Bei der Behandlung von Endometriose steht häufig die Reduzierung des Östrogenspiegels im Vordergrund, denn zu viel Östrogen fördert das Wachstum der Herde. Eine der gängigsten Methoden sind reine Gestagenpräparate, also Medikamente, die nur Gelbkörperhormone enthalten. [5,6] Beispiele dafür sind Dienogest oder Dydrogesteron. Diese Präparate wirken, indem sie die Endometrioseherde beruhigen und den Zyklus teilweise oder vollständig ausschalten. Sie können in Tablettenform, als Implantate, Injektionen oder Hormonspirale eingesetzt werden. Ein Vorteil dieser Behandlung ist, dass sie gezielt die Herde beeinflusst, ohne dass der Östrogenspiegel im ganzen Körper zu stark gesenkt wird.
Eine weitere Möglichkeit sind Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen, wie die klassische Antibabypille. Sie regulieren den Zyklus, reduzieren das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und tragen dadurch ebenfalls dazu bei, Schmerzen zu lindern. [7]
Für stärkere Fälle kommen GnRH-Antagonisten wie Relugolix oder Linzagolix zum Einsatz. Sie blockieren die Signale vom Gehirn an die Eierstöcke, wodurch die Östrogenproduktion stark sinkt. Das ist mit den Hormonverhältnissen in den Wechseljahren vergleichbar. Die Behandlung führt oft zu einer Schrumpfung der Endometrioseherde und einer deutlichen Schmerzreduktion. [8,9] Allerdings können diese Medikamente Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit oder Knochenschwund verursachen. Um diese Effekte abzumildern, wird häufig eine sogenannte Add-back-Therapie durchgeführt, bei der eine kleine Menge Östrogen und/oder Gestagen zusätzlich gegeben wird.
Neben den hormonellen Therapien kann auch eine operative Entfernung der Endometrioseherde sinnvoll sein. Dabei werden die Herde gezielt über eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt entfernt. Der Eingriff kann Schmerzen lindern, die Fruchtbarkeit unterstützen und das Risiko für neue Herde verringern. Östrogen ist jedoch auch nach dem Eingriff weiterhin im Körper vorhanden, weshalb neue Herde wachsen können. Deshalb wird nach einer Operation auch häufig eine hormonelle Therapie verschrieben, um das Risiko für einen Rückfall zu reduzieren. [10]