparoskopie? https://www.gesundheitsinformation.de/was-ist-eine-laparoskopie.html (abgerufen am 01.07.2023)
  2. Oehmke F. Endometriose. In: Fehm T, Rody A, Hadji P, Solomayer E, Hrsg. Checkliste Gynäkologie. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Untersuchungen bei Endometriose https://www.gesundheitsinformation.de/untersuchungen-bei-endometriose.html (abgerufen am 01.07.2023)
  4. Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.: Laparoskopie https://www.endometriose-vereinigung.de/laparoskopie.html#:~:text=Eine%20Laparoskopie%20ist%20die%20derzeit,%C3%A4u%C3%9Ferlich%20nur%20sehr%20kleine%20Narben. (abgerufen am 01.07.2023)
  5. Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V.: Gynäkologische diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) https://www.operieren.de/e3224/e10/e886/e898/e900/ (abgerufen am 01.07.2023)
  6. Hanke S. Die chirurgische Naht. In: Largiadèr F, Saeger H, Keel M, Bruns C, Hrsg. Checkliste Chirurgie. 12., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  7. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Wunden und Wundversorgung https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/wunden-wundheilung.html#wie-verlaeuft-die-wundheilung (abgerufen am 01.07.2023)
  8. Binnebösel M, Schumpelick V. Phasen der Wundheilung. In: Schumpelick V, Bleese N, Mommsen P, Hrsg. Kurzlehrbuch Chirurgie. 8. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2010.
  9. Russell L. The importance of patients‘ nutritional status in wound healing. Br J Nurs. 2001 Mar;10(6 Suppl):S42, S44-9. doi: 10.12968/bjon.2001.10.Sup1.5336. PMID: 12070399.
  10. Ousey K, Cutting KF, Rogers AA, Rippon MG. The importance of hydration in wound healing: reinvigorating the clinical perspective. J Wound Care. 2016 Mar;25(3):122, 124-30. doi: 10.12968/jowc.2016.25.3.122. PMID: 26947692.
  11. Oxford University Hospitals: Caring for surgical wounds at home https://www.ouh.nhs.uk/patient-guide/leaflets/files/14109Pwounds.pdf (abgerufen am 01.07.2023)
  12. Fort Malakoff Klinik: Wundheilung nach OP beschleunigen https://www.malakoff-klinik.de/ratgeber/wundheilung-nach-op/ (abgerufen am 01.07.2023)
  13. Merz Therapeutics GmbH: Narbenpflege mit natürlichen Hausmitteln https://www.narbeninfo.de/narbenmagazin/narbenpflege-mit-natuerlichen-hausmitteln/ (abgerufen am 01.07.2023)
  14. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ): Operationswunde – Infektionen verhindern oder früh erkennen https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/operationswunde#:~:text=Nach%20dem%20Eingriff%20wird%20die,verschlie%C3%9Ft%2C%20ist%20sie%20sehr%20empfindlich. (abgerufen am 01.07.2023)

Hattest du bereits eine Bauchspiegelung? Und was hat dir geholfen, deine Narben zu pflegen?

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Sharleen Omara