25.02.2024
Früherkennung bei Endometriose
3 Min. Lesezeit
Durchschnittlich wird die Endometriose erst nach zehn Jahren diagnostiziert. Aber wie könnte Früherkennung genau hier ansetzen und den Weg zur Diagnose verkürzen? Mehr dazu erfährst du hier.
25.02.2024
3 Min. Lesezeit
Durchschnittlich wird die Endometriose erst nach zehn Jahren diagnostiziert. Aber wie könnte Früherkennung genau hier ansetzen und den Weg zur Diagnose verkürzen? Mehr dazu erfährst du hier.
Der Weg zur Diagnose ist bei Endometriose häufig langwierig und frustrierend. In Deutschland dauert dieser Prozess durchschnittlich bis zu zehn Jahre. [1] Die lange Dauer bis zur endgültigen Diagnose hat mehrere Gründe, die für Betroffene zu einem jahrelangen Leidensweg führt.
Ein wesentlicher Grund ist der Mangel an Bewusstsein für Endometriose, sowohl bei ärztlichem Personal als auch in der Öffentlichkeit. Betroffene suchen so lange nach einer Erklärung für ihre Beschwerden, ohne dass die Endometriose in Betracht gezogen wird. Starke Schmerzen bei der Menstruation werden häufig als normal abgetan. Gleichzeitig ist medizinisches Personal oft nicht ausreichend sensibilisiert und informiert, was auch zu einer Diagnoseverschleppung führt. Unspezifische Symptome wie Verdauungsprobleme oder Schmerzen erschweren die genaue Diagnose häufig auch, da sie sich mit anderen Krankheiten überschneiden.
Ein weiterer Grund für die lange Dauer ist, dass herkömmliche Methoden wie ein Ultraschall für eine genaue Diagnosestellung nicht immer zuverlässig funktionieren. Das gilt vor allem bei Endometriose, die an weniger offensichtlichen Stellen wie dem Darm oder der Blase auftritt. So ist für die Diagnosestellung eine Bauchspiegelung notwendig, die aufwendig und mit größeren Einschränkungen verbunden ist.
Die Verzögerungen bei der Diagnose bedeuten für Betroffene häufig ein langer Leidensweg mit erheblichen Einschränkungen im Alltag. Endometriose betrifft im Schnitt 10-15% der Menschen mit einer Gebärmutter, also ein signifikanter Teil der Bevölkerung. Die Früherkennung könnte daher einen großen Teil dazu beitragen, Betroffenen wieder Lebensqualität zurückzugeben.
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht auch eine frühzeitige Behandlung. So können Langzeitschäden wie Autoimmunerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden. [2] Gleichzeitig wird durch die Früherkennung nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit der Betroffenen geschützt. Die psychische Belastung kann vor allem bei einem langen Leidensweg sehr hoch sein.
Die Früherkennung könnte gleichzeitig den Druck auf das Gesundheitssystem verringern, da die Behandlung einer Endometriose im Frühstadium oft weniger aufwendig und kostspielig ist als die einer fortgeschrittenen Endometriose. Insgesamt ist die Früherkennung also vor allem für Betroffene eine große Hoffnung, um die mit Endometriose verbundenen Belastungen zu reduzieren.
Schon 2023 forderten die Arbeitsgemeinschaft für Endometriose e.V. (AGEM) und die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie e.V. (AGE) in ihrem Positionspapier eine bessere Früherkennung. [3] Insbesondere wird die Einführung eines Programms zur Früherkennung gefordert. Dieses Programm soll nicht nur mittels ausführlicher Untersuchungen einen Vorteil für Betroffene haben, sondern auch für Ärzt:innen einen finanziellen Anreiz bei der Abrechnung bieten. Darüber hinaus wird die Verbesserung der Fortbildungsmöglichkeiten für ärztliches Personal und eine multimodale Behandlung von Betroffenen gefordert. Multimodal bedeutet in diesem Zusammenhang, dass mehrere Fachrichtungen eng bei der Behandlung der Endometriose zusammenarbeiten. Endometriosezentren sollen auch mehr gefördert werden, da sie eine spezialisierte Behandlung anbieten können, die aktuell aber nicht leistungsgerecht bezahlt wird.
Ein weiterer vielversprechender Ansatz zur Früherkennung ist der Einsatz von neuen Technologien wie Machine Learning und künstlicher Intelligenz. Diese Methoden könnten die Früherkennung von Endometriose weiter beschleunigen, was den Diagnoseprozess verkürzen könnte. Weitere Infos dazu findest du in unserem Blogbeitrag zur Rolle von KI in der Früherkennung der Endometriose. Neben künstlicher Intelligenz gibt es auch noch andere Ansätze, wie etwa die Forschung zu Biomarkern, die für Speicheltests genutzt werden. Mehr dazu findest du hier.
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Die Diagnosestellung der Endometriose dauert häufig noch sehr lange. Dank neuer Technologien und wachsender Aufmerksamkeit gibt es aber immer mehr Hoffnung auf eine schnellere Diagnose und eine individuellere Behandlung. Die Kombination aus neuen Methoden und einer besseren strukturellen Unterstützung könnte vielen Betroffenen einen jahrelangen Leidensweg ersparen.
Quellennachweise
Medizinjournalistin
Sara ist wissenschaftliche Redakteurin im Redaktionsteam der Endo Health GmbH. Als Medizinexpertin ist sie immer auf dem neusten Wissensstand, was Endometriose, Adenomyose und Regelschmerzen betrifft. Ihr Ziel ist es, Informationen für Betroffene auf den Punkt zu bringen.