Entspannungs- und Kreativtherapie: Ein Interview mit Christel Fröse

Heute spreche ich mit Christel Fröse über die Themen Autogenes Training, Entspannungs- und Kreativtherapie. Christel ist selbst Endometriose-Betroffene und arbeitet aktuell als Klinische Kunsttherapeutin.

Dr. Nadine Rohloff: Heute beschäftigen wir uns mit den Themen Autogenes Training, Entspannungs- und Kreativtherapie. Christel ist da unsere absolute Expertin und ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Vielleicht stellst du dich selbst einmal kurz vor.

Christel Fröse: Mein Name ist Christel und ich bin ein Teil des Teams der Endo-App. Ich bin selbst Betroffene. Von daher kenne ich viele Themen, die Betroffene haben. Nicht nur die Symptome wie Schmerzen, sondern auch, in welchen Bereichen die Endometriose noch Auswirkungen hat, zum Beispiel im sozialen, beruflichen, privaten und familiären Bereich. Das habe ich selbst hautnah erleben müssen und auch von Betroffenen als Therapeutin gehört. Ich habe 30 Jahre als Physiotherapeutin gearbeitet, konnte den Beruf aufgrund meiner Erkrankung jedoch nicht mehr ausüben. Mich hatte aber schon immer interessiert, was die psychische Seite der Patientin ausmacht und wie Patientinnen mit ihrer Erkrankung umgehen. Schon als Physiotherapeutin habe ich eine Ausbildung als Entspannungstherapeutin und Wechseljahresberaterin gemacht. Als ich dann selbst nicht mehr in dem Beruf in der Physiotherapie arbeiten konnte, habe ich zum Glück eine Genehmigung für eine Umschulung zur Klinischen Kunsttherapeutin bekommen. Das heißt, ich arbeite heute im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Suchttherapie mit verschiedenen Krankheitsbildern, verschiedenen Arten von Patienten und Patientinnen und habe auch eine Ausbildung im Bereich Stressmanagement gemacht. Außerdem leite ich mit der lieben Vanessa die Selbsthilfegruppe „Aufgefangen“ in Münster und war auch einige Jahre Beraterin bei der Endometriose-Vereinigung.

Dr. Nadine Rohloff: Eine wahnsinnig große Palette an Erfahrungen, die da hineinspielt. Wir fangen vielleicht einmal allgemein an. Wie kann denn eine Entspannungstherapie für Endometriose-Betroffene aussehen?

Christel Fröse: Grundsätzlich kann man sagen, dass alles gut ist, was eine Entspannung mit sich bringt. Endometriose-Patientinnen haben aufgrund der Symptomatik, besonders durch den Schmerz, aber auch durch die Sorgen, die Ängste, die damit verbunden sind, zu viel Spannung im Körper. Das sind alles Stressoren. Manchmal macht man sich auch selbst noch Stress, weil man negative Gedanken hat und man auch manchmal die eigene kleine Welt nicht mehr versteht. Warum bin ich erkrankt und warum geht es mir so schlecht? Wie komme ich da heraus? Das bringt alles Spannung in den Körper, sowohl im psychischen als auch im körperlichen Bereich. Grundsätzlich ist alles, was man zur Entspannung machen kann, schon einmal gut. Die einen lesen, die anderen hören Musik. Viele sagen auch, dass man den Kopf frei kriegen muss. Ich muss mich einmal eine Runde bewegen, Sport treiben. Andere sagen, ich bin dazu körperlich gar nicht in der Lage und ich gehe lieber in eine Sauna. Oder ich genieße die Wärme und die Ruhe, ziehe mich ein bisschen zurück. Wenn man das Ganze aus dem therapeutischen Blick betrachtet, dann kann man sagen, dass es verschiedene Entspannungsmethoden gibt, die greifen können. Weil viele Methoden vorhanden sind, aber nicht jede Methode bei jedem Einzelnen wirkt. Zum einen gibt es das autogene Training. Das zielt eher darauf ab, dass man gerne visualisiert und gute Vorstellungen hat. Dann gibt es PMR, auch bekannt als Entspannung nach Jacobsen. Da ist es eher so, dass es über die Anspannung und Entspannung der Muskulatur geschult wird. Das ist systematisch von kleinen Muskelgruppen zu immer größeren Muskelgruppen aufgebaut. Es gibt aber auch den Bereich Achtsamkeit oder Genusstraining, Yoga, Tai-Chi, Qigong und Atementspannung, die man durchführen kann. Es gibt auch Klangschalen-Massagen, Körperreisen oder Fantasiereisen. Die Palette ist groß und man muss einfach sehen und ausprobieren, was einem liegt und wie man die Entspannung für sich selbst am besten fördern kann.

Über Christel

Christel ist selbst von Endometriose betroffen und hat lange Zeit als Physiotherapeutin gearbeitet. Aufgrund ihrer Erkrankung konnte sie diesen Beruf nicht mehr ausüben, weshalb sie eine Umschulung zur Klinischen Kunsttherapeutin und eine Ausbildung im Bereich Stressmanagement gemacht hat. Heute arbeitet sie im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Suchttherapie mit verschiedenen Krankheitsbildern und verschiedenen Arten von Patient:innen. Christel leitet die Selbsthilfegruppe „Aufgefangen“ in Münster, war einige Jahre Beraterin bei der Endometriose-Vereinigung und ist Teil des Teams der Endo-App.

Dr. Nadine Rohloff: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Hinweis von dir, dass man da individuell einmal schaut. Wir sind gerade schon bei dem autogenen Training, deinem Steckenpferd. Vielleicht magst du noch einmal ein bisschen genauer etwas dazu erzählen, was das ist und für wen das geeignet ist?

Christel Fröse: Erfunden hat es Johannes Heinrich Schulz. Im Wesentlichen kommt das autogene Training aus der Hypnose. Früher gab es Hypnotiseure, die symptombezogen gearbeitet haben. Sie haben ihre Patienten und Patientinnen hypnotisiert und haben versucht, die vorhandenen Symptome auszuradieren. Heutzutage führt man keine Hypnose durch. Es ist auch so, dass wir eigentlich niemanden brauchen, der uns das injiziert. Sondern es ist eine Methode, bei der man selbst lernt, sich zu fokussieren und die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und seiner Vorstellungskraft, den Gedanken oder Gefühlen nachzugehen. Früher, wenn die Hypnotiseure die Menschen hypnotisiert haben, dann haben viele von bestimmten Effekten geredet. Und zwar, dass sie ein Wärme- und Schweregefühl im Körper hatten und dass sich die Atmung und das Herz reguliert hatten. Dann hat dieser Herr Schulz, der Psychiater und Neurologe war, ein bisschen mehr geforscht und hat sich gedacht: „Wie kriege ich diese positiven Effekte, von denen die Patienten reden, auch ohne dass ich die Menschen hypnotisiere? Und zwar so, dass sie sich selbst unterstützen und selbst helfen können, als Selbstheilung?“ So hat er dann Formeln entwickelt: die Formel der Schwere, der Wärme, die Formel für die Regulation der Herztätigkeit, für die Atmung, das Sonnengeflecht und die Stirnkühle. Und jetzt fragt man sich, warum Stirnkühle, wenn vorher alles warm war? Früher ist man davon ausgegangen, und so ist es auch heute noch, wenn sich jemand krank fühlt oder blass aussieht, dann fassen wir gern an die Stirn und sagen: „Lasse einmal fühlen, ob du Temperatur hast.“ Eine heiße Stirn und Überhitzung ist mit Kranksein, Unwohlsein oder Stress assoziiert. Eine kühle Stirn heißt eher, dass der Mensch gesund ist, gesund wirkt und auch einen freien Geist hat. Also einen kühlen Gedanken haben.

Nadine: Das heißt, all diese Gefühle, die als angenehm empfunden werden und als entspannend, die führt man herbei, indem man sich darauf konzentriert, richtig?

Christel Fröse: Genau. Es gibt unheimlich viele CDs, bei denen man sich das einfach anhört. Ich kenne etliche Menschen, die sagen, ich höre mir das an, aber das ist gar nichts für mich. Als Therapeutin kann ich sagen, dass ich das verstehen kann. Wenn ich nicht gelernt habe, wie ich mir das vorstellen und wie ich die Übungen betrachten kann, dann ist es schwierig. Von daher sage ich immer, es ist wirklich viel besser, einen richtigen Kurs mitzumachen. Ein Kurs geht oftmals über sechs oder zehn Einheiten und zu jeder Woche wird eine neue Formel erlernt. Es wird auch erst einmal erklärt, warum autogenes Training wichtig ist, wie es wirkt. Es wirkt auf die Muskulatur, auf die Entspannung, es wirkt durchblutungsfördernd, weil es auch die Muskelgefäße entspannt und reguliert. Das heißt, autogenes Training beeinflusst auch unser vegetatives Nervensystem, was für sehr viele Regulationsmechanismen im Körper zuständig ist und auch für die inneren Organe. Viel Spannung bedeutet einfach zu viel Power, lässt uns gar nicht zur Ruhe kommen. Der Körper wird dann herunterreguliert. Wenn ich diese Formeln langsam erarbeite, dann sammelt man auch innerhalb der Gruppe, oftmals sind in einem Kurs mehrere vorhanden, zu den einzelnen Formeln Assoziationen. Beispielsweise so: Welche Assoziation, welche Vorstellung oder welcher Gedanke kommt dir zu dem Wort „Wärme“?

Dr. Nadine Rohloff: Sonne.

Christel Fröse: Das sagen sehr viele. Man kann die Vorstellung haben, in der Sonne zu liegen, man wird von der Sonne umarmt, geküsst, gestreichelt, aufgewärmt. Gerade bei Endometriose-Patientinnen kann man sich aber auch die Wärmflasche, eine Badewanne, eine Sauna oder einen Kamin vorstellen. Das ist alles Vorstellungskraft. Da hat man ganz viele Möglichkeiten und es ist wirklich immer passend. Es wird gesammelt und dann werden verschiedene Sachen ausprobiert und jeder sucht sich für sich selbst das Beste davon heraus. Bei der Schwere-Formel sagen viele: „Schwer ist es, wenn es dunkel ist.“ Wieso Dunkelheit?  Viele assoziieren mit Leichtigkeit einen hellen Ton, Schwere ist ein dunklerer Ton. Wenn ich im Bett liege, schlafe oder ich bettschwer und müde bin, dann ist es oft dunkel.

Dr. Nadine Rohloff: Da ist etwas daran.

Christel Fröse: Da kommen tolle Sachen heraus. Ich sage immer, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Jeder muss selbst entscheiden und das wird dann geübt. Je häufiger man das übt, und dranbleibt, umso schneller schaltet sich der Körper um. Am Anfang braucht man vielleicht noch diesen Satz, zum Beispiel: „Mein rechter Arm ist ganz schwer, ganz schwer und schwer.“ Später kann man sagen: „Beide Arme sind ganz schwer.“ Oder wenn man ganz fit ist, dann hört oder denkt man nur noch das Wort „Schwere“ und schon entspannt sich der Körper. Es ist auch eine Trainingssache.

Dr. Nadine Rohloff: Man hört sich das nicht einfach an, sondern man macht wirklich mit, visualisiert und ruft das dann dadurch hervor. Ein anderer wichtiger Punkt ist das regelmäßige Üben, damit es auch funktioniert. Sodass man es anwenden kann, wenn man es braucht, wenn man sich zum Beispiel aus einer Stresssituation herausholen möchte – oder?

Christel Fröse: Richtig. Manchmal ist es langwierig. Viele sagen auch immer noch, dass sie es nicht durchhalten, noch einmal zu dem Kurs zu gehen oder wieder zu üben. Doch je häufiger man das macht, desto schneller schaltet sich der Körper um. Später reicht dieses eine Wort „Schwere“, „Wärme“, „Ruhe“ oder „Sonnengeflecht“. Und das ist von Vorteil, wenn man das wirklich gut gelernt hat, weil man das in allen Situationen durchführen kann. Das Schöne ist, man braucht nicht die CD oder irgendwelche Audiodateien. Wenn man an der Bushaltestelle steht und friert, und man beherrscht das richtig gut, kann man den Gedanken an Wärme haben und dann merkt man auch, dass einem nicht mehr so kalt ist. Es gibt nichts Besseres, wenn man von selbst eine Übung beherrscht. Es kann später immer dazugehören wie das tägliche Zähneputzen, Psychohygiene zu betreiben.

Dr. Nadine Rohloff: Wenn wir jetzt von den Entspannungsübungen einmal zu der Kreativtherapie übergehen. Was kann man sich unter Kreativtherapie vorstellen? Was wird da gemacht und was hat das für einen Zweck?

Christel Fröse: Kreativtherapien sind psychotherapeutische Verfahren. Natürlich können sie auch entspannend wirken, aber sie können auch aufwühlend sein. Zu den kreativ-therapeutischen Arten gehört die Kunsttherapie. Ich bin Kunsttherapeutin, aber es gehört auch die Musiktherapie, die Tanz- und Bewegungstherapie oder auch Theater- und Dramatherapie dazu. Es geht um die Möglichkeit, einen Ausdruck in seiner Seele, in seiner momentanen Situation zu finden. Natürlich kann es beruhigend, aber es kann auch klärend sein. Neue Lösungswege können gefunden werden. Ressourcen können wieder erweckt werden. Manchmal weiß man gar nicht, welche Eigenschaften man hat. Welche Ressourcen habe ich? Wo habe ich vielleicht ein Netzwerk, was mir gar nicht bewusst wird? Durch die Kreativität und durch die Kreativtherapien wird das alles wieder in das Bewusstsein gebracht.

In der Kunsttherapie ist noch einmal das Besondere, dass wir ein kreatives Werk haben, was wirklich bleibt. Wenn ich Musik mache, dann entsteht die Musik, aber sobald ich aufhöre, ist sie nicht mehr vorhanden. In der Tanztherapie ist es genauso. Ich mache eine Bewegung, eine Übung, mit der ich etwas zum Ausdruck bringen möchte. Aber sobald ich aufhöre, ist es nicht mehr vorhanden. Bei dem Theater auch. Aber in der Kunsttherapie ist das Besondere, dass ein Werk bleibt. Es sei denn, man vernichtet es später. Das Werk kann etwas Gemaltes sein, aber auch eine Skulptur, eine Plastik oder eine Collage. Man kann Naturmaterialien verwenden, es können auch Masken sein. Viele denken immer, in der Kunsttherapie geht es nur um das Malen. So ist es nicht, aber es steht zur Verfügung. Viele drücken sich über Farben aus und dann gibt es verschiedene Arten von Materialien oder Farbmaterialien, die man nutzen kann.

Dr. Nadine Rohloff: Kannst du vielleicht einmal ein Beispiel für so eine Kunsttherapie geben, sodass man sich das vorstellen kann? Was wäre zum Beispiel eine Aufgabe?

Christel Fröse: In der Kunsttherapie hat man auf der einen Seite die Endometriose-betroffene Person und auf der anderen Seite den Therapeuten oder die Therapeutin. Beide gehen in das Gespräch. Man hat auf dieser psychischen Ebene Gesprächspartner, die miteinander kommunizieren. Da muss man genau hinhören. Was sagt mir mein Gegenüber? Welche Empfindungen hat die Person, welche Denkweise, was möchte sie zum Ausdruck bringen? Es kann aber auch sein, wenn es um Endometriose geht, dass Personen Schmerzen haben und diese nicht beschreiben können. Dann wird von den Ärztinnen oder von den Ärzten gesagt: „Beschreiben Sie einmal Ihren Schmerz.“ Das ist gar nicht so einfach, weil jeder Mensch eine andere Vorstellung von Schmerz hat und Schmerz nicht greifbar ist. Selbst wenn jemand sagt: „Auf einer Skala habe ich einen Schmerz von drei“, und eine andere Person gibt den Wert fünf an. Wenn man es messen könnte, kann es sein, dass beide den gleichen Schmerz hätten. Wir empfinden unterschiedlich und Schmerz ist nicht sichtbar. Es ist nicht so, dass man zu einem Arzt oder zu einer Ärztin geht und dann sagt: „Sie haben da gerade einen Schmerz unten rechts im Unterleib. Das kann ich sehen.“ Daher ist vielleicht eine Übung, so wie das in der Endo-App ist, den Schmerz erstmal zu lokalisieren. Oberbauch, Unterbauch? Wie stark ist er dann? Dann ist das mit einer Farbe belegt. Das könnte man auch einmal zeichnen oder malen. Oder ich sage immer, wenn der Schmerz eine Form wäre, was wäre das für eine Form? Wäre die eckig, rund, hätte sie Zacken oder wäre sie scharfkantig? Das könnte man entweder malen oder plastizieren. Wenn man mit Specksteinen oder Gegenständen arbeitet, dann sucht man sich den passenden Gegenstand heraus oder kreiert irgendwas und schon hat man für sich selbst seinen Schmerz sichtbar gemacht. Man kann dem dann auch erst einmal eine Farbe geben und ihn sich von allen Seiten ansehen. Das ist ein Prozess, der stattfindet. Bei allen Kreativtherapien geht es gar nicht um das Produkt, was am Ende herauskommt, denn das ist wertungsfrei. Einige Menschen sind perfektionistisch. Perfektionismus darf vorhanden sein. Je nachdem, welchen Beruf man hat, ist es auch einmal ganz gut. Wenn man bei mir, in meinem Kunstraum, ist, dann sage ich immer: „Den hängen wir jetzt aber einmal da vorne hin, an der Garderobe.“ Ich höre auch immer wieder, dass einige sagen: „Ich bin künstlerisch gar nicht begabt. Ich kann nicht malen.“ Da denke ich immer: „Das tut mir richtig leid.“ Ein kleines Kind kommt wertungsfrei auf die Welt und andere Personen oder die Welt der Erwachsenen bringen dem Kind Werte bei und sagen: „Du kannst das nicht.“ Deswegen tun wir uns auch so schwer, neue Lösungswege zu finden, weil wir Lösungen im Kopf haben und gleich wieder abwerten. In allen Kreativtherapien geht es eher um den Prozess. Wenn ich das jetzt mache, wie fühle ich mich dabei? Was denke ich? Man kann auch sagen, ich kanalisiere vielleicht einmal etwas nach außen. Da sind auch alle Gefühle willkommen. Wenn ich jetzt wütend bin und ich habe einen Stau, dann kann ich wirklich wunderbar mit Ton oder Plastilin arbeiten. Ich könnte auch einfach den Klumpen nehmen und den richtig fest auf den Tisch knallen, damit erst einmal die Luft herausgeht und man mit dem Material arbeiten kann. Das ist manchmal angenehm, weil die Spannung herausgeht. Es kommt immer darauf an, was man gerade in der Kunsttherapie erreichen will. Wenn jetzt unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sagen: „Ich möchte mich ausprobieren“, dann therapieren sie sich nicht selbst, sondern dann ist es eher im Bereich Kunstpädagogik zu sehen, weil dieses Gespräch, was in der Therapie wichtig ist, wegfällt. Aber es ist trotzdem vielleicht einmal schön zu sagen: „Ich arbeite jetzt intuitiv, egal was dabei herauskommt, ich genieße das und beobachte mich einmal selbst, wie es mir während des Prozesses geht. Bin ich entspannter danach? Oder bin ich aufgewühlter? Habe ich vielleicht neue Ideen?“ Etwas Besseres kann es gar nicht geben in der Psychotherapie wie die Kreativtherapie. Ich mag es gern und lebe momentan dafür.

Dr. Nadine Rohloff: Es ist auch gut zu verstehen, dass es sehr individuell ist, je nachdem, was man gerade braucht. Ob es mehr darum geht, Ressourcen zu stärken, ob es mir darum geht, zu fühlen, was ich fühle, sei es Schmerz oder andere Empfindungen. Das ist das Gute an der Therapie, dass man es dann bespricht und dann das Richtige auswählt.

Christel Fröse: Das gehört auch zu den kreativen Bereichen, wenn man nicht richtig weiß, wie man anfangen soll oder was man machen kann. Dann gibt es wunderbare Mandala-Bücher, die zur Entspannung genutzt werden können und über welche man einsteigen kann. Irgendwann fange ich vielleicht an, mein eigenes Mandala zu gestalten. Man kann auch Collagen entwerfen. Das mache ich häufig bei Patienten und Patientinnen, die das erste Mal in die Kunsttherapie kommen, um sie nicht zu überfordern. Dann nutze ich Collagematerial, es gibt zum Beispiel Zeitschriften oder Moosbuchstaben, mit denen man arbeiten kann oder andere Kleinigkeiten, die man nutzen kann. Dann entwickelt sich da etwas heraus und man braucht dem Ganzen auch noch keine vorherige Frage geben. Nicht, welches Ziel habe ich oder was wünsche ich mir? Sondern einfach sehen, was ist, wenn ich mir eine Zeitschrift ansehe? Was finde ich gerade interessant? Was sehe ich mir länger an? Nehme ich das einfach erst einmal heraus? Man kann auch Materialien in der Natur suchen, mitnehmen und auch damit gestalten. Wir können viel über die Natur lernen, auch im Bereich der Kunsttherapie. Gerade wenn es um Veränderung, um Wechsel geht, einfach loszulassen, so wie die Bäume das machen. Über die Jahreszeiten kann man etwas erarbeiten. Es kann sehr entspannend und aufschlussreich sein.

Dr. Nadine Rohloff: Das ist das Schöne. Der Kreativtherapie sind keine Grenzen gesetzt. Eine allgemeine Frage habe ich noch: Wo werden diese Therapieformen angeboten? Wird das auch von den Krankenkassen übernommen?

Christel Froese: Es kommt darauf an. Gehen wir noch einmal zurück zu der Entspannung. Es gibt weder Entspannungs- noch Kreativtherapien auf Rezept. Im Bereich Entspannung ist es aber schön, weil es Präventivkurse gibt. Das heißt, präventiv etwas erlernen, bevor man krank wird. Es gibt Entspannungspädagogen oder -therapeuten, die ihre Konzepte über die zentrale Prüfungsstelle der Prävention zur Überprüfung eingestellt haben. Das ist ein Riesenaufwand. Manche denken, wenn die Therapien nicht von den Krankenkassen bezuschusst werden, dann sind sie nicht gut genug. Es liegt aber nur daran, dass es manchmal sehr viel Arbeit ist und man viele Angaben machen muss, zum Beispiel zur Raumgröße, den Fenstern oder zur Bodenbeschaffenheit. Wenn man einen Präventionskurs hat, kann man sich bei der eigenen Krankenkasse erkundigen, wo es welche Kurse gibt. Sie bieten sowohl autogenes Training, Yoga-Kurse als auch PMR an. Entweder werden die Kosten komplett übernommen oder bis zu einem gewissen Prozentsatz. Das ist das Erste, was man über die Krankenkasse macht.

Dr. Nadine Rohloff: Das ist sehr unterschiedlich je nach Krankenkasse. Wo kann ich mich am besten informieren?

Christel Fröse: Am besten auf der Internetseite. Ich kann schauen, ob es in meiner Ortschaft einen Autogenes-Training-Kurs gibt. Dann bekommt man viele Angebote und kann dort anrufen und nachfragen, wie die Kurse sind, welchen Preis der Kurs hat und ob das von der Krankenkasse unterstützt wird. Ansonsten gibt es diese Therapie manchmal auch in Akutkliniken, aber seltener. Wobei viele Therapeuten, egal ob Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten, das als Zusatzausbildung haben und das manchmal auch mit in ihre Behandlung einfließen lassen. Ansonsten gibt es das oftmals in Rehakliniken, die zertifiziert sind. Für Endometriose gibt es, glaube ich, auch in allen fünf Entspannungstherapie und es wird immer beides angeboten, sowohl autogenes Training als auch PMR, weil das auch ganz individuell ist. Mache ich autogenes Training oder bin ich eher jemand, der die Spannung fühlen muss, um mich entspannen zu können? Bei Kreativtherapien ist es schwieriger. Kreativtherapie wird von den Krankenkassen gar nicht getragen. Leider nicht so wie in anderen Ländern, in denen die Kreativtherapie ein Psychotherapieverfahren ist und die Betroffenen sich das aussuchen dürfen, welche Methode sie wählen. Hier in Deutschland gibt es, wenn es Akutkrankenhäuser sind, eher die psychiatrischen, psychosomatischen oder Suchttherapien, die sich damit auskennen. Oder onkologische Kliniken. Die haben auch manchmal Kreativtherapeuten. Das Gute ist auch wieder, in Krankenhäusern gibt es immer Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. Gerade die Ergotherapeuten sind teilweise auch Kunst- und Gestaltungstherapeuten, die eine Zusatzausbildung haben. Da müsste man nachfragen, ob man so etwas einmal mitmachen könnte. Auch in den Rehakliniken ist das vertreten. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, das privat in Anspruch zu nehmen, da müsste man dann aber wirklich auch auf der Internetseite schauen und in der Ortschaft suchen, wo es vielleicht den Tanztherapeuten gibt. Man kann auch schauen, ob es Musiktherapeuten in der Umgebung gibt, wenn man lieber etwas mit Musik machen möchte. Beim Wunsch nach Theaterspielen kann man nach einer Theatergruppe suchen. Dann kann man sich da melden und fragen, wie es mit der Bezahlung aussieht. Dadurch, dass es ein psychotherapeutisches Verfahren ist, gibt es manche Therapeuten, die auch Heilpraktiker für Psychotherapie sind. Das bin ich auch, nur bin ich nicht selbstständig, sondern ich arbeite im Bereich einer Klinik. Aber viele sind das und die können das teilweise über den Heilpraktiker Psychotherapie abrechnen. Wenigstens den Bereich, der in den Gesprächsbereich hereingeht. Ich kenne auch einige Psychotherapeuten, die auch Kreativtherapie können und mit einfließen lassen. Dann werden in den Sitzungen kleinere Bereiche aus der Kreativtherapie genutzt. Irgendwo ist immer eine kleine Nische. Man muss sich nur darum kümmern. Manchmal ist der Weg schwer, aber es findet sich oftmals ein Weg.

Dr. Nadine Rohloff: In der Gynäkologie habe ich das Gefühl, dass es manchmal noch Möglichkeiten gibt, durch die man die Bezahlung bekommt, aber es ist nicht so einfach, wie man es vielleicht gewohnt ist. Bei der Endometriose ist das leider häufig der Fall.

Christel Fröse: Genau und es ist so schade. In Schmerzkliniken ist es auch so, dass sowohl Kreativtherapien eingesetzt werden, als auch Entspannungstherapien, weil man weiß, dass man bei chronischen Schmerzen nicht nur auf einer Körperebene arbeiten muss, sondern auch auf einer psychischen Ebene. Man muss wirklich sehen, wie man das alles hinbekommt und was gut ist. Ärzte und Ärztinnen wissen das. Auch die, die bei den Krankenkassen sitzen, wissen, wie gut die Therapien funktionieren und wie hilfreich die sein können. Natürlich immer in Maßen. Wenn ich eine Kreativtherapie mache oder auch eine kreativpädagogische Übung, wird es mir meine Endometriose nicht wegnehmen. Wenn ich das könnte, würde ich ganz viel Geld verdienen. Aber es geht um den Umgang. Wie gehe ich mit der Erkrankung um? Wie kann ich den Stress abbauen? Kann ich den Stress vielleicht einmal sichtbar machen? Es ist so gut und man kann noch so viel machen. Man kann den betroffenen Personen, die an einer chronischen Erkrankung leiden, egal ob Endometriose oder eine andere chronische Erkrankung, wirklich auf unterschiedliche Weise helfen und vor allen Dingen, dass die Seele gesund bleibt oder gesünder wird oder die Betroffenen sich wohler fühlen. Aber es wird leider nicht von den Krankenkassen getragen.

Dr. Nadine Rohloff: Wir haben da ganz viele Ideen, was man für die Betroffenen machen könnte, um das zu verbessern. Wir haben noch ein paar Fragen aus der Community. Jemand hat gefragt, wie man den Anfang findet. Vielleicht möchtest du dazu noch etwas sagen.

Christel Fröse: Einfach ins Tun kommen. Ich glaube, über seinen Schatten springen, so ein bisschen aus seiner Komfortzone herauskommen. Sich vielleicht jemanden suchen, der das auch ausprobieren möchte. Sich Materialien, egal welcher Art, holen und wie ein Kind, frei von Zwängen, Normen, Regeln, die Materialien in die Hand nehmen und einfach das machen, wozu man Lust hat. Es kann so schön sein, eine Flasche zu öffnen und einfach die Farbe laufen zu lassen und da einmal mit dem Finger hineingehen und dann ergibt sich etwas. Oder im Bereich Tanztherapie: Es ist egal, welche Musik ich höre. Wenn ich Musik höre und ich mich danach fühle, kann ich mich in meinen vier Wänden so bewegen, wie ich es möchte. Man dürfte es auch draußen machen, aber es sieht natürlich draußen komisch aus, wenn jemand Kopfhörer aufhat und Musik hört. Aber wen soll es eigentlich stören? Wenn ich das Gefühl habe, ich gehe über die Straße und ich müsste einmal hüpfen. Es ist doch schade, dass wir uns nicht mehr trauen, wenn ein Impuls da ist, diesem einfach zu folgen. Ich glaube, deswegen sage ich manchmal, frei wie ein Kind. Ein freies Denken haben und sich trauen.

Dr. Nadine Rohloff: Hier gibt es noch die Frage: Gibt es auch Kreativtherapien, bei denen es nicht um das Malen geht? Wie kann man die anderen Kreativtherapien starten, ohne zu malen?

Christel Fröse: Bei Tanz habe ich es gerade schon gesagt, einfach durch Musik. Im Bereich Kunst kann man auch einfach sagen, ich gehe in das Museum und da schaut man, sammelt Postkarten oder irgendwelche witzigen Karten. Im Bereich der Musik gibt es auch eine Hemmung, weil viele der Meinung sind, alles muss sich schön anhören, alles muss einen bestimmten Rhythmus haben und so ist es nicht. Wir laufen auch nicht in einem bestimmten Rhythmus. Manchmal gerät man aus seinem Rhythmus heraus und vielleicht kann man da auch einfach irgendwelche Materialien suchen, ob das ein Eimer ist, ein Topf ist oder ob es Metall oder Holz ist. Und einfach einmal hören, was machen die Gegenstände für Klänge? Das auch einfach ausprobieren. Oder wie kann ich meine Stimme modulieren? Unsere Stimme hat auch Höhen und Tiefen. Wie ist es, wenn ich brumme? Habe ich vielleicht, wenn ich fröhlich bin, eine andere Stimme, als wenn ich traurig bin? Mit Sicherheit ja, aber das kann man auch spielen. Bei Theater oder Dramatherapie wird es ein bisschen schwieriger, weil man sich das nicht richtig vorstellen kann. Im Grunde genommen, wenn man zwischen zwei Stühlen sitzt, sagt man schon einmal gedanklich, mache ich etwas, mache ich etwas nicht? Dann kann man sich doch einmal zwei Stühle hinstellen und man setzt sich einmal auf den einen und vertritt die Meinung als einen Gedanken. Dann setzt man sich einmal auf den anderen Stuhl und lässt die miteinander kommunizieren. Oder ich schaue einfach, welche Gegenstände habe ich gerade hier und packe alle meine Lieblingsgegenstände auf den Tisch und versuche damit etwas zu kreieren. Deswegen sage ich, wir haben unendlich viele Möglichkeiten und unser Körper oder Geist freut sich, wenn wir der Fantasie einfach einmal freien Lauf lassen können.

Dr. Nadine Rohloff: Ja, das finde ich super. Das sind alles Möglichkeiten, den Emotionen und dem, was man denkt und fühlt, einfach einmal kreativ einen Ausdruck zu verleihen. Das ist einfach ein schöner Anfang.

Christel Fröse: Genau. Eigentlich ist Kreativität nichts anderes als ein Prozess, um eine Lösung zu finden. Wenn es ein Problem gibt, dann gibt es Stadien der Kreativität. Das erste ist, sich bewusst zu werden, dass überhaupt ein Problem existiert und vielleicht zu überlegen, was könnte weiterhelfen. Wenn man damit aber nicht weiterkommt, kann man das Problem erstmal zur Seite legen. In der zweiten Phase sucht unser Unterbewusstsein Lösungen in der Vergangenheit oder nach C.G. Jung, mit dem kollektiven Bewusstsein. Das ist spannend. Dann geht es darum, einfach einmal etwas auszuprobieren. Das ist dann die dritte Phase. Irgendwann kommt der leuchtende Moment. Viele sagen auch: „Lass mich einmal eine Nacht darüber schlafen.“ Oder man steht unter der Dusche und auf einmal denkt man: „Ich habe es, das könnte ich vielleicht machen. Das könnte mir weiterhelfen.“ Dann probiert man es aus und wenn es klappt, ist es gut. Wenn nicht, wartet man wieder ein bisschen. Es gibt einen kreativen Prozess. Im Grunde genommen kennt man aus der Wirtschaft ein Brainstorming. Alle kommen zusammen, jeder gibt seine Gedanken oder seine möglichen Lösungen dazu und nichts wird bewertet. Wertungsfrei erst einmal zu sehen, was wir alles haben und dann kann man das stehen und sacken lassen. Natürlich gibt es auch Grenzen, die manchmal von außen gesetzt werden. Aber im Grunde genommen modellieren wir sie. Je freier wir sind, desto mehr Möglichkeiten haben wir, wenn wir nicht so engstirnig sind bei dem Denken.

Dr. Nadine Rohloff: Eine letzte Frage haben wir hier noch. Wo bekomme ich kostenlose Online-Übungen?

Christel Fröse: Das ist schwer. Es gibt verschiedene Kanäle, bei denen man zum Beispiel Entspannungsverfahren gleich aktiv mitmachen kann. Das ist dann so gestaltet, dass man sich wirklich hinlegen oder hinsetzen kann und man hört einfach nur zu. So etwas gibt es auch, dass man nur lauschen und sich berieseln lassen braucht. Die beste Möglichkeit ist von unserer Endo-App, weil wir genügend Entspannungsmethoden, Traumreisen, Fantasiereisen, Körperreisen, Atementspannung und Yoga haben. Ansonsten findet man bestimmte Inhalte im Internet, was in den Entspannungsbereich geht. Aber für Kreativtherapien wird es umso schwieriger. Wenn man da etwas sucht, dann ist es oftmals eine Erklärung. Oder wenn man Kurse findet, dann sind die kostenpflichtig. Deswegen habe ich die erst gar nicht angeklickt, weil ich da gar nicht herein wollte. Was es aber gibt, sind Mandala-Bücher oder auch ein Buch „Malen gegen Stress“. Da sind verschiedene Übungen enthalten, was man alles machen könnte.

Dr. Nadine Rohloff: Genau. YouTube ist vielleicht manchmal auch ein guter Punkt, aber diese Übungen sind häufig auch ohne Erklärung. Deswegen ist es vielleicht manchmal gut, erst einen Kurs zu machen oder sich bei den Onlinesachen auszuprobieren. In der App haben wir auch ganz viele Sachen, um die Möglichkeit zum Ausprobieren zu geben. Wenn man aber dann etwas gefunden hat, dann kann man einen Kurs machen oder sich spezieller hereindenken. Das ist vielleicht auch bei der Kreativtherapie gut, wenn man erst einmal einen Anfang hat, sodass man dann vielleicht auch einfacher Online-Übungen einschätzen kann.

Christel Fröse: Wenn es online ist, kommt es auch immer noch darauf an, ob ich überhaupt etwas damit anfangen kann. Wir haben in unserer App auch das Autogene Training, was ich dann versucht habe, ein bisschen zu erklären und anzuleiten. Das gibt es bei verschiedenen Online-Anbietern nicht. Dann wird das autogene Training in den Formeln vorgesagt und wenn man dann nicht weiß, wie assoziiere ich denn oder was ist für mich gut, funktioniert es nicht. Natürlich ist es auch immer ein bisschen davon abhängig, ob ich die Stimme mag, wie die Schnelligkeit ist, komme ich mit den Pausen hin, in denen ich auch selbst fühlen kann, mir etwas vorstellen kann. Das ist auch schwer für die die Personen, die es gestalten. Wenn man Kurse mitmacht, bei denen man mit anderen Menschen in Beziehung steht, bekommt die Person, die den Kurs leitet, ein Gefühl dafür. Wir erkennen dann schon an der Reaktion der einzelnen Person, ob sie unruhig werden, ob ich jetzt abbrechen muss oder eine Formel nochmal wiederholen muss. Das ist auch ein Beispiel, warum man es mit Therapeuten lernen sollte. Während der Entspannung kann es auch zu Phänomenen kommen. Es kann sein, dass ich unruhig werde. Es kann sein, dass es einmal kribbelt. Es kann auch sein, dass mir die Tränen laufen. Das sind Entladungsphänomene und das sollte man wissen, dass die okay sind. Die sind willkommen, denn die zeigen nur, dass man wirklich voll mit Spannung ist und diese Spannung gerade versucht, auf irgendeiner Weise herauszukommen. Wenn man alleine ist, dann ist das Problem, dass man Ängste entwickeln könnte. Man denkt vielleicht: „Das ist nichts für mich, ich werde unruhig dabei.“ In diesem Moment ist diese Unruhe etwas sehr Positives, was herausdarf. Auch bei den Kreativsachen kann das immer passieren, wenn man es richtig als Therapie macht, denn es ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Deswegen sage ich, es kann sein, dass es einmal nicht entspannt ist, sondern sehr aufwühlend. Aber dann sind Therapeuten dabei, die in das Gespräch gehen und das erklären können oder auch sagen: „Es ist gut, es darf so sein.“ Oder „Was brauchst du jetzt, damit es dir besser geht?“ Wenn man das als Übung macht und man hat das Gefühl, das hat ein bisschen etwas aufgewühlt, ist es natürlich auch gut, wenn man sich mit anderen darüber unterhält. Das sollte man dann auch ruhig machen oder nachfragen, wenn man das merkt. Es gibt demnächst ein paar Übungen und wenn dann eine Person merkt: „Das ist mir jetzt so nahe gegangen und seitdem merke ich so eine Traurigkeit oder ich bin so beunruhigt oder irgendeine Angst kommt hoch.“ Es ist trotzdem etwas Gutes, zu fühlen, weil es vorher geschlummert hat. Nichts ist schlimmer als etwas, was schlummert und weil es nicht herausdarf, in ein körperliches Symptom übergeht, sich also dann psychosomatisch zeigt. Wenn ich merke: „Ich komme da an meine Grenzen, ich weiß gar nicht damit umzugehen.“ Das ist auch ein Zeichen dafür, dass man sich professionelle Hilfe holen sollte, dass man mit Ärzten spricht, bei Psychologen oder psychologischen Psychotherapeuten, Psychiatern oder was auch immer. Dass man dann in einen Austausch geht, weil man dann weiß, da ist etwas, was wir einmal von der Seele aus beleuchten müssten.

Dr. Nadine Rohloff: Noch einmal zurück zu den kostenlosen Online-Übungen. Die gibt es natürlich. Generell sollte man immer schauen, ist das jetzt das, was ich möchte? Eine Onlineübung, einfach zum Ausprobieren, eine Onlineübung, weil ich weiß, was ich will? Oder suche ich vielleicht nach einem Kurs? Danach auszusuchen und dann zu sehen, was kann ich vielleicht über die Krankenkasse machen, was lohnt sich selbst zu zahlen? Wenn es dazu Fragen gibt, dann auch gerne noch einmal stellen. Auch im Nachgang beantworten wir die gerne noch. Jetzt möchte ich bin gern herzlich bei Christel bedanken. Schön, dass du da warst und bis zum nächsten Mal!

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Dr. med. Nadine Rohloff