Diagnostik: Ein Blick auf die MRT-Untersuchung

Die Diagnose der Endometriose ist entscheidend für eine Behandlung und die Linderung von Symptomen. Neben anderen diagnostischen Methoden wie dem Ultraschall oder einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) spielt die Magnetresonanztomographie (MRT) eine wichtige Rolle bei der Erkennung und Bewertung von Endometriose. 

Frau vor der MRT Untersuchung.

Was ist eine MRT-Untersuchung?

Die Magnetresonanztomographie ist eine Untersuchungsmethode, bei der detaillierte Bilder des Inneren des Körpers erstellt werden. Sie nutzt dabei Magnetfelder, und nach aktuellem Wissensstand sind keine Nebenwirkungen bekannt. Bei der Diagnose von Endometriose wird die MRT verwendet, um Veränderungen im Gewebe des Beckenbereichs oder an anderen Organen sichtbar zu machen. Im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren wie dem Ultraschall bietet die MRT genaue und detaillierte Darstellungen der inneren Organe und Gewebe [1]. 

Wann ist eine MRT-Untersuchung sinnvoll?

Die MRT-Untersuchung ist wichtig, um Endometriose zu erkennen und zu bewerten. Ärzte und Ärztinnen verwenden die MRT, um die Organe im Becken darzustellen [2]. Wenn vermutet wird, dass Endometriose an anderen Stellen im Körper vorhanden ist, können auch Aufnahmen von anderen Regionen gemacht werden. 

Diese Methode bietet die ideale Möglichkeit, Gewebeveränderungen wie Adenomyose oder Leiomyome zu beurteilen und von Endometrioseherden zu unterscheiden. Sie ermöglicht auch eine präzise Abbildung der Ausdehnung von Endometrioseherden [2,3]. Speziell bei tief infiltrierender Endometriose ermöglicht die MRT eine genauere Erkennung. Die MRT kann oft, aber nicht immer eindeutig, zwischen bösartigen und gutartigen Gewebsveränderungen wie bei Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs unterscheiden. 

Die MRT-Diagnostik dient auch als grundlegende Bewertungsgrundlage vor einer Operation zur tief infiltrierenden Endometriose. Durch präzise Bilder können Ärzte und Ärztinnen Veränderungen im Gewebe, wie Endometrioseherde oder Zysten, genau lokalisieren. Die MRT-Bildgebung erleichtert den Chirurg:innen die Lokalisierung von Endometrioseherden, insbesondere im hinteren Bauchraum und am Darm. Dies ist von großer Bedeutung, da diese Herde oft übersehen werden und teilweise in die Darmwand hineinwachsen, was sie für die Chirurg:innen auf den ersten Blick unsichtbar macht. Insgesamt erhöht die MRT die Erfolgsaussichten für die Patient:innen, nach der Operation beschwerdefrei zu sein, und erleichtert dem Chirurgen die präzise Intervention [4]. 

Die MRT-Untersuchung ist im Vergleich zur Laparoskopie eine nicht invasive und kosteneffiziente Methode, die unter anderem dazu dient, eine Operation bestmöglich vorzubereiten [1]. 

Wie zuverlässig ist die MRT bei der Erkennung von Endometriose?

Die MRT hat sich als äußerst präzises Diagnoseinstrument für Endometriose erwiesen. Untersuchungen zeigen, dass die MRT eine hohe Sensitivität aufweist, insbesondere bei der Erkennung von tief infiltrierender Endometriose [5,6]. Das bedeutet, dass sie sehr effektiv dabei sein kann, diese spezifische Form der Endometriose zu identifizieren. Ebenso ist die sogenannte Spezifität der MRT hoch. Das deutet darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass die Untersuchung fälschlicherweise eine Endometriose diagnostiziert, obwohl diese tatsächlich nicht vorhanden ist [1]. 

Der Ablauf einer MRT-Untersuchung

Die MRT ist eine bildgebende Methode, bei der Magnetfelder verwendet werden. Nach heutigem Kenntnisstand sind keine Nebenwirkungen bekannt. Es gibt jedoch mögliche Fälle, in denen keine MRT-Diagnostik stattfinden kann (Kontraindikationen), insbesondere wenn du einen Herzschrittmacher, eine mechanische Herzklappe oder ein Innenohrimplantat trägst. Diese können den Untersuchungsprozess beeinflussen, daher ist es wichtig, dies im Voraus mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu besprechen. Wenn du ein Implantat trägst, musst du dies unbedingt vor der MRT-Untersuchung mit dem Arzt klären.

Bei der Abklärung von zyklusabhängigen Beschwerden oder der Beurteilung von Endometriose ist es ratsam, den Untersuchungstermin mit dem Menstruationszyklus abzustimmen, um genauere Ergebnisse zu erzielen [7]. Vor der eigentlichen MRT-Untersuchung musst du Schmuck und metallische Gegenstände entfernen, um die Bildqualität nicht zu beeinträchtigen, da metallische Objekte das Magnetfeld stören und die Genauigkeit der Bilder beeinträchtigen könnten. 

Die MRT kann in der Regel ohne Kontrastmittelgabe durchgeführt werden (weitere Informationen zu Kontrastmitteln findest du in der Info-Box). Während der MRT-Untersuchung liegst du auf einem beweglichen Tisch, der in den zylinderförmigen MRT-Scanner (die Röhre) geschoben wird. Es ist wichtig, während der Untersuchung ruhig liegen zu bleiben, um klare und präzise Bilder zu erhalten.  

Womöglich hast du Bedenken, eine MRT-Untersuchung durchführen zu lassen, weil du dich in kleinen und engen Räumen nicht wohlfühlst (z.B. unter Raumangst, auch Klaustrophobie, genannt leidest). Damit bist du nicht allein. In solchen Fällen kannst du dich immer an den behandelnden Arzt, Ärztin oder das Fachpersonal wenden, welches bei deiner Aufnahme dabei ist. Sie kennen das Problem und sind verständnisvoll.

Das medizinische Personal, das die Untersuchung durchführt, kann dich während des gesamten Verfahrens unterstützen. Sie können beruhigende Anweisungen geben, den Ablauf erklären und auf deine individuellen Sorgen und Bedenken eingehen. Um die Untersuchung dennoch durchführen zu können, besteht in der Regel die Möglichkeit Beruhigungsmitteln zu erhalten. Weiterhin ist die Untersuchung „in der Röhre“ zum Teil mit einer hohen Lautstärke verbunden, hierfür bekommst du in der Regel einen Gehörschutz angeboten, um das Gehör zu schützen und den Lärmpegel zu reduzieren. 

Es ist wichtig deine Bedenken offen zu kommunizieren, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Untersuchungsprozess so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten. Trotz der Umstände ist es wichtig ruhig zu bleiben, um eine gute Aufnahme zu erzielen. Die Dauer der Untersuchung variiert je nach zu untersuchendem Bereich und der Art der benötigten Bilder, liegt aber in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten.  

Die erzeugten Bilder zeigen die Struktur und Zusammensetzung von Geweben im Körper. Verschiedene Gewebearten erscheinen auf den Bildern in verschiedenen Kontrasten, was Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, anatomische Details genau zu erkennen. Nach Abschluss der MRT-Untersuchung kannst du in der Regel sofort zu deinen normalen Aktivitäten zurückkehren. Die MRT ist im Allgemeinen schmerzfrei und nicht invasiv, was sie zu einer sicheren und effektiven Methode für die Diagnose verschiedener Erkrankungen macht [1,5]. 

Kontrastmittel

Kontrastmittel werden bei manchen MRT-Aufnahmen verwendet, um bestimmte Strukturen oder Gewebe im Körper besser sichtbar zu machen. Das Kontrastmittel für die MRT enthält oft Gadolinium, das in der Regel gut verträglich ist. Häufig erzeugen Kontrastmittel in der MRT eine verbesserte Bildgebung, ermöglichen eine Blutgefäßdarstellung, oder werden für spezifische Untersuchungsfragen bei der Tumoridentifikation oder der präzisen Untersuchung von Gelenken und Weichteilen verabreicht.

Die Verabreichung von Kontrastmitteln erfolgt in der Regel durch eine Injektion in eine Vene (intravenöse Injektion). Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle MRT-Untersuchungen Kontrastmittel erfordern. Die Entscheidung hängt von der Art der Untersuchung, den zu beurteilenden Strukturen und den spezifischen klinischen Fragestellungen ab. Bei einer Endometriose-Untersuchung wird in der Regel auf eine Gabe von Kontrastmitteln verzichtet. 

Vor der Untersuchung ist es wichtig, deinem Arzt oder deiner Ärztin alle Informationen über frühere Reaktionen auf Kontrastmittel mitzuteilen, um sicherzustellen, dass das am besten geeignete Kontrastmittel ausgewählt wird. 

Fazit

Die MRT hat sich zweifellos als äußerst wertvolles Instrument in der Diagnose von Endometriose bewährt. Die hohe Genauigkeit bei der Erkennung von Endometrioseherden macht die MRT zu einem äußerst zuverlässigen diagnostischen Werkzeug, insbesondere wenn andere Methoden keine eindeutigen Ergebnisse liefern können.

Die MRT ermöglicht nicht nur die Erkennung von Endometrioseherden, sondern auch eine Darstellung, wo sie sich genau befinden. Das wiederum ermöglicht eine gezielte und effektive Behandlung. Besonders hervorzuheben ist die Wirksamkeit der MRT bei der Diagnostik und Bildgebung von tief liegender infiltrierender Endometriose.

Die Aufnahmen bieten nicht nur Ärztinnen und Ärzten, sondern auch den Betroffenen selbst eine klare Vorstellung von der Lage der Endometrioseherde. Dies fördert nicht nur das Verständnis der Erkrankung, sondern dient auch als wertvolle Grundlage für später geplante Operationen. Die MRT-Aufnahmen erleichtern die Aufklärung der Patientinnen und ermöglichen eine effektive Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und Betroffenen. 

Ein weiterer Vorteil der MRT-Aufnahmen besteht darin, dass sie sich als nützlich für Zweitmeinungen bei Spezialistinnen erweisen können. Die klaren und detaillierten Bilder, die die MRT liefert, ermöglichen es anderem Fachpersonal, die Diagnose zu überprüfen und gegebenenfalls alternative Perspektiven oder Empfehlungen einzubringen.

Dies stärkt nicht nur das Vertrauen in die Diagnose, sondern fördert auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sinne der bestmöglichen Versorgung der Betroffenen. Insgesamt unterstreicht die MRT ihre Rolle als entscheidendes Instrument, das nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur umfassenden Betreuung und Planung von Endometriose-Behandlungen beiträgt. 

Referenzen

  1. Quesada, J. et al. Endometriosis: A multimodal imaging review. Eur. J. Radiol. 158, 110610 (2023).
  2. Di Paola, V. et al. Detection and localization of deep endometriosis by means of MRI and correlation with the ENZIAN score. Eur. J. Radiol. 84, 568–574 (2015).
  3. Kido, A., Himoto, Y., Moribata, Y., Kurata, Y. & Nakamoto, Y. MRI in the Diagnosis of Endometriosis and Related Diseases. Korean J. Radiol. 23, 426 (2022).
  4. Tong, A. et al. Recommendations for MRI technique in the evaluation of pelvic endometriosis: consensus statement from the Society of Abdominal Radiology endometriosis disease-focused panel. Abdom. Radiol. 45, 1569–1586 (2020).
  5. Bianek-Bodzak, A., Szurowska, E., Sawicki, S. & Liro, M. The Importance and Perspective of Magnetic Resonance Imaging in the Evaluation of Endometriosis. BioMed Res. Int. 2013, 1–9 (2013).
  6. Togashi, K. et al. Endometrial cysts: diagnosis with MR imaging. Radiology 180, 73–78 (1991).
  7. Celli, V. et al. Magnetic Resonance Imaging in endometriosis-associated pain. Minerva Obstet. Gynecol. 73, (2021).

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Louisa Zschenderlein