Dünndarmendometriose

 

Die Endometriose am Dünndarm ist ebenso selten wie die Endometriose am Magen. Dennoch kann sie den Patientinnen ebenso Beschwerden bereiten, wie andere Formen der Darmendometriose. Die Dünndarmendometriose gehört in der Medizin auch zu den gutartigen Dünndarmtumoren [1]. 


Symptome der Endometriose am Dünndarm

Wie andere Formen der Darmendometriose kann sich auch die Dünndarmendometriose auf die Verdauung auswirken, zu Durchfall und Verstopfung sowie zu Schmerzen beim Stuhlgang (Dyschezie) führen. Starke Bauchschmerzen sowie Übelkeit können weitere Beschwerden von Patientinnen sein. Der sogenannte Endobelly ist vielen Betroffenen ein Begriff und kann auch bei einem Befall des Dünndarms auftreten. Der geblähte Bauch kann aber auch ohne Dünndarmendometriose auftreten und auch Schmerzen verursachen. 

Diagnose

Wie auch andere Forme der Darmendometriose ist auch die Endometriose am Dünndarm schwierig zu diagnostizieren. Vorerst können die Symptome beobachtet und die Schmerzen in eine Schmerzskala eingeordnet werden. Dadurch kann eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Möglicherweise kann auch ein Ultraschall und eine Endosonografie mehr Informationen darüber geben, wo die Herde sitzen. 

Auch ein MRT kann Informationen über den Endometriosebefall geben. Wirklich verlässlich kann jedoch nur eine Laparoskopie geben [2]. Bei der Bauchspiegelung wird dann genau geprüft, wie stark Organe von der Endometriose betroffen sind und die Herde können häufig direkt entfernt werden. 

Behandlung

Bei der Dünndarmendometriose findet die Behandlung unter den gleichen Gesichtspunkten wie bei anderer Endometriose mit Darmbefall aus. Dabei müssen verschiedene Faktoren beachtet werden [3]:

  •     Alter der Patientin
  •     Kinderwunsch
  •     Grad der Endometriose
  •     Beeinträchtigung des Organs und seiner Funktionen
  •     Schmerzen und weitere Beschwerden

  

Wenn der Dünndarm befallen ist oder der Verdacht besteht,  sollte die Behandlung in einem Endometriosezentrum durchgeführt werden, da dort verschiedene Abteilungen zusammenarbeiten. Es sollten erfahrene Darmchirurgen an der OP teilnehmen. 

Vor und auch nach der Operation können Schmerzen durch Medikamente gelindert werden. Auch Hormon-Präparate, die auch bei anderen Formen der Endometriose genommen werden,  wie Gestagene, Kombi-Pillen, a, GnRH-Agonisten/Antagonisten oder Levenorgestrel-freisetzende IUD [3] können zu einer Besserung der Symptome beitragen. Die Behandlung muss mit Berücksichtigung der Lebensumstände der Patientin und ihrer Beschwerden individuell erfolgen. Da die Endometriose jedoch eine chronische Krankheit ist, müssen sich Patientinnen darauf einstellen, dass die Beschwerden möglicherweise auch nach der Behandlung anhalten.


Referenzen


  1. Thomas, Carlos, Stuttgart, 2006. Histopathologie: Lehrbuch und Atlas zur Befunderhebung und Differenzialdiagnostik, S. 144 
  2. Keckstein, J. Endometriose im Intestinaltrakt. coloproctology 39, 121–133 (2017). https://doi.org/10.1007/s00053-017-0144-5
  3. Tiringer, D, Husslein, H, Küssel, L, Wenzl, R. Diagnose und Therapie der „rektovaginalen“ bzw. tief infiltrierenden „Darmendometriose“. 37. Jahrgang. 1/2019. Available from: https://www.kup.at/kup/pdf/14384.pdf 

Retroflektierter Uterus: Umgekippte/abgeknickte Gebärmutter

„Retroflektierter Uterus“ – so bezeichnen Mediziner eine Gebärmutter, die im Becken nach hinten gekippt ist. Was sich zunächst dramatisch anhört, ist bei etwa 10 % der Frauen der Fall [1]. Doch welche Auswirkungen hat eine umgekippte bzw. abgeknickte Gebärmutter und was hat diese besondere Lage mit Endometriose zu tun?

Ich verrate Dir heute, was hinter dem retroflektierten Uterus steckt und wie er behandelt wird.

So sieht eine „normale“ Gebärmutter aus

Deine Gebärmutter (Uterus) ist ein birnenförmiges, hohles Muskelorgan, dass sich in Deinem Becken befindet. Der Uterus ist eingebettet zwischen Enddarm und Blase. Er wird von sogenannten Ligamenten in der korrekten Position gehalten.

Zur Erklärung: Ligamente sind Haltebänder, die aus Bindegewebe bestehen.

Trotz der Haltebänder ist die Position der Gebärmutter ein Stück weit flexibel. Sie ist also nicht starr, sondern besitzt die Fähigkeit, sich an innere und äußere Einflüsse anzupassen. Das ist zum Beispiel während einer Schwangerschaft wichtig.

Üblicherweise ist die Gebärmutter leicht nach vorne gebeugt, sie zeigt also zu Deinem Bauchnabel hin. Diese Position bezeichnen Mediziner als Anteversion. Wenn Du Dir ein Bild einer Gebärmutter ansiehst, wirst Du feststellen, dass sie leicht nach vorne abgeknickt ist. Diese sogenannte Anteflexion ist völlig normal [2].

Vorwärtsgeneigte Gebärmutter:

Rückwärtsgeneigte Gebärmutter:

Was ist ein retroflektierter Uterus?

Was ist schon normal? In der Natur gibt es viele Abweichungen, zum Beispiel bei der Lage der Gebärmutter. Wie Du jetzt weißt, beugt sich die Gebärmutter üblicherweise nach vorne, bei manchen Frauen zeigt sie aber genau in die entgegengesetzte Richtung.

Wenn Deine Gebärmutter zur Wirbelsäule hin umgekippt oder abgeknickt ist, besitzt Du einen retroflektierten Uterus. In manchen Fällen liegt der Uterus sogar auf dem Rektum.

Es gibt zwei verschiedene Formen bei der umgekippten Gebärmutter: der bewegliche Retroflexio uteri mobilis und der unbewegliche Retroflexio uteri fixata. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, ist die Position der Gebärmutter bei der einen Form beweglich und bei der anderen starr [1].

Gut zu wissen!

Im Vergleich zwischen der flexiblen und unflexiblen Form kommt es bei der unbeweglichen Retroflexio uteri fixata häufiger zu Symptomen.

Umgekippte Gebärmutter: Symptome

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Selbst wenn Deine Gebärmutter anders liegt, als von der Natur vorgesehen, hat das nicht automatisch einen Krankheitswert. Viele Frauen verspüren mit einem retroflektierten Uterus keinerlei Beschwerden.

Das trifft aber nicht auf alle Patientinnen zu, denn die veränderte Lage im Becken kann andere Organe beeinträchtigen. Liegt der Uterus beispielsweise auf dem Darm auf, kann der Verdauungsablauf gestört sein.

Folgende Symptome kann eine umgekippte Gebärmutter auslösen:

Retroflektierter Uterus – ein Problem beim Kinderwunsch und bei Schwangerschaft?

Eine umgekippte Gebärmutter steht einem Kinderwunsch grundsätzlich nicht im Weg. Die Samenzellen können auf natürliche Weise ihr Ziel erreichen und zu einer Befruchtung führen. Bleibt eine Schwangerschaft langfristig aus, ist es jedoch wichtig, die genauen Ursachen der besonderen Gebärmutterposition zu erforschen. Eine Endometriose kann beispielsweise ursächlich sein und die Empfängnis deutlich erschweren.

Bist Du bereits schwanger, sind die Chancen groß, dass sich die Gebärmutter spontan aufrichtet. Nur sehr selten verbleibt sie in der umgekippten Position. Da sich der Uterus während der Schwangerschaft ausdehnt, kann er dann gegen die Symphyse drücken und verhindern, dass Du Deine Blase vollständig entleerst [1].

Die Sakkulation des Uterus – eine seltene Komplikation

Eine seltene aber ernstzunehmende Komplikation ist die sogenannte Uterussakkulation. Sie kann entstehen, wenn sich die umgekippte Gebärmutter während der Schwangerschaft nicht wieder aufrichtet. Dadurch wird das untere Uterinsegment, wozu die Harnblase, der Gebärmutterhals und der Uterus zählen, ungewöhnlich gedehnt. Infolgedessen kann sich in dem Bereich eine Ausbuchtung bilden [3].

Folgende Leitsymptome deuten auf die Sakkulation des Uterus hin:[3]

Es ist wichtig, dass Mediziner noch vor der Geburt eine entsprechende Diagnose stellen. Ansonsten kann es zu ausgeprägten Krankheitsbeschwerden und Komplikationen kommen. Mit der Magnetresonanztomographie gelingt es, die anatomische Lage zu bestimmen und einen Kaiserschnitt zu planen [3].

Übrigens: Die Sakkulation des Uterus hat in der Regel einen Kaiserschnitt zu folge, somit können Mediziner Risse an der Gebärmutter (Uterusruptur) oder Verletzungen an Blase oder Gebärmutterhals während der Operation verhindern [3].

Gut zu wissen!

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du eine Sakkulation, also eine Ausbuchtung Deiner Gebärmutter entwickelst, liegt ca. bei 1 zu 3000 [4].

Retroflektierter Uterus: Ursachen

Auch hier müssen wir wieder zwischen der flexiblen und unflexiblen Form unterscheiden. Eine umgekippte Gebärmutter, die beweglich ist, kann schon in der Kindheit auftreten. Außerdem beobachten Mediziner das Phänomen im Anschluss an eine Schwangerschaft. Nämlich dann, wenn sich die Gebärmutter nach der Geburt nicht vollständig zurückgebildet hat. Eine weitere Ursache kann der sogenannte atrophische Uterus in der Postmenopause sein [1].

Bei der Uterusatrophie handelt es sich übrigens um eine völlig normale Entwicklung. Die Gebärmutter bildet sich zurück, da sie im Alter schlichtweg nicht mehr zur Fortpflanzung benötigt wird. Den Anstoß dazu gibt die veränderte hormonelle Lage im Körper der Frau.

Liegt eine unbewegliche umgekippte Gebärmutter bei Dir vor, ist es wahrscheinlich, dass Entzündungsgeschehen, Operationen oder eine vorliegende Endometriose zu dem Befund führen. Bei all diesen möglichen Ursachen können Verwachsungen zwischen der Gebärmutter und dem Rektum enstehen [1].

Endometriose und umgekippte Gebärmutter: die Zusammenhänge

Wie Du bestimmt weißt, wächst bei einer Endometriose gebärmutterschleimhautartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle. Das kann zu unterschiedlichen Beschwerden führen, wobei das Hauptsymptom Unterleibsschmerzen sind. Sie treten vor allem während der Menstruation oder in Verbindung mit Geschlechtsverkehr auf und können von weiteren Symptomen wie Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit begleitet werden [5].

Durch die Ansiedlungen von unerwünschtem Gewebe kann es zu Verwachsungen kommen – der Uterus kann so in seiner unüblichen Lage, nach hinten gekippt, fixiert werden.

Mediziner können sogar mit der umgekippten Gebärmutter einer Endometriose auf die Spur kommen. Eine direkte Darstellung von Verwachsungen im kleinen Becken ist häufig schwierig. Deshalb nutzen Gynäkologen sogenannte „soft marker“. Das sind indirekte Zeichen, die für Endometrioseverwachsungen sprechen. Genau hier kommt der retroflektierte Uterus ins Spiel. Ist er fixiert, nach hinten gekippt und geknickt erinnert er an ein Fragezeichen. Diese ungewöhnliche Form kann auf Endometrioseherde im kleinen Becken hindeuten [6].

Bewegt sich der Uterus im Ultraschall im Verhältnis zum umliegenden Gewebe nicht, kann dies auch auf ein „frozen pelvis“, also ein stark verwachsenes kleines Becken hindeuten, wie es bei starker Endometriose vorkommen kann.

So wird ein retroflektierter Uterus festgestellt

Da nur wenige Frauen Beschwerden verspüren, wenn ihre Gebärmutter umgeknickt ist, stellt die Diagnose häufig einen Zufallsbefund dar. So kann Dir Dein Gynäkologe während einer normalen Vorsorgeuntersuchung völlig überraschend mitteilen, dass sich Dein Uterus lieber nach hinten lehnt.

Mittels transvaginalem 2-D-Ultraschall oder im Rahmen von Tastuntersuchungen (vaginal oder rektal) können Gynäkologen Hinweise auf eine umgekippte Gebärmutter finden.

Vermutet ein Gynäkologe bei Dir eine Endometriose, kann er ganz gezielt nach einer veränderten Position der Gebärmutter suchen. Bei einer tief infiltrierenden Endometriose stellt sich die Gebärmutter beispielsweise häufig retroflektiert dar [7].

Auch bei der Adenomyose, bei der Drüsengewebe der Gebärmutterschleimhaut in das Gebärmutter-Muskelgewebe einwächst, trägt das Fragezeichenphänomen im Ultraschall zur Diagnosestellung bei [7].

Umgekippte Gebärmutter: Therapie

Wenn Du keine Beschwerden hast, muss eine umgekippte Gebärmutter nicht behandelt werden. Spürst Du jedoch Schmerzen oder hast Du Probleme beim Urinieren, gibt es verschiedene Therapieoptionen.

Bei Symptomen versuchen Mediziner, Deine Gebärmutter manuell aufzurichten. Dabei wird der Uterus mit den Händen in die korrekte Position gebracht. Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein spezielles Pessar, das Smith-Hodge-Pessar, einzusetzen und so die Gebärmutter aufzurichten [1].

Sofern die manuelle Therapie Deine Beschwerden gebessert hat, kannst Du mit Deinem Gynäkologen besprechen, ob ein operativer Eingriff bei Dir Sinn macht. Während der Operation wird ein Halteband (Ligg. rotunda oder die Ligg. Sacrouterina) verkürzt [1, 8].

Vielleicht führen Endometrioseverwachsungen dazu, dass Deine Gebärmutter gekippt ist. Auch dann kommt ein operativer Eingriff infrage, um den Uterus wieder zu mobilisieren, also die Verwachsungen zu lösen und die Endometriose zu entfernen. Allerdings kann es sein, dass die Endometrioseherde zurückkehren [9].

Kurz und knapp

Für gewöhnlich orientiert sich Deine Gebärmutter in Richtung Bauchwand. Bei einem retroflektierten Uterus ist Deine Gebärmutter allerdings nach hinten gekippt. Das Phänomen betrifft etwa 10 % der Frauen und hat nicht unbedingt einen Krankheitswert. Viele Frauen leben damit, ohne jemals Beschwerden zu haben.

In einigen Fällen kann eine umgekippte Gebärmutter zu Kreuzschmerzen, Verstopfungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder einer schmerzhaften Menstruation führen. Nur wenn Du Beschwerden verspürst, ist eine Therapie nötig. Mediziner können dann die Gebärmutter mit den Händen oder einem Pessar in die richtige Position bringen. Alternativ können auch die Haltebänder gekürzt werden.

Eine umgekippte Gebärmutter kann übrigens bereits ab der Geburt bestehen, sich im Alter durch die Rückbildung der Gebärmutter ergeben oder die Folge von Entzündungen bzw. Verwachsungen sein. Der retroflektierte Uterus tritt beispielsweise in Verbindung mit Endometriose auf.

Du fragst dich, welche weiteren Symptome und Beschweren typisch für Endometriose sein können? Lade dir direkt die Endo-App herunter und profitiere von unserem Expert:innen-Wissen.

Referenzen


  1. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.165). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  2. Pschyrembel Online | Uterus
  3. Linder N, Tauscher A, Borte G. Die Sakkulation des Uterus–Eine seltene, aber bedrohliche Komplikation in der Schwangerschaft [Sacculation of the uterus – a rare but ominous complication in pregnancy]. Rofo. 2015 Jan;187(1):57-8. German. doi: 10.1055/s-0034-1366598. Epub 2014 Aug 29. PMID: 25171503.
  4. Thieme E-Journals – Geburtshilfe und Frauenheilkunde Der fixierte retroflektierte Uterus in der Schwangerschaft mit Entwicklung einer hinteren Sakkulation – ein Fallbericht
  5. Gesundheitsinformation: Endometriose
  6. Di Donato N, Bertoldo V, Montanari G, Zannoni L, Caprara G, Seracchioli R. Question mark form of uterus: a simple sonographic sign associated with the presence of adenomyosis. Ultrasound Obstet Gynecol. 2015 Jul;46(1):126-7. doi: 10.1002/uog.14750. Epub 2015 May 27. PMID: 25486912.
  7. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinienprogramm. Diagnostik und Therapie der Endometriose. August 2020.
  8. Pschyrembel Online | Retroflexio uteri
  9. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.166). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.

Endometriosefreundliche Gynäkologen

Wir möchten die Suche nach niedergelassenen, endometriosefreundlichen Gynäkologen im deutschsprachigen Raum vereinfachen.

Deshalb haben wir die Betroffenen aus unserer Community nach ihren Empfehlungen gefragt und hier zusammengefasst.
Die Patientinnen haben sich bei den von ihnen empfohlenen Ärzten gut aufgehoben, verstanden und ernst genommen gefühlt.

Diese Empfehlungen sind eher subjektiv zu betrachten, denn natürlich muss jede Patientin sich bei ihrem behandelnden Arzt wohlfühlen.

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Wenn dein Gynäkologe noch nicht in unserer Liste steht, kannst du uns gerne seine Kontaktdaten über das unten stehende Formular zukommen lassen.

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Österreich und Schweiz

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48149 Münster

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49074 Osnabrück

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49076 Osnabrück

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49078 Osnabrück

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49356 Diepholz

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50169 Kerpen

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50733 Köln

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Karl-Marx-Allee 48
50769 Köln

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Scheidweilerstr. 80
50933 Köln

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Luxemburger Str. 293
50939 Köln

Dr. med. Ulla Woschée
Hauptstr. 56
50996 Köln

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Siebenmorgen 7
51427 Bergisch Gladbach (Refrath)

Dr. med. Jochen Dieckert
Zeise 4
52066 Aachen

Dr. med. Corinna Thomas
Oppenhoffallee 1
52066 Aachen

Dr. med. Christine Bargende
Heinrich-von-Kleist-Str. 19
53113 Bonn

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53173 Bonn

Dr. med. Agnès Leroy‐Gramstat
Burgstr. 6
53757 Sankt Augustin

Dr. med. Guido Stepan & Dr. med. Matthias Giese
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53844 Troisdorf

Dr. med. Marko Groth
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55116 Mainz

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Breite Straße 31
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Rudolf-Virchow-Str. 7-9
56073 Koblenz

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57072 Siegen

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56766 Ulmen

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60320 Frankfurt

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Friedberger Landstraße 307
60389 Frankfurt am Main

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Hans-Thoma-Straße 24
60596 Frankfurt am Main

Dr. med. Kay Bohn
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66386 St. Ingbert

und

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66538 Neunkirchen

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Am Marktplatz 26‐28
66346 Püttlingen

Frauenärzte am Staden
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66121 Saarbrücken

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67655 Kaiserslautern

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72070 Tübingen

Armin Mutz
Freudenstädter Str. 5
72202 Nagold

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72764 Reutlingen

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73240 Wendlingen

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74736 Hardheim

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Am Stadtgarten 28
77855 Achern

Dr. med. Susanne Mühlhauser-Jentsch
Frauenarztpraxis am Münsterplatz
Münsterplatz 4
79098 Freiburg

Dr. med. Franziska Möller
Karlsplatz 4
80335 München

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Sendlinger-Tor-Platz 10
80336 München

Dr. med. Alexandra Kurvin
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80798 München

Dr. med. Ulrike Schomburg
Engelbertstraße 23‐25
81241 München

Dr. med. Carolin Federmann
Lortzingstraße 26
81241 München

Dr. med. Barbara Wiedemann
Frans‐Hals‐Straße 3
81479 München

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83022 Rosenheim

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83646 Bad Tölz

Dr. med. Minas Pappas
Am Pulverl 1
85051 Ingolstadt

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85221 Dachau

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86152 Augsburg

Dr. med. Balinth Balogh
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87527 Sonthofen

Mandy Sprungmann
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88471 Laupheim

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Bioidentische Hormone: Worum geht es und sind sie wirklich sanfter?

Bioidentische Hormone, naturidentische Hormone, natürliche Hormone: Mit diesen Begriffen werden Medikamente bezeichnet, die im Rahmen einer Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden und auch bei Endometriose eingesetzt werden. Hersteller und einige Praktiker versprechen, dass diese Medikamente weniger Nebenwirkungen haben und effektiver wirken als herkömmliche Hormonpräparate.

Endometriose: Ursachen, Auswirkungen und Symptome

Die Endometriose ist eine eigenständige Erkrankung, von der allein in Deutschland schätzungsweise 1,7 Millionen Frauen betroffen sind. Die Symptome reichen von Schmerzen über Zyklusstörungen und starke Blutungen bis zu Unfruchtbarkeit.

Trotz der weiten Verbreitung und der zum Teil erheblichen Symptomatik dauert es bis zur Diagnosestellung rund vier bis elf Jahre.

Auch die Ursachen konnten bislang nicht abschließend erforscht werden, was auch die Therapie deutlich erschwert. Wesentliches Merkmal der Endometriose ist, dass sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, im gesamten Bauchraum und zum Teil sogar am Zwerchfell sowie in der Lunge, ansiedeln und dort sogenannten Endometrioseläsionen bildet.

Diese werden, wie die Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutterhöhle auch, vom Hormonzyklus der Frau beeinflusst [1].

In diesem Artikel erfährst du:

  • in welcher Form eine hormonelle Therapie bei Endometriose eingesetzt wird,
  • worum es bei den sogenannten bioidentischen Hormonen geht und
  • in welchem Verhältnis sie zu den herkömmlichen Hormonpräparaten stehen.

Behandlungsansätze bei der Endometriose: Bedeutung der Hormontherapie

Auf der Basis des Anamnesegesprächs sowie einer Untersuchung sowie einem Ultraschall wird eine Verdachtsdiagnose gestellt. Eine sichere Diagnosestellung bei der Endometriose ist bis heute lediglich durch eine laparoskopische Untersuchung (Bauchspiegelung) mit Gewebeentnahme zur Untersuchung im Labor möglich [2]. Die Behandlung erfolgt, abhängig von Schweregrad der Endometriose, Lokalisierung der Endomerioseherde und dem Alter der Patientin beziehungsweise der Frage nach einem möglichen Kinderwunsch, auf der Basis eines individuellen Behandlungskonzeptes. Dieses kann unterschiedliche Bausteine enthalten:

Hormone werden, alleine und in Kombination mit einer Operation, zur Behandlung der Endometriose eingesetzt, weil das Vorhandensein von Östrogen auf die Entstehung und den Fortbestand der Endometriose einen maßgeblichen Einfluss hat [3]. Wird der Östrogenspiegel reduziert, so vernarben die vorhandenen Endometrioseläsionen und es bilden sich keine neuen. Die Idealziele der endokrinologischen (hormonellen) Therapie, die aber derzeit nicht oder nur teilweise erreicht werden, sind neben der Eliminierung der Endometrioseherde auch eine Reduktion der Symptome inklusive einer Verbesserung der Fertilität, eine Vermeidung sekundärer Krankheitsfolgen sowie eine Prophylaxe des Krankheitsausbruchs [8].

Definition: Was sind bioidentische Hormone?

Die Begriffe bioidentische, natürliche oder naturidentische Hormone suggerieren, dass diese Hormone auf ganz natürliche, sanfte Weise wirken und (nahezu) keine Nebenwirkungen haben. Auf Internetseiten [4] von Heilpraktikern und zum Teil auch Laboren sind Aussagen zu lesen wie: Naturidentische Hormone unterscheiden sich grundlegend von klassischen, synthetischen Hormonen. Zudem heißt es dort, dass eine bioidentische Hormontherapie unter Berücksichtigung der individuellen Krankheitsursachen angewendet wird. Angesichts der immer wieder aufkeimenden Diskussion und der tatsächlich (zumindest für einige Frauen) bestehenden Nebenwirkungen von Hormontherapien [5], ist dies nicht verwunderlich. Betroffene Frauen sehen sich nach einer Behandlung, die verträglicher ist, als die bekannten Hormonpräparate.

Der Begriff „bioidentische Hormone“ hat keine standardisierte Definition, was zu einer Verunsicherung bei Patienten führt. Je nach Kontext wird unter der Bezeichnung:

  • nicht-künstlich hergestellt,
  • aus pflanzlichem oder tierischem Ursprung oder
  • chemisch der Struktur des jeweiligen menschlichen Hormons entsprechend.

Die „Endocrine Societey“, der Ärzte und Organisationen aus mehr als 100 Ländern angehören, definiert bioidentische Hormone als „Verbindungen, die genau die gleiche chemische und molekulare Struktur aufweisen wie das Hormon, das im menschlichen Körper produziert wird“ [6]. Dabei handelt es sich um eine sehr weite Definition, die rein auf die Eigenheiten des Hormonproduktes abstellt und keine Aussagen zu der Quelle der Ursprungsstoffe und den Herstellungsprozessen macht.

Sogenannte bioidentische Hormone werden inzwischen insbesondere bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und eben der Endometriose angeboten. Aufgrund der oben genannten weiten Definition von „bioidentischen Hormonen“ wird deutlich, dass es hier eine ganze Bandbreite von Medikamenten und anderen Hormonersatzprodukten gibt, die differenziert betrachtet werden müssen.

Gibt es Unterschiede zwischen den unterschiedlichen bioidentischen Hormonen?

Der Begriff „bioidentische Hormone“ wird gerne als Marketinginstrument genutzt, um Patientinnen das Gefühl zu vermitteln, das betreffende Hormonpräparat sei besonders natürlich. Allerdings zeigt die oben aufgeführte Definition, dass sich hinter dem „Label“ bioidentisches Hormon sehr unterschiedliche Präparate verbergen können.

Patientinnen sollten zudem wissen, dass einige der als „klassische Hormonpräparate“ bezeichneten Medikamente auf Basis von pflanzlichen oder tierischen Stoffen beruhen [7]. Wichtig ist für Patientinnen, dass sie darauf achten, ob es sich um ein zugelassenes Arzneimittel oder um ein nicht den strengen Zulassungsregeln entsprechendes Präparat handelt. Denn nur zugelassene Arzneimittel müssen in Studien ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit beweisen, werden darüber hinaus fortlaufend beobachtet und bieten somit genügend Sicherheit.

Einordnung: Sind bioidentische Hormone sanfter und effektiver?

Die allgemeine Aussage, dass „bioidentische Hormone“ sanfter, effektiver und nebenwirkungsärmer sind, lässt sich nicht bestätigen [7]. Zum Teil werden auch unter der Bezeichnung „bioidentische Hormone“ Präparate angeboten, bei der verschiedene Hormonkombinationen individuell auf die Patientin zugeschnitten produziert wurden. Als Basis hierfür wird oftmals das Ergebnis eines Speicheltests verwendet, über den der Hormonstatus im Speichel bestimmt und daraus ein Mangel beziehungsweise ein Überschuss von bestimmten Hormonen abgeleitet wird. Allerdings ist der Hormonspiegel im Speichel ein anderer als im Blut, sodass die Herstellung der Hormonpräparate auf Basis falscher Werten erfolgt. Zudem sollte klar sein, dass diese individuell zusammengesetzten Hormonpräparate keinen klinischen Studien unterzogen wurden. Daher lässt sich weder zu der Wirksamkeit noch zu den Nebenwirkungen eine verlässliche Aussage machen. Das reine Label „bioidentisch“ oder natürlich sollten Patientinnen nicht als Entscheidungskriterium für eine Hormonbehandlung wählen.

Außerdem sollte auch bei allen Hormonpräparaten, die aus natürlichen Stoffen (Pflanzen- oder Tierbasis) hergestellt sind, bedacht werden, dass diese Stoffe verarbeitet werden. In diesem Prozess werden sie also zwangsläufig verändert. Es handelt sich also nicht um das reine Naturprodukt.

Manchmal werden die bioidentischen Hormone direkt in der Apotheke bspw. als Creme angemischt. Hier gibt es keine standardisierten Kontrollen der Konzentration und es können erhebliche Qualitätsunterschiede auftreten (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31453957/). Auch bei bioidentischen Hormonen sollte auf eine standardisierte und kontrollierte Herstellung geachtet werden.

Leider ist es so, dass es zu „bioidentischen Hormonen“ nicht viele wissenschaftliche Studien gibt. Die wenigen sind zudem meist mit Bezug auf die Wechseljahre und nicht mit Endometriose-Betroffenen durchgeführt worden.

Gerade bei einer hormonellen Behandlung der Endometriose ist es immer wichtig, dass die ausgewählten Medikamente die Ausprägung der Erkrankung, die Symptomatik sowie die Lebenssituation berücksichtigen.

Auch natürliche oder pflanzliche Medikamente sind Medikamente und können Nebenwirkungen haben. Auch bioidentische Hormone haben Nebenwirkungen, die, ähnlich wie bei synthetischen Hormonen, individuell mehr oder weniger stark ausfallen können. Daher sollte die Einnahme immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Zusammenfassung:

Der Begriff „bioidentische Hormone“ verleitet zu der Annahme, dass es sich bei den entsprechenden Hormonpräparaten um ganz besonders sanft wirkende Stoffe handelt, die weniger Nebenwirkungen haben, als klassische Hormonpräparate. Allerdings ist die Definition von „bioidentischen Hormonen“ so weit, dass die entsprechenden Präparate sich in Bezug auf die verwendeten Wirkstoffe und die Herstellungsverfahren deutlich unterscheiden. Und auch, wenn ein Stoff in ähnlicher Form im Körper vorkommt oder pflanzlich hergestellt wird, können Nebenwirkungen auftreten. Daher sollte die Einnahme immer nur nach ärztlicher Rücksprache oder Verordnung stattfinden.

Referenzen

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Minimalinvasive Diagnose

Bis zur Diagnosestellung der Endometriose dauert es im Schnitt vier bis elf Jahre [1]. Dies liegt einerseits daran, dass die Endometriose trotz ihrer großen Verbreitung noch immer nicht bei allen Ärzten als Auslöser von zum Teil massiven Beschwerden berücksichtigt wird.

Zudem kann die Endometriose eine große Vielzahl unterschiedlicher Symptome auslösen und zum Teil sogar symptomlos sein. Und schließlich stand lange Zeit nur die invasive Maßnahme der Operation mit Eröffnung des Bauchraums als sicheres Instrument der Diagnose zur Verfügung.

Eine solche große Operation ist heute aus diagnostischen Gründen in der Regel nicht mehr erforderlich. Die Diagnosestellung kann meist nicht-invasiv oder minimalinvasil erfolgen. 

In diesem Artikel erfährst du:

  • was genau die Endometriose ist,
  • welche Symptome die Endometriose auslösen kann,
  • was minimalinvasiv bedeutet und
  • welche minimalinvasiven Methoden der Diagnostik bestehen.

Symptome der Endometriose: Erkrankung mit vielen unterschiedliche Gesichtern

Rund zehn Prozent aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter sind von Endometriose betroffen. Das sind alleine in Deutschland etwa 1,7 Millionen Frauen. Endometriose entsteht, wenn sich Zellen, ähnlich denen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Diese Ansiedelungen werden Endometrioseherde genannt. Sie können sowohl im kleinen Becken aber auch im gesamten Bauchraum und sogar in der Lunge und im Gehirn auftreten. Warum sich diese gebärmutterschleimhautähnlichen Zellen bei manchen Frauen außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, ist noch immer nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen verantwortlich ist [2].

Die Endometriose verursacht sehr unterschiedliche sowohl lokale als auch systemische Beschwerden: Zu den klassischen Symptomen zählen die zyklusabhängigen Schmerzen im Bauch, die jedoch auch in Bauch und Becken ausstrahlen können. Diese Schmerzen können jedoch auch chronisch sein, das bedeutet, dass sie zyklusunabhängig auftreten. Hinzu kommen weitere Symptome wie Blutungsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie eine reduzierte Fruchtbarkeit sowie eine allgemeine Erschöpfung.

Auch hier sind die Prozesse, die als Auslöser für einige der Symptome verantwortlich sind, noch nicht abschließend geklärt. All diese Faktoren erschweren eine schnelle Diagnosestellung ebenso wie eine Behandlung der Erkrankung.

Diagnostik: Den Ursache der Symptome auf der Spur

Eine gesicherte Diagnose der Endomeriose lässt sich bis heute nur durch eine Bauchspiegelung erzielen. Dies stellt zwar noch immer einen operativen Eingriff dar, dieser ist jedoch weit weniger belastend als das Eröffnen des Bauchraums, was in Zeiten vor der Entwicklung der minimalinvasiven Operationsmethoden erforderlich war.

Auch wenn bis heute noch keine Screening-Methode gibt, die eine exakte Diagnose zulässt, gibt es heute eine Reihe von aufeinander abgestimmten nicht-invasiven Diagnostikinstrumenten, die in der Zusammenschau eine recht gesicherte Diagnosestellung erlauben [2].

Der Begriff „invasiv“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „eindringend“. Nicht-invasiv beziehungsweise minimalinvasiv steht daher für nicht-eindringend und nur wenig eindringend. Es geht also um die Unterscheidung von diagnostischen Maßnahmen, danach, ob dabei die körperliche Unversehrtheit besteh bleibt oder nicht.

Anamnesegespräch: Das Arztgespräch [3]

Hat eine Patientin Blutungsstörungen, Unterleibsschmerzen, die unter Umständen zyklusabhängig sind, Probleme schwanger zu werden und weitere Symptome, die auf eine Endometriose hindeuten, dann ist das Anamnesegespräch der erste Schritt auf dem Weg zur Diagnose. Hierbei handelt es sich um ein ausführliches Gespräch, bei dem sowohl allgemeine Fragen gestellt werden, als auch symptomorientiere Fragen. Um Schmerzen einordnen zu können wird die so genannte Schmerzskale von null bis zehn verwendet. 

Tastuntersuchung: Gynäkologische Untersuchung [2]

Besteht nach dem Anamnesegespräch weiterhin der Verdacht auf Endometriose, so steht als weiterer Schritt eine gynäkologische Untersuchung mittels Spekula zur Verfügung. Ein Spekulum ist ein Instrument, mit dem die Scheide leicht aufgespreizt werden kann, um das hintere Scheidengewölbe abtasten zu können. Teilweise wird zudem eine rektale Palpation, also ein Abtasten durch den Anus, durchgeführt. Hier ist die Studienlage nicht eindeutig, ob dies einen Vorteil bringt. Laut Leitlinienprogramm kann dies jedoch zu einer Vermeidung einer diagnostischen Operation (Bauchspiegelung) beitragen.

Ultraschall: vaginale und rektale Sonographie sowie Nierensonographie [2, 3]

Als weiteres nicht-invasives Diagnostikinstrument steht der Ultraschall zur Verfügung. In erster Linie geht es hier um den so genannten transvaginalen Ultraschall, bei dem die Ultraschallsonde in die Scheide eingeführt wird. In der Regel wird die Untersuchung mit voller Blase durchgeführt. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung durch den Anus durchgeführt werden. Dies erfolgt in der Regel zur Vorbereitung einer Operation. Eine Ultraschalluntersuchung der Niere erfolgt über die Bauchdecke.

MRT: Magnetresonanztomografie beziehungsweise Computertomografie

Bei der Magnetresonanztomografie, auch als Computertomografie bekannt, handelt es sich wie auch bei der Sonografie um ein bildgebendes Verfahren.

Da das MRT nur in radiologischen Praxen oder Krankenhäusern durchgeführt werden kann, kommt diese Untersuchung nur dann in Betracht, wenn der Ultraschall keine ausreichenden Ergebnisse gebracht hat. Mittels MRT lassen sich der Verdacht auf eine tief-infiltrierende Endometriose sowie Endometrioseherde in der Blase abklären [2, 3].

Blutuntersuchung: Blutabnahme statt Bauchspiegelung

Bereits vor einigen Jahren wurde diskutiert, ob bestimmte Tumormarker, wie CA125, im Blut einen Nachweis für das Vorliegen einer Endometriose liefern können [2]. Diese Vermutung konnte jedoch nicht bestätigt werden. Vor ein paar Jahren wurden im Rahmen einer Metastudie [9] 141Studien analysiert, um potentielle Blutmarker zu identifizieren, über die die Diagnose Endometriose gestellt werden können. Allerdings konnte über keine der Studien ein Blutmarker gefunden werden, der in der Praxis eine Diagnosestellung durch Endoskopie ersetzen könnte. Die Macher der Studie weisen darauf hin, dass einige der Blutmarker im Rahmen von weiteren Studien vertiefend erforscht werden sollten.

Ein neueres Forschungsprojekt mit dem Namen MOMENDO könnte jedoch die Basis für eine Diagnose der Endometriose über eine einfache Blutabnahme eröffnen [4]. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes stellt sich heraus, dass das invasive Wachstum der Endometriosezellen über kleine Regulationsmoleküle gesteuert wird. Diese Regulationsmoleküle werden microRNAs genannt. An der Uni Münster wurde 2017 eine Studie gestartet, wie diese microRNAs als Krankheitsmarker für Endometriose eingesetzt werden können. [5, 6] Noch handelt es sich um eine Methode, die sich in der Erforschungsphase befindet. Sollte diese jedoch bei Patientinnen zum Einsatz kommen können, so wären Bauchspiegelungen zur Diagnosestellung einer Endometriose nicht mehr notwendig.

Fragebogen: Systematische Anamneseerfassung

Um eine Endometriose diagnostizieren zu können, werden auch Fragebögen eingesetzt [7]. Über diese werden grundsätzlich die Themen abgefragt, die auch im Anamnesegespräch erfragt werden sollten. Allerdings sorgt die Verwendung von Fragebögen den Vorteil, dass keine Aspekte vergessen werden. Zudem werden diese Fragebögen, wie der der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, als Basis für weitergehende Forschungen eingesetzt. Zudem tragen Fragebögen dazu bei, dass unterschiedliche Diagnostikmaßnahmen besser aufeinander abgestimmt werden, was zu einer schnelleren Diagnosestellung beitragen kann [8].

Übrigens ist es Endo-App möglich, seine eigene Anamnese zu erstellen: Hier werden ausführliche Angaben zum Zyklus, Endometriose Symptome, Therapie, Gynäkologie und anderen Vorerkrankungen abgefragt.

Dies hat den Vorteil, dass du bei einem Arztbesuch oder vor einer Operation alle wichtigen Daten zu deiner Erkrankung – wie deine Symptome, hormonelle Therapien und Operationen, Schwangerschaft und Kinderwunschbehandlungen sowie Kontaktdaten von Haus- und Frauenarzt – mit nur wenigen Klicks zur Hand hast.

Laparoskopie: Bauchspiegelung mit und ohne Gewebeentnahme

Dis bislang einzig sichere Möglichkeit, die Verdachtsdiagnose der Endometriose zu bestätigen oder auszuräumen, ist die Laparoskopie [3]. Anders als bei einer herkömmlichen Bauchoperation, bei der der Bauchraum mit einem großen Schnitt eröffnet wird, handelt es sich bei der Laparoskopie um eine so genannte Schlüsselloch-Operation. Diese erfolgt unter Narkose, ist jedoch für die Patientin weniger belastend als eine klassische Bauchoperation. Hierbei werden zwischen einem und drei kleinen Schnitten von zirka einem Zentimeter im Bereich von Nabel und/oder Leisten gesetzt, durch die Endoskope in den Bauchraum eingeführt erden. So können die Organe im Bauchraum über eine Kamera im Endoskop betrachtet und sogar Proben entnommen werden, die dann später untersucht werden können. Diese diagnostische Maßnahme zählt zwar zu den minimalinvasiven Diagnoseinstrumenten, ist jedoch weit invasiver als die zuvor dargestellten.

Zusammenfassung:

Die Diagnosestellung der Endometriose verläuft in mehreren Schritten. Sie reichen von nicht-invasiv bis minimalinvasiv. Sie umfassen in der Regel:

  • Anamnesegespräch
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall und MRT/CT
  • Fragebogen
  • Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung gilt laut Leitlinienprogramm als Goldstandard in der Diagnostik der Endometriose. Neue Forschungsansätze gehen dahin, dass Endometriose über eine Blutuntersuchung festgestellt werden kann.

Referenzen

Welche Methode(n) zur Diagnose wurden bei dir angewandt?

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Cannabinoide bei Endometriose

Cannabinoide sind in aller Munde. Extrahiert aus der Hanfpflanze werden sie mit verschiedenen Eigenschaften in Verbindung gebracht. So sollen sie Krämpfe mildern, Entzündungen lindern, Schmerzen dämpfen und beruhigend wirken. Die Effekte, die die pflanzlichen Auszüge versprechen, werden auf die Interaktion mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System zurückgeführt.

Ich möchte mit Dir heute erforschen, wie dieses komplexe System funktioniert und wie es von außen angesprochen werden kann.

Zudem verrate ich Dir, wie der Körper selbst schmerzstillende Substanzen, sogenannte Endocannabinoide, herstellt.

Was ist das Endocannabinoid-System?

Bereits im Jahr 1992 kamen Forscher des National Institute of Mental Health dem Endocannabinoid-System (ECS) auf die Spur [1]. In den weiteren Jahren und Jahrzehnten wurden wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt, um verstehen zu können, was es mit dem komplexen System auf sich hat.

Folgendes wissen wir bereits über das Endocannabinoid-System:

  • jeder Mensch besitzt das System, ebenso viele Tiere
  • das System greift auf zwei Rezeptoren im Körper zurück (CB1 und CB2)[2]
  • körpereigene Substanzen und solche, die von außen zugeführt werden können, interagieren mit dem ECS [1].
  • das Endocannabinoid-System nimmt Einfluss auf das zentrale Nervensystem und das Immunsystem [3].

So gelingt die Aktivierung des Endocannabinoid-Systems

Das faszinierende Endocannabinoid-System ist auf zwei verschiedene Rezeptortypen angewiesen, denn nur so kann es aktiviert werden. Wenn Du so willst, sind diese Rezeptoren das Schloss. Ganz konkret reden wir hier von CB1 und CB2. Sie sind im ganzen Körper verteilt, wobei der jeweilige Rezeptortyp durchaus seine Vorlieben hat. CB1-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich im Gehirn und im zentralen Nervensystem [4].

Sie ermöglichen die psychoaktiven Effekte, wenn Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC) konsumiert werden – dann stellt sich das berühmte „High-Gefühl“ ein. Die CB2-Rezeptoren hingegen sind weniger stark verbreitet und lassen sich in Immunzellen sowie ausgewählten Neuronen nachweisen [4].

Die Forschung zu den Vorkommen der Rezeptoren ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen, auch einige weitere Geweben können an der Wirkung über Rezeptoren beteiligt sein.

Bislang haben wir aber nur das Schloss. Den Schlüssel stellen die Cannabinoide dar. Dabei handelt es sich um chemische Botenstoffe, die dem Körper von außen zugeführt werden können. Dein Organismus ist aber auch selbst in der Lage, sie herzustellen. Forscher unterscheiden hier die endogene von der exogenen Form.

Gut zu wissen!

Bestimmt interessierst Du Dich dafür, welche Aufgaben das Endocannabinoid-System in Deinem Körper übernimmt. Noch gilt es viele Geheimnisse rund um das ECS zu lüften. Forscher gehen jedoch davon aus, dass es Einfluss auf Verdauung, Stoffwechsel, Schlaf, Appetit, Stimmung und Erinnerung nehmen kann. Selbst Entzündungen, Schmerzen und die Immunfunktion könnten in Verbindung mit dem einzigartigen System stehen [1]. Deshalb wird intensiv geforscht, wie Cannabinoide Patienten helfen können.


Gut zu wissen!

Wirklich interessant ist, dass Du Dein Endocannabinoid-System mit einem gesunden Lebensstil in Maßen positiv beeinflussen kannst. Forscher fanden heraus, dass eine gesunde Ernährung mit einem ausgeglichenen Omega-3 zu Omega-6-Verhältnis, wöchentliche Übungen und Meditationstherapie das System beeindrucken können [5].

Endogene Cannabinoide

Cannabinoide aktivieren das Endocannabinoid-System und können so die wünschenswerten Effekte hervorrufen. Das gelingt beispielsweise mit Cannabinoiden, die Dein Körper selbst bereitstellt. Sie sollen sich ganz konkret auf Deine Stimmung, Deinen Appetit, Deinen Schlaf und vieles mehr auswirken. Diese sogenannten Endocannabinoide stellt Dein Organismus innerhalb der Körperfettsäuren her [1].

Intensiv erforscht wurden bislang folgende Endocannabinoide:

  • Anandamid: Die Substanz hat Berühmtheit erlangt, da sie als erstes Endocannabinoid entdeckt wurde [1]. Sie wirkt schmerzlindernd und appetitanregend. Interessant ist, dass sie ähnlich wie der berauschende Wirkstoff aus der Hanfpflanze, Tetrahydrocannabinol, wirkt [6]. Anandamid spricht das Belohnungssystem an, was Freude hervorrufen kann [1]. Das Endocannabinoid-System bestimmt, wann Anandamid produziert wird. Es gibt beispielsweise Hinweise, dass nach körperlicher Aktivität und Sport vermehrt Endocannabinoide ausgeschüttet werden und dies bei der schmerzlindernden Wirkung von Bewegung eine Rolle spielt [7].
  • 2-Arachidonylglycerol (2-AG): Der Zungenbrecher aktiviert sowohl CB1- als auch CB2-Rezeptoren [1]. 2-AG soll entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken sowie das Knochenwachstum stimulieren [8].

Dein Körper bildet Endocannabinoide praktisch auf Zuruf. Nur dann, wenn sie wirklich benötigt werden, stellt er sie zur Verfügung. Dein Körper stößt die Produktion von Anandamid im Gewebe und in den Zellmembranen an. Forscher haben sich auch mit weiteren Endocannabinoiden beschäftigt. So steht fest, dass Anandamid und 2-Arachidonylglycerol (2-AG) nicht die einzigen Endocannabinoide sind. Allerdings gibt es bei diesen Substanzen noch deutlich mehr Forschungsbedarf [1].

Exogene Cannabinoide

Exogene Cannabinoide werden als Phytocannabinoide (Cannabinoide aus Pflanzen) bezeichnet. Auch sie sprechen das Endocannabinoid-System an [9]. Zu den bekanntesten Cannabinoiden zählen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Beide werden aus der Hanfpflanze extrahiert und können Wirkungen im Körper hervorrufen.

Sie unterscheiden sich dadurch, dass THC berauschende Effekte auslöst, CBD jedoch nicht. Aus diesem Grund wird auch Cannabidiol intensiv erforscht. Mittlerweile gibt es viele Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die Cannabidiol zur Verfügung stellen. Hier ist allerdings wichtig, dass höchstens ein THC-Gehalt von 0,2 % enthalten ist. Das stellt sicher, dass von dem Präparat keine berauschenden Wirkungen ausgehen. Der Erwerb und der Konsum von CBD Vollspektrum Produkten sind unter diesen Voraussetzungen in Deutschland legal [10].

Cannabinoide und Endometriose: Studienlage

Die Wissenschaft hat sich in einer interessanten Studie damit beschäftigt, wie die Endocannabinoide, die Dein Körper selbst herstellt, mit Endometriose in Zusammenhang stehen.

Forscher nehmen an, dass die Substanzen einen schmerzsteuernden Effekt ausüben können. In Bezug auf die Steuerungsmechanismen des Schmerzes und Endometriose gibt es noch Forschungsbedarf. Einen wichtigen Beitrag konnte die wissenschaftliche Untersuchung liefern, indem sie das Endocannabinoid 2-AG (2-Arachidonoylglycerol) näher unter die Lupe genommen hat. Normalerweise wird davon ausgegangen, dass die Substanz an ausgewählte Rezeptoren, die sich an der Nervenzellmembran befinden, anknüpft und so das Schmerzempfinden beeinflusst. Nach dieser Theorie lassen sich Schmerzen dämpfen, wenn eine hohe Konzentration von 2-AG vorliegt [11]. In der entsprechenden Studie kam es jedoch anders [12].

Endocannabinoide und Endometrioseschmerzen

Das Endocannabinoidsystem ist komplex und die Rolle bei Endometriose noch nicht ganz verstanden. Allerdings scheint es Zusammenhänge zu geben, die hoffentlich in den nächsten Jahren weiter untersucht werden.

Anstatt die Konzentration von Endocannabinoiden im Blut zu messen, haben die Studienleiter die Menge direkt in der Bauchhöhle bestimmt. Zudem wurden gemeinsam mit den Endometriose-Patientinnen Schmerzprotokolle geführt. Dadurch konnte die Untersuchung eine eindeutige Verbindung zwischen ausgeprägten Schmerzen im Unterleib und einer großen Konzentration von Endocannabinoiden belegen. Das ist aber noch nicht alles. Auch die Entzündung des Gewebes, die natürlicherweise bei der Erkrankung vorliegt, wurde beurteilt. Hierfür wurden Entzündungsmarker herangezogen. Bei denjenigen Betroffenen, die besonders ausgeprägte Schmerzen hatten, zeigten sich auch die Entzündungsmarker signifikant erhöht. Die Forscher fassten die elementaren Studienergebnisse insofern zusammen, dass sie davon ausgehen, dass die Endocannabinoide spezifische Immunsystem-Zellen ankurbeln.

Genau dieser Vorgang kann die Schmerzen auslösen, die durch das Entzündungsgeschehen bedingt sind. Demnach sollen Endocannabinoide ein zweigleisiges Schwert sein. Zum einen können sie scheinbar Schmerzen reduzieren, allerdings regen sie auch das Immunsystem an und können daher Schmerzen fördern [10]. Wie die kausalen Zusammenhänge sind, ist allerdings noch nicht erforscht. Das System ist komplex und von vielen verschiedenen Faktoren und Molekülen abhängig. Ein besseres Verständnis der komplexen Zusammenhänge könnte eines Tages dabei helfen, Endometriose nicht nur optimaler zu diagnostizieren, sondern auch einfacher zu behandeln.

Wie können THC und CBD bei Endometriose helfen?

Das Endocannabinoid-System ist an der Funktion und der Fehlfunktion der Gebärmutter beteiligt. In einem Versuch an Ratten konnte herausgefunden werden, dass der tierische Körper Nervenfaser-Äste herausbildet, um die Endometrioseherde zu versorgen. Genau an dieser Stelle können sich CB1-Rezeptoren befinden [11]. Diese Erkenntnisse legen den Schluss nahe, dass das Endocannabinoid-System sowohl bei der Anbindung ans Nervensystem von den unerwünschten Wucherungen als auch bei der Entstehung von Endometriose-Schmerzen eine Rolle spielen. Bereits in der Vergangenheit wurden exogene Cannabinoide eingesetzt, um Endometriose-Schmerzen zu lindern [13].

Einschlägige Studien an Patientinnen fehlen jedoch. Einige Wissenschaftler sind jedoch der Ansicht, dass das Endocannabinoid-System ein vielversprechender Ansatz bei der Behandlung von Endometriose-Schmerzen ist [14]. Das komplexe System kann, wie bereits erwähnt, von außen mit Cannabinoiden angesprochen werden. Grundsätzlich kommen dafür THC und CBD infrage.

THC bei Endometriose

In einer Online-Umfrage wurden Endometriose-Patientinnen, im Alter zwischen 18 und 45 Jahren befragt. Insgesamt 484 Antworten erhielten die Forscher. 76 % der Betroffenen haben sich in den vergangenen 6 Monaten eigenmächtig darum gekümmert, ihre Endometriose-Symptome zu bekämpfen.

Cannabis gehörte bei 13 % der Frauen zu den selbst gewählten Strategien. Dabei kam heraus, dass sie damit deutlich weniger Schmerzen hatten. Zudem berichteten sie davon, dass sie besser schlafen konnten und Übelkeit sowie Erbrechen gelindert wurden.

Allerdings müssen bei der Einnahme von Tetrahydrocannabinol auch unerwünschte Begleiterscheinungen wie Müdigkeit oder mangelnde Konzentrationsfähigkeit bzw. generelle Folgen abgewägt werden. Da THC berauschend wirkt, kann die Fähigkeit Maschinen zu bedienen oder am Straßenverkehr teilzunehmen, eingeschränkt sein [15].

CBD bei Endometriose

In der Vergangenheit wurde in einigen Studien gezeigt, dass Cannabidiol schmerzlindernd, entzündungshemmend, angstlösend und beruhigend wirken kann [16, 17, 18, 19]. Daher könnten die Extrakte auch für Endometriose-Patientinnen interessant sein. Auch hier fehlt es jedoch an Studien, die eine klare Handlungsempfehlung für Betroffene zulässt. Dir bleibt aber die Möglichkeit, CBD Öl anzuwenden und selbst zu entdecken, ob sich die Beschwerden bessern.

Cannabinoide bei Endometriose: Rechtliche Lage

Seit 2017 haben Ärzte hierzulande die Möglichkeit, Cannabis zu verschreiben. Dafür kommen getrocknete Cannabisblüten oder Cannabisextrakte infrage. Zudem gibt es Fertigarzneimittel, die mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon auftrumpfen. Dabei handelt es sich um teil- oder vollsynthetische Wirkstoffvarianten. Damit Du ein Rezept für Cannabis erhältst, muss jedoch eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein [20].

  1. Eine Versorgungsform, die anerkannt und medizinisch üblich ist, gibt es nicht.
  2. Dein Mediziner hat die Nebenwirkungen beurteilt und hält die Standardtherapie in Deinem Fall nicht für möglich.
  3. Es besteht eine nachvollziehbare Annahme, dass die verordneten Cannabinoide Deinen Krankheitsverlauf oder Deine Symptome positiv beeinflussen.

Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol ist Cannabidiol frei erhältlich und darf legal konsumiert werden, wenn der THC-Anteil 0,2 % nicht übersteigt und es sich um ein Vollspektrumöl handelt, der Gehalt an CBD im Öl also dem der Pflanze entspricht [8].

So kannst Du CBD im Alltag anwenden

THC einfach im Laden um die Ecke kaufen, das geht nicht. Mit Cannabidiol ist das jedoch möglich. In der Apotheke oder Online gibt es mittlerweile eine große Auswahl. Du wirst bemerken, dass sich die CBD Öl-Produkte dadurch unterscheiden, dass sie mit verschiedenen Prozentangaben versehen sind.

Generell gilt: Je mehr Prozent, desto weniger Tropfen brauchst Du, um eine potentielle Wirkung zu erreichen. Apropos Wirkung: Das was Du freikaufen kannst, ist kein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel. Aus diesem Grund dürfen keine Wirk- oder Heilversprechen gemacht werden. Die Entscheidung liegt bei Dir, ob Du Cannabidiol eine Chance geben möchtest.

Folgende Darreichungsformen stehen zur Verfügung:

  • CBD Öl
  • CBD Kapseln
  • CBD Tabletten
  • CBD Vape-Konzentrate
  • CBD Tinkturen
  • CBD Lebensmittel
  • CBD Tee
  • CBD Cremes
  • CBD Globuli

Aufgrund der enthaltenen Wirkstoffmenge und der einfachen Anwendung entscheiden sich viele Menschen für CBD Öl. Die Anwendung ist ganz einfach. Hierfür träufelst Du einige Tropfen unter die Zunge, wartest einige Minuten ab und schluckst die Produktreste herunter. Die Mundschleimhaut soll die pflanzlichen Auszüge aufnehmen.

Hinweis: Wenn Du Dich für ein CBD Produkt entscheidest, kaufst Du ein Präparat, dass zum Verzehr geeignet ist. Nicht selten werden entsprechende Öle als Kosmetik bezeichnet, um vorgeschriebenen Kontrollen für Lebensmittel zu entgehen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Du ein Produkt erhältst, was den legalen Vorgaben nicht entspricht, weil es zum Beispiel einen zu hohen Gehalt an THC aufweist.

Gut zu wissen!

Cannabidiol wird allgemein gut vertragen und bietet laut World Health Organization (WHO) kein Missbrauchspotenzial [21]. Lediglich Mundtrockenheit, Benommenheit oder Schwindel können auftreten. In dem Fall ist es sinnvoll, die Dosierung ein wenig herunterzufahren.

CBD kann körpereigene Enzyme beeinflussen, weshalb sich Medikamente stärker oder schwächer bemerkbar machen können. Das wurde insbesondere bei Säurehemmern, Gerinnungshemmern, Schmerzmitteln und Neuroleptika beobachtet.

Spreche daher, bevor Du CBD Öl anwendest, mit Deinem Arzt darüber!

Referenzen

  1. Medical Cannabis Verein Schweiz (medcan.ch): Medizin – Endocannabinoid-System
  2. Pertwee RG. Pharmacology of cannabinoid CB1 and CB2 receptors. Pharmacol Ther. 1997;74(2):129-80. doi: 10.1016/s0163-7258(97)82001-3. PMID: 9336020.
  3. Joshi N, Onaivi ES. Endocannabinoid System Components: Overview and Tissue Distribution. Adv Exp Med Biol. 2019;1162:1-12. doi: 10.1007/978-3-030-21737-2_1. PMID: 31332731.
  4. Mackie K. Cannabinoid receptors: where they are and what they do. J Neuroendocrinol. 2008 May;20 Suppl 1:10-4. doi: 10.1111/j.1365-2826.2008.01671.x. PMID: 18426493.
  5. de Melo Reis RA, Isaac AR, Freitas HR, de Almeida MM, Schuck PF, Ferreira GC, Andrade-da-Costa BLDS, Trevenzoli IH. Quality of Life and a Surveillant Endocannabinoid System. Front Neurosci. 2021 Oct 28;15:747229. doi: 10.3389/fnins.2021.747229. PMID: 34776851; PMCID: PMC8581450.
  6. McFarland MJ, Barker EL. Anandamide transport. Pharmacol Ther. 2004 Nov;104(2):117-35. doi: 10.1016/j.pharmthera.2004.07.008. PMID: 15518883.
  7. Desai S, Borg B, Cuttler C, Crombie KM, Rabinak CA, Hill MN, Marusak HA. A Systematic Review and Meta-Analysis on the Effects of Exercise on the Endocannabinoid System. Cannabis Cannabinoid Res. 2021 Dec 3. doi: 10.1089/can.2021.0113. Epub ahead of print. PMID: 34870469.
  8. Tam J, Trembovler V, Di Marzo V, Petrosino S, Leo G, Alexandrovich A, Regev E, Casap N, Shteyer A, Ledent C, Karsak M, Zimmer A, Mechoulam R, Yirmiya R, Shohami E, Bab I. The cannabinoid CB1 receptor regulates bone formation by modulating adrenergic signaling. FASEB J. 2008 Jan;22(1):285-94. doi: 10.1096/fj.06-7957com. Epub 2007 Aug 17. PMID: 17704191.
  9. Di Marzo V, Piscitelli F. The Endocannabinoid System and its Modulation by Phytocannabinoids. Neurotherapeutics. 2015 Oct;12(4):692-8. doi: 10.1007/s13311-015-0374-6. PMID: 26271952; PMCID: PMC4604172.
  10. BfArM: FAQ – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
  11. Idw- Informationsdienst Wissenschaft: Endometriose: Schmerzregulierung durch körpereigene Cannabinoide
  12. Andrieu T, Chicca A, Pellegata D, Bersinger NA, Imboden S, Nirgianakis K, Gertsch J, Mueller MD. Association of endocannabinoids with pain in endometriosis. Pain. 2021 Jul 27. doi: 10.1097/j.pain.0000000000002333. Epub ahead of print. PMID: 34001768.
  13. Dmitrieva N, Nagabukuro H, Resuehr D, Zhang G, McAllister SL, McGinty KA, Mackie K, Berkley KJ. Endocannabinoid involvement in endometriosis. Pain. 2010 Dec;151(3):703-710. doi: 10.1016/j.pain.2010.08.037. Epub 2010 Sep 15. PMID: 20833475; PMCID: PMC2972363.
  14. Bouaziz J, Bar On A, Seidman DS, Soriano D. The Clinical Significance of Endocannabinoids in Endometriosis Pain Management. Cannabis Cannabinoid Res. 2017 Apr 1;2(1):72-80. doi: 10.1089/can.2016.0035. PMID: 28861506; PMCID: PMC5436335.
  15. Sinclair J, Smith CA, Abbott J, Chalmers KJ, Pate DW, Armour M. Cannabis Use, a Self-Management Strategy Among Australian Women With Endometriosis: Results From a National Online Survey. J Obstet Gynaecol Can. 2020 Mar;42(3):256-261. doi: 10.1016/j.jogc.2019.08.033. Epub 2019 Nov 10. PMID: 31722852.
  16. Hammell DC, Zhang LP, Ma F, Abshire SM, McIlwrath SL, Stinchcomb AL, Westlund KN. Transdermal cannabidiol reduces inflammation and pain-related behaviours in a rat model of arthritis. Eur J Pain. 2016 Jul;20(6):936-48. doi: 10.1002/ejp.818. Epub 2015 Oct 30. PMID: 26517407; PMCID: PMC4851925.
  17. Cuñetti L, Manzo L, Peyraube R, Arnaiz J, Curi L, Orihuela S. Chronic Pain Treatment With Cannabidiol in Kidney Transplant Patients in Uruguay. Transplant Proc. 2018 Mar;50(2):461-464. doi: 10.1016/j.transproceed.2017.12.042. PMID: 29579828.
  18. Blessing EM, Steenkamp MM, Manzanares J, Marmar CR. Cannabidiol as a Potential Treatment for Anxiety Disorders. Neurotherapeutics. 2015 Oct;12(4):825-36. doi: 10.1007/s13311-015-0387-1. PMID: 26341731; PMCID: PMC4604171.
  19. Shannon S, Lewis N, Lee H, Hughes S. Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. Perm J. 2019;23:18-041. doi: 10.7812/TPP/18-041. PMID: 30624194; PMCID: PMC6326553.
  20. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Cannabis verordnen
  21. WHO: CANNABIDIOL (CBD)
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Der Begriff Zyste wird auf das griechische Wort für „Blase“ (kystis) zurückgeführt. Wenn sich eine Zyste in Deinem Körper bildet, trennt sie sich durch einen Hohlraum im Gewebe ab. Diesen Hohlraum nennen Mediziner auch Kapsel. Wie die Kapsel genau aussieht, ist ganz unterschiedlich. So kann eine Zyste nur wenige Millimeter oder auch mehrere Zentimeter groß sein – manchmal enthält sie sogar mehrere Kammern [1]. Ich verrate Dir heute, welche Arten von Zysten bei Frauen auftreten und warum eine besondere Form – die Schokoladenzyste – bei Endometriose eine große Rolle spielt.

5 Zystenarten im Überblick

Zysten treten sehr vielfältig in Erscheinung und unterliegen zahlreichen Einflussfaktoren. Manche Zysten sind angeboren, andere bilden sich durch die Einwirkung von Hormonen oder durch Krankheitsgeschehen. Mit verschiedenen Begrifflichkeiten grenzen Mediziner die Zysten voneinander ab. Das ist wichtig, um zeitnah eine entsprechende Diagnose zu stellen und um eine geeignete Therapie einzuleiten. An dieser Stelle möchte ich Dir fünf Zystenarten vorstellen.

1.    Angeborene Zysten

Es gibt Zysten, die bereits ab der Geburt bestehen. Dazu zählen Dermoidzysten, auch als Teratom bezeichnet. Diese Zysten entstehen aus Keimzellen, weshalb Mediziner sie zu den Keimzelltumoren zählen. Besonders interessant ist, dass die Dermoidzysten Knochen, Haare und sogar Zähne enthalten können [2]. Aus diesem Grund werden sie fälschlicherweise häufig als „Verlorener Zwilling“ bezeichnet. Dermoidzysten sind aber keine unreifen Nachkommen, sondern eine Fehlentwicklung von eigenem embryonalem Gewebe. Das bedeutet, sie enthalten lediglich das Ausgangsmaterial für Gewebe- und Zellformen, weil sie sich aus sehr ursprünglichen Zellen des Embryos entwickeln. Dermoidzysten werden per Bauchspiegelung (laparoskopisch) entfernt. Übrigens: Diese Form der Zysten kann auch im Laufe Deines Lebens auftreten und ist somit nicht ausschließlich angeboren. Eine erworbene Dermoidzyste entwickelt sich auf Basis eines gutartigen Tumors, der mit Hautzellen und Talgdrüsen ausgestattet ist. Kann der im Inneren gebildete Talg nicht abfließen, entwickelt sich eine Zyste [3].

Gut zu wissen!

Vor allem bei jüngeren Frauen treten Keimzelltumore auf [2]. Lass Dich von dem Begriff „Tumor“ aber nicht direkt verunsichern. In den meisten Fällen sind Dermoidzysten gutartig.

2.    Funktionelle Zysten

Die häufigste Veränderung, die Gynäkologen an den Eierstöcken beobachten, sind funktionelle Zysten. Das heißt es bilden sich Zysten aus Strukturen mit Hohlräumen, die eigentlich einen ganz normalen Sinn im Körper haben. Sie werden wesentlich von Hormonen beeinflusst. In Zeiten, in denen Dein Körper größeren Hormonschwankungen unterliegt, steigt deshalb das Risiko für die Entstehung funktioneller Zysten. In der Pubertät und während der Wechseljahre werden sie also häufiger beobachtet [4].

Folgende funktionelle Zysten treten am häufigsten auf:

  • Follikelzyste: Mediziner nennen diese Zystenart auch Bläschenzyste. In dem Fall füllt sich der Follikel (Hülle in der die Eizellen heranreifen) mit Flüssigkeit und wächst so zu einer Zyste heran. Das kann beispielsweise passieren, wenn Dein Eisprung nicht erfolgt ist [4]. Eine Follikelzyste kann lange unbemerkt bleiben, sich häufig selbst wieder zurückbilden und manchmal treten Unterbauchschmerzen auf.
  • Corpus-Luteum-Zyste: Diese Zyste kennst Du wahrscheinlich eher unter dem Namen Gelbkörperzyste. Sie bildet sich heraus, wenn Blut in den Gelbkörper gelangt. Zur Erklärung: Der Gelbkörper entsteht immer nach Deinem Eisprung aus dem Follikel. Es ist also die übriggebliebene Hülle der Eizelle nach dem Eisprung. Der Gelbkörper bereitet Deinen Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor, indem er die Sexualhormone Östrogen und Progesteron bildet [4]. Wenn Du eine Gelbkörperzyste hast, bemerkst Du das womöglich an Schmerzen im Unterleib oder einer ausbleibenden Menstruation.
  • Luteinzyste: Diese Zystenart kann gleichzeitig an beiden Eierstöcken auftreten und verursacht ausgeprägte Regelbeschwerden und Zwischenblutungen. Die Luteinzyste wird häufig auf eine Hormontherapie, die aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches erfolgt, zurückgeführt [5].

Welche Hormone haben Einfluss auf funktionelle Zysten?

Dein Körper ist jeden Tag zahlreichen Substanzen ausgesetzt. Viele Stoffe davon produziert Dein Organismus selbst. Sexualhormone setzen sich beispielsweise dafür ein, dass Dein Zyklus normal abläuft und Du fruchtbar bist. Unter gewissen Umständen können sie jedoch auch unerwünschte Entwicklungen unterstützen. So fördern und unterhalten verschiedene Hormone funktionelle Zysten in Deinem Körper. Doch welche sind das genau? Zunächst wären da die Ovarialhormone. Also solche, die Deine Eierstöcke selbst herstellen. Dazu zählen vor allem Östrogen und Gestagene, ebenfalls als Gelbkörperhormone bezeichnet [6]. Eine nicht unwesentliche Rolle spielen auch die sogenannten Gonadotropine wie das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH), die beide von Deiner Hirnanhangsdrüse gebildet werden. Während FSH die Ausreifung Deiner Follikel (mit Zellen eingehüllte Eizelle) und die Bildung von Östrogen im Follikel vorantreibt, löst LH den Eisprung aus [7].

Funktionelle Zysten: diese Risikofaktoren gibt es

Da Hormone an der Entstehung funktioneller Zysten maßgeblich beteiligt sind, können Eingriffe in Deinen Hormonhaushalt zu Zysten führen [5].

Folgende Risikofaktoren begünstigen die Ausbildung von Zysten:

  • Kinderwunschbehandlung: Bei der Kinderwunschbehandlung setzen Mediziner Hormone ein, damit mehrere Eizellen heranreifen oder der Eisprung ausgelöst wird. Insbesondere Therapien, die auf eine gesteigerte Produktion von HCG (humanes Choriongonadotropin) abzielen, können Zysten im weiblichen Fortpflanzungssystem begünstigen [5].
  • Schwangerschaft: Hier bildet sich der Gelbkörper deutlich heraus, um diejenigen Hormone anzukurbeln, die Deine Schwangerschaft aufrechterhalten. Durch die Hochkonjunktur der Hormone sind Zysten in dieser Zeit wahrscheinlicher.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Wusstest Du, dass eine Schilddrüsenunterfunktion dazu führt, dass ein Hormon freigesetzt wird, dass die Schilddrüse stimulieren soll? Eigentlich ein cleverer Schachzug. Allerdings ähnelt dieses Hormon einem anderen, dass die Eizellenbildung in Deinen Eierstöcken ankurbelt – somit begünstigt eine Schilddrüsenunterfunktion Zysten.

Müssen funktionelle Zysten operiert werden?

Selbst wenn Du einen ganz regulären Zyklus hast, sind Zysten keine Seltenheit. Gynäkologen entdecken sie häufig während körperlicher Untersuchungen, zum Beispiel bei einem vaginalen Ultraschall [8]. Sie können über Wochen und Monate nachweisbar sein, bilden sich aber in den meisten Fällen wieder von alleine zurück. Geschieht das bei Dir nicht, wird Dein Gynäkologe die Zyste regelmäßig begutachten. Während einer Ultraschalluntersuchung kann Dein Mediziner die Größe der Zyste bestimmen und so verfolgen, wie sie sich entwickelt. Nach aktuellem Kenntnisstand führt die Einnahme der Antibabypille übrigens nicht zu einer Rückbildung der Zysten [9]. Stattdessen kannst Du mit Deinem Arzt bei langanhaltenden, intensiven Beschwerden gemeinsam überlegen, ob eine operative Entfernung der Zyste sinnvoll ist.

3.    Eingeblutete Zysten

Zysten enthalten in ihrem Hohlraum Flüssigkeit. Das kann Gewebeflüssigkeit, Eiter oder Talg sein. Zysten können jedoch auch Blut enthalten, dann werden sie als eingeblutete Zysten bezeichnet. Grundsätzlich kann jede funktionelle Zyste  einbluten. Deutlich wird das am Beispiel der Gelbkörperzyste. Hier entsteht die blutige Zyste, wenn der Follikel im Anschluss an den Eisprung blutet und sich das Blut in einem Hohlraum ansammelt.

Es kann auch durch die Volumenzunahme durch die Flüssigkeit ein Blutgefäß in der Zystenwand beschädigt werden, durch welches dann Blut in die Zyste läuft.

Davon zu unterscheiden sind die Endometriosezysten.

4.     Schokoladenzysten

Wenn bei Dir Endometriose festgestellt wurde, bist Du womöglich schon mit dem schmeichelhaften Begriff Schokoladenzyste in Berührung gekommen. Das Phänomen der Schokoladenzyste zählt zu den funktionellen Zysten. Sie werden auch als Endometriosezysten oder Endometriome bezeichnet, weil sie ausschließlich bei Endometriose auftreten. Diese Zysten enthalten altes und verdicktes Blut, das sich durch Einblutungen oder im Laufe der Menstruation ansammelt. Durch ihren Inhalt schimmern die Endometriosezysten bräunlich, weshalb sie Schokoladenzysten getauft wurden. Bis heute ist nicht vollständig klar, wie die Schokoladenzysten entstehen. Studien zeigen, dass Endometriome bei bis zu 44 % der Endometriose-Patientinnen nachgewiesen werden können. Sie stehen mit einer tief infiltrierenden Endometriose im Zusammenhang [10]. Wenn bei Dir eine Schokoladenzyste mittels Ultraschall oder Tastuntersuchung festgestellt wurde, gibt es verschiedene Behandlungsoptionen. Dabei spielt der Ausgangsbefund eine entscheidende Rolle. Besonders häufig wird die Zyste operativ entfernt, was Schmerzen lindern und die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhöhen kann [11, 12].

Gut zu wissen!

Neben einer operativen Entfernung der Schokoladenzyste ist auch eine hormonelle Behandlung denkbar. Diese löst jedoch die Zyste nicht komplett auf, sondern kann bestenfalls eine Verkleinerung erwirken [13]. Du möchtest mehr über das Thema Schokoladenzysten erfahren? Dann lies unserem Blogbeitrag Endometriosezyste: die Schokoladenzyste.

 5.    Unklare Zysten

Nicht immer sind Zysten eindeutig zu erkennen und einer Gruppe zuordbar. Ist der Grund unklar oder besteht der Verdacht, dass es sich um ein Karzinom, also um eine bösartige Entartung, handelt, wird die Zyste in einem operativen Eingriff entfernt. Verschiedene Symptome und die Ultraschalluntersuchung geben Hinweise auf einen bösartigen Befund. Die endgültige Diagnose stellt der Mediziner dann, wenn Gewebematerial in der Operation entnommen und anschließend in einem Labor überprüft wurde. Keine Sorge: Ein bösartiger Zysten-Befund ist in jungen Jahren sehr selten. Du musst bei unseren oben genannten Zysten also nicht direkt Angst haben, dass Du Krebs hast.

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS)

Das polyzystische Ovarsyndrom stellt die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter dar. Hier bilden sich im Gegensatz zu den oben genannten Zystenarten nicht einzelne Zysten, sondern viele kleine Zysten in den Eierstöcken aus. Mediziner bezeichnen sie deshalb als polyzystische Ovarien (PCO) [14]. Neben den sichtlich vergrößerten Eierstöcken kannst Du bei einem PCOS Zyklusstörungen oder erhöhte Werte männlicher Hormone (Hyperandrogenismus) aufweisen. Auch bei der Therapie unterscheidet sich die Hormonstörung von den klassischen Zystenarten. Um den Zyklus wieder auf Kurs zu bringen, empfehlen Mediziner hier eine Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung. Außerdem sind eine antiandrogene Therapie, Arzneimittel, die eine Follikelreifung begünstigen, und das Antidiabetikum Metformin vielversprechend [15]. Laut einer Studie könnte auch der Einsatz kombinierter Kontrazeptiva sinnvoll sein. Hier konnten 36 Patientinnen mit PCOS mit 20 μg Ethinylestradiol /3 mg Drospirenon über mindestens ein Jahr hinweg, ihre Follikelanzahl deutlich reduzieren (um 40,3 %) [16].

Wichtig: Wenn bei Dir Endometriose und/oder eine Zyste diagnostiziert wurde, solltest Du eine hormonelle Therapie stets mit Deinem Gynäkologen absprechen.

Kurz und knapp

Zysten sind von einer Kapsel umgebene Hohlräume, die mit Flüssigkeiten oder einem breiartigen Inhalt gefüllt sind. Grundsätzlich können Zysten überall im Körper auftreten. Bei Frauen finden sie sich häufig an den Eierstöcken. Patientinnen mit Endometriose machen vor allem Bekanntschaft mit den funktionellen Zysten. Sie stehen wesentlich unter dem Einfluss von Hormonen, müssen in der Regel aber nicht behandelt werden. In dem Zusammenhang hast Du vielleicht schon einmal von den sogenannten Schokoladenzysten gehört, die ebenfalls zu den funktionellen Zysten zählen. Sie sind mit Menstruationsblut gefüllt. Klassische funktionelle Zysten bilden sich innerhalb von Wochen oder Monaten zurück. Schokoladenzysten hingegen nicht. Sie können in einem operativen Eingriff entfernt werden. Dein Arzt entscheidet ganz individuell, in Anlehnung an die Zystenart und an Deine Beschwerden, welche Therapie in Deinem Fall am sinnvollsten ist.

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Gut zu wissen!

Endometriosezysten können auf eine Bauchfellendometriose oder tief infiltrierende Endometriose hindeuten [17]. Deshalb ist es wichtig, dass Dein Arzt einige Untersuchungen (z. B. Tastuntersuchungen, Ultraschalluntersuchung) macht.

Referenzen


  1. Zyste | Gesundheitsinformation.de
  2. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.246). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  3. Eierstockzysten (Ovarialzysten) – gesund.bund.de
  4. Eierstockzysten (Ovarialzysten) | Gesundheitsinformation.de
  5. Eierstockzyste » Was sind die häufigsten Ovarialzysten? » (frauenaerzte-im-netz.de)
  6. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.245). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  7. Gonadotropine (LH) | Gesundheitsportal
  8. American College of Obstetricians and Gynecologists’ Committee on Practice Bulletins—Gynecology. Practice Bulletin No. 174: Evaluation and Management of Adnexal Masses. Obstet Gynecol. 2016 Nov;128(5):e210-e226. doi: 10.1097/AOG.0000000000001768. PMID: 27776072.
  9. Grimes DA, Jones LB, Lopez LM, Schulz KF. Oral contraceptives for functional ovarian cysts. Cochrane Database Syst Rev. 2014 Apr 29;(4):CD006134. doi: 10.1002/14651858.CD006134.pub5. PMID: 24782304.
  10. Cranney R, Condous G, Reid S. An update on the diagnosis, surgical management, and fertility outcomes for women with endometrioma. Acta Obstet Gynecol Scand. 2017 Jun;96(6):633-643. doi: 10.1111/aogs.13114. Epub 2017 Mar 11. PMID: 28186620.
  11. Pais AS, Flagothier C, Tebache L, Almeida Santos T, Nisolle M. Impact of Surgical Management of Endometrioma on AMH Levels and Pregnancy Rates: A Review of Recent Literature. J Clin Med. 2021 Jan 22;10(3):414. doi: 10.3390/jcm10030414. PMID: 33499120; PMCID: PMC7865255.
  12. Angioni, S., Scicchitano, F., Sigilli, M., Succu, A. G., Saponara, S., & D’Alterio, M. N. (2021). Impact of Endometrioma Surgery on Ovarian Reserve. In Endometriosis Pathogenesis, Clinical Impact and Management (pp. 73-81). Springer, Cham.
  13. Endometriosezyste – die Schokoladenzyste – Endometriose
  14. Polyzystisches Ovar Syndrom | Gesundheitsportal
  15. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.108). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  16. Park CH, Chun S. Influence of combined oral contraceptives on polycystic ovarian morphology-related parameters in Korean women with polycystic ovary syndrome. Obstet Gynecol Sci. 2020 Jan;63(1):80-86. doi: 10.5468/ogs.2020.63.1.80. Epub 2019 Dec 20. PMID: 31970131; PMCID: PMC6962579.
  17. Exacoustos C, Zupi E. A new era in diagnosing adenomyosis is coming. Fertil Steril. 2018 Oct;110(5):858. doi: 10.1016/j.fertnstert.2018.07.005. PMID: 30316431.

Was ist tief infiltrierende Endometriose?

Wenn sich die Endometrioseläsionen nicht nur oberflächlich auf Organen ablagern, sondern die Oberfläche überschreiten und in die Organe einwachsen, sprechen Mediziner von einer tief infiltrierenden Endometriose. Doch was bedeutet das genau und wie wird sie behandelt? Ich verrate Dir heute, wo eine tief infiltrierende Endometriose auftreten kann und warum sie für Operateure nicht selten eine sehr knifflige Aufgabe ist.

Definitionscheck: das ist eine tief infiltrierende Endometriose

Bei Deinen Recherchen bist Du mit Sicherheit schon auf die tief infiltrierende Endometriose, kurz TIE, gestoßen. Je nachdem, wo sich die Endometrioseherde befinden und wohin sie sich ausdehnen, werden verschiedene Arten unterschieden. Neben der Endometriose an den Eierstöcken (ovarielle Endometriose), an der Auskleidung des Bauchraums (peritoneale Endometriose) oder des Vorliegens von endometrialen Drüsen sowie Stromazellen innerhalb der Gebärmuttermuskulatur wird auch eine tief infiltrierende Endometriose unterschieden [1].

Dadurch ist eine tief infiltrierende Endometriose gekennzeichnet:

  • sie überschreitet die Oberfläche, häufig das Bauchfell [2]
  • sie wächst in Gewebe oder Organe ein, die sich in der Nähe befinden [2]
  • die Infiltration beträgt mindestens 0,5 cm [2]

Hier tritt eine tief infiltrierende Endometriose auf

Die tief infiltrierende Endometriose hat bevorzugte Körperregionen, an denen sie sich niederlässt. Bei Patientinnen mit folgenden Diagnosen kann eine tief infiltrierende Form vorliegen:

  • Endometriose im Darm [1]
  • Endometriose im Douglas-Raum (zwischen Mastdarm und Gebärmutter/Vagina) [1]
  • Endometriose in der Vagina [1]
  •  Endometriose an den Beckenwänden
  • Endometriose in der Blase

Tief infiltrierende Endometriose: sind die Symptome anders?

Endometriose kann sich durch Schmerzen im Unterbauch, Menstruationsstörungen, Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen und Unfruchtbarkeit bemerkbar machen. Bei Endometrioseherden, die tief in das Gewebe einwachsen, können sich aber auch ganz unterschiedliche Symptome zeigen. Ist beispielsweise der Darm betroffen, kann Durchfall bei Endometriose auftreten. Wachsen die Endometrioseläsionen in den Ischiasnerv ein, kann das weitreichende Folgen haben. Neben Sensibilitätsstörungen bspw. an den Beinen können auch Schmerzen bestehen [3]. Deshalb ist es wichtig, auch Beschwerden, die nicht eindeutig auf eine Endometriose zurückzuführen sind, nicht außer Acht zu lassen. Wende Dich auf jeden Fall an Deinen Gynäkologen, wenn bei Dir bereits eine Endometriose diagnostiziert wurde und Du zusätzlich unter untypischen Schmerzen, Sensibilitätsstörungen oder Verdauungsproblemen wie Durchfall leidest. Wenn bei Dir noch keine Endometriose festgestellt wurde, ist es hilfreich, den Gynäkologen auf die Symptome hinzuweisen. Daraus kann sich ein Beschwerdebild ergeben, das eine Diagnose vereinfacht.

Komplexer Fall? Dann sind bildgebende Verfahren gefragt

Je komplizierter der vorliegende Fall ist, desto mehr Untersuchungsverfahren bieten sich an. Eine Magnetresonanztomographie liefert beispielsweise genaue Bilder und eignet sich zur Planung einer Operation bei sehr komplexen Fällen [5].

Übrigens: Wenn sich bei Dir der Verdacht erhärtet, dass Du eine tief infiltrierende Endometriose hast oder bereits feststeht, dass Deine Eierstöcke von Endometriose betroffen sind, sollte ein Ultraschall beider Nieren durchgeführt werden [6].

Auch ein vaginaler oder rektaler Ultraschall kann sinnvoll sein. Auf diese Weise können bisher unentdeckte Knoten in Erscheinung treten. Ergänzend dazu werden im Vorfeld Tastuntersuchungen durch Vagina und Darm durchgeführt [1]. 

Dein Arzt wird Dir erklären, welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren bei Dir durchgeführt werden sollten.

Gut zu wissen!

Vor allem wenn Nerven oder empfindliche Organstrukturen beteiligt sind, profitierst Du von einem sehr erfahrenen Arzt. Erfahrene Ärzte findest du am zuverlässigsten in einem Endometriosezentrum. Als Ergänzung zur operativen Behandlung lassen sich hormonhaltige Medikamente in Erwägung ziehen. Zur alleinigen Behandlung eignen sie sich bei einer tief infiltrierenden Endometriose aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit in der Regel nicht. Operative Eingriffe hingegen können Schmerzen und die Lebensqualität erhöhen [7].

Kurz und knapp

Die tief infiltrierende Endometriose überschreitet die Oberfläche und wächst mindestens 0,5 cm in benachbarte Gewebe oder Organe ein. Dadurch kann es zu zusätzlichen Symptomen wie Verdauungsproblemen oder Nervenschmerzen kommen. Eine tief infiltrierende Endometriose kann unter anderem im Darm, in der Blase, am Ischiasnerv oder der Vagina auftreten. Bei der Diagnose helfen die sogenannte ENZIAN-Klassifikation und bildgebende Verfahren sowie Tastuntersuchungen. Häufig wird eine tief infiltrierende Endometriose operiert, um die Lebensqualität zu steigern. Dadurch, dass die Knoten tief eingewachsen sein können, ist das für den Operateur nicht selten eine knifflige Aufgabe – ein Spezialist ist hier gefragt.

Referenzen

  1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinienprogramm. Diagnostik und Therapie der Endometriose. August 2020.
  2. Koninckx PR, Martin DC. Deep endometriosis: a consequence of infiltration or retraction or possibly adenomyosis externa? Fertil Steril. 1992 Nov;58(5):924-8. doi: 10.1016/s0015-0282(16)55436-3. PMID: 1426377.
  3. Prof. Dr. med. Marc Possover: Die Endometriose des Ischias-Nervs und der Sakralwurzeln
  4. Tuttlies F, Keckstein J, Ulrich U, Possover M, Schweppe KW, Wustlich M, Buchweitz O, Greb R, Kandolf O, Mangold R, Masetti W, Neis K, Rauter G, Reeka N, Richter O, Schindler AE, Sillem M, Terruhn V, Tinneberg HR. ENZIAN-Score, eine Klassifikation der tief infiltrierenden Endometriose [ENZIAN-score, a classification of deep infiltrating endometriosis]. Zentralbl Gynakol. 2005 Oct;127(5):275-81. German. doi: 10.1055/s-2005-836904. PMID: 16195969.
  5. Medeiros LR, Rosa MI, Silva BR, Reis ME, Simon CS, Dondossola ER, da Cunha Filho JS. Accuracy of magnetic resonance in deeply infiltrating endometriosis: a systematic review and meta-analysis. Arch Gynecol Obstet. 2015 Mar;291(3):611-21. doi: 10.1007/s00404-014-3470-7. Epub 2014 Oct 7. PMID: 25288268.
  6. Palla VV, Karaolanis G, Katafigiotis I, Anastasiou I. Ureteral endometriosis: A systematic literature review. Indian J Urol. 2017 Oct-Dec;33(4):276-282. doi: 10.4103/iju.IJU_84_17. PMID: 29021650; PMCID: PMC5635667
  7. Garavaglia E, Inversetti A, Ferrari S, De Nardi P, Candiani M. Are symptoms after a colorectal segmental resection in deep endometriosis really improved? The point of view of women before and after surgery. J Psychosom Obstet Gynaecol. 2018 Dec;39(4):248-251. doi: 10.1080/0167482X.2018.1445221. Epub 2018 Mar 8. PMID: 29514537.

Adenomyose: Ursachen, Diagnostik und Therapie sowie Abgrenzung zur Endometriose

Adenomyose: Lange Zeit galt diese Erkrankung als Unterform der Endometriose. Bei der Adenomyose treten Veränderung in der Muskelschicht der Gebärmutter auf, die Schmerzen verursachen und zu Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten führen können. Ähnlich wie bei der Endometriose sind auch bei der Adenomyose die Ursachen noch nicht geklärt. Daher lässt sich der Erkrankung nicht vorbeugen.

Inzwischen gibt es jedoch mehrere Therapieansätze, sowohl medikamentöser als auch operativer Natur. Von der Adenomyose sind, anders als lange angenommen wurde, nicht nur Frauen am Ende der reproduktiven Phase oder nach der Menopause betroffen, sondern auch jüngere Frauen [1].

Definition: Was ist Adenomyose?

Bei der Adenomyose handelt es sich um eine gynäkologische Erkrankung, die lange Zeit als Unterform der Endometriose angesehen wurde. Gekennzeichnet ist die Adenomyose durch das Einwandern von gebärmutterschleimhautähnlichem Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter. Die Einwachsungen bestehen aus Drüsen sowie Stroma. Zudem kann es zu einer Vergrößerung der gesamten Gebärmutter kommen. Außerdem kann es zu Störungen in der Junktionalzone, die zwischen Gebärmuttermuskel und Gebärmutterschleimhaut liegt, kommen. Die Adenomyose kann sowohl lokal begrenzt sein wie bei Myomen oder diffus im gesamten Muskel der Gebärmutter auftreten. Schließlich gibt es eine Mischform, bei der sowohl diffuse als auch lokale Einwachsungen vorhanden sind [2, 3].

Bislang gibt es nur wenig gesicherte Zahlen, wie viele Frauen von der Adenomyose betroffen sind. Die Zahlen schwanken zwischen fünf und 70 Prozent. Der Grund für diese Ungenauigkeit hat mehrere Gründe: Die Abgrenzung der Adenomyose von der Endometriose und zum Teil auch von Myomen (gutartigen Wucherungen) ist nicht immer ganz einfach. Zudem beruhen die Zahlen zum Teil auf Ergebnissen von Untersuchungen nach einer (Teil)Entfernung der Gebärmutter. Diese erfolgt in der Regel erst zum Ende oder nach der reproduktiven Phase und nur dann, wenn Beschwerden sehr stark ausgeprägt sind [4].

Adenomyose und Endometriose
Ein Vergleich unter dem Mikroskop

Adenomyose:

Endometriose:

Symptome: Welche Beschwerden löst die Adenomyose aus?

Das Leitsymptom, das durch die Einwachsungen ausgelöst wird, sind chronische Schmerzen im Unterbauch. Hinzu kommen bei einem Teil der Betroffenen starke Schmerzen während der Regel oder beim Geschlechtsverkehr sowie Blutungsstörungen. Außerdem kommt es bei Frauen mit Adenomyose vermehrt zu einer sogenannten retrograden Menstruation. Das führt nicht nur zu einem Abbluten während der Periode in den Bauchraum, sondern auch zu einem schwereren Weg für die Eizelle, wenn die Bewegung der Eileiter den Transport in den Bauchraum anstatt in die Gebärmutter begünstigt [9]. Als Folge der Adenomyose kommt es auch aufgrund von Schleimhautveränderungen vermehrt zu Unfruchtbarkeit sowie Fehlgeburten [5].

Trotzdem können auch Frauen mit Adenomyose schwanger werden und es bleiben auch rund 30 Prozent der betroffenen Frauen nach aktuellem Stand der Forschung von Beschwerden verschont [6].

Abgrenzung: Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Endometriose und Adenomyose?

Der Name der „Endometriose“ leitet sich von „Endometrium“, dem Fachbegriff für die Gebärmutterschleimhaut ab. Es kommt zur Bildung von sogenannten Endometrioseherden, also Zellverbänden, die der Gebärmutterschleimhaut ähnlichsehen, außerhalb der Gebärmutter. Die Herde bestehen aus Drüsen, Stromazellen und glatter Muskulatur und werden von Nerven, Lymph- und Blutgefäßen versorgt [7].

Zu den häufigsten Symptomen der Endometriose zählen chronische Unterbrauchschmerzen, die sich insbesondere rund um die Regelblutung verstärken können. Auch Blutungsstörungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und ein unerfüllter Kinderwunsch zählen zu den Symptomen. Darüber hinaus können weitere Symptome auftreten. Doch die Leitsymptome sind nahezu identisch mit denen, die durch eine Adenomyose ausgelöst werden.

Aufgrund der nahezu identischen Symptome und unzureichender diagnostischer Mittel wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass es sich bei der Adenomyose um eine Unterform der Endometriose handelt. Es wurde ja nach Lokalisation der Erkrankung folgende Unterscheidung gewählt:

  • Lokalisation in der Gebärmutter auf, so handelt es sich um eine Endometriosis genitalis interna, die auch als Adenomyose bezeichnet wurde.
  • Lokalisation außerhalb der Gebärmutter, so wird von einer Endometriosis genitalis externa gesprochen.
  • Lokalisation außerhalb des kleinen Beckens, dann handelt es sich um eine Endometriosis extragenitalis.

Auch, wenn es Gemeinsamkeiten zwischen beiden Erkrankungen gibt, so lassen sich doch heute so viele Unterschiede nachweisen. Bei diesen Unterschieden handelt es sich insbesondere um solche auf molekularer und epigenetischer Ebene. Und auch bei den Risikofaktoren, die die Entwicklung der beiden Erkrankungen begünstigen können, gibt es Unterschiede. Daher gilt die Adenomyose heute nicht mehr als Unterform der Endometriose. Die Bezeichnung Endometriosis genitalis interna wurde daher aufgegeben, findet sich aber trotzdem noch in manchen Büchern oder Artikeln [8].

Allerdings ist inzwischen bekannt, dass bis zu 22 Prozent der betroffenen Frauen, sowohl an einer Endometriose als auch an Adenomyose leiden. Inwiefern die beiden Erkrankungen sich gegenseitig begünstigen oder auslösen oder gemeinsame Ursachen haben, ist noch nicht geklärt [1].

Ursachen: Wie entsteht die Adenomyose?

Was die Ursachen für die Entstehung der Adenomyose sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt mehrere Erklärungsansätze, die im Folgenden dargestellt werden. Außerdem wurden einige Risikofaktoren identifiziert, die mit dem Auftreten einer Adenomyose in Verbindung gebracht werden.

Eine Theorie besagt, dass Schleimhautzellen aus der Gebärmutter in die Muskelschicht der Gebärmutter einwandern, wenn die sogenannte Junktionalzone (Zwischenschicht zwischen Gebärmutterschleimhaut und Muskelschicht) gestört ist. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn diese durch Operationen oder Ausschabungen (nach Schwangerschaftsabbrüchen oder Fehlgeburten) verletzt ist [10].

Nach einer anderen Theorie führen entartetes Gewebe oder aber Stammzellen in der Muskelschicht der Gebärmutterwand zur Entstehung der Adenomyose [11].

Eine neuere Theorie besagt, dass durch starke Kontraktionen der Gebärmutter kleinste Risse in der Schicht zwischen Schleimhaut und Muskelschicht entstehen. Durch die Verletzung wird vermehrt Östrogen ausgeschüttet und das Einwachsen der Zellen in die Muskelschicht ermöglicht. Die Tissue-injury-and-Repar (TIAR) ist besonders bei der Adenomyose anerkannt, aber wie alle anderen Theorien noch nicht endgültig bewiesen.

Risikofaktoren, die für die Entstehung der Adenomyose verantwortlich gemacht werden, sind:

  • Operationen an der Gebärmutter
  • mehrere Schwangerschaften
  • fortgeschrittenes Alter
  • frühe erste Menstruation (mit 10 Jahren oder jünger)
  • kurze Zyklen (24 Tage oder weniger)
  • Übergewicht [12]

Diagnose: Wie lässt sich die Adenomyose feststellen?

Streng genommen lässt sich die Diagnose einer Adenomyose nur durch eine Histologie, also die Untersuchung einer Gewebeprobe, eindeutig stellen [9]. Inzwischen kommen jedoch auch andere, nicht-invasive Verfahren bei der Diagnostik zur Anwendung.

Nicht-invasive diagnostische Verfahren

  • Sonographie
    Bei der Diagnose mittels Sonographie wird zwischen dem herkömmlichen 2D-Ultraschall und dem neueren Elastrographie Ultraschall, der auch 3D-Ultraschall genannt wird, unterschieden. Beide Ultraschallverfahren werden mittels Vaginalsonde durchgeführt. Im klinischen Alltag wird in der Regel der 2D-Ultraschall genutzt. Beide Verfahren werden eingesetzt, um die Dicke bestimmter Bereiche sowie deren Struktur zu bestimmen. Mit dem 3D-Ultraschall kann zusätzlich die Elastizität von Gewebe bestimmt werden. Daher ermöglicht eine Kombination aus 2D- und 3D-Ultraschall eine bessere Beurteilung der Frage, ob es sich bei Veränderungen in der Gebärmuttermuskulatur um Adenomyose handelt [13]. Laut Leitlinienprogramm zur Diagnostik und Therapie der Endometriose (und Adenomyose) soll die Verdachtsdiagnose „Adenomyose“ zunächst mittels Ultraschall abgeklärt werden.
  • Magnetresonanztomografie
    Bei der Magnetresonanztomografie handelt es sich ebenfalls um ein bildgebendes Verfahren. Sie hat in Bezug auf Dicke und Struktur der Junktionalzone vergleichbar gute Ergebnisse wie die Sonographie. Allerdings sind die Ergebnisse besser reproduzierbar. Laut Leitlinienprogramm gilt die Magnetresonanztomografie als Zweitliniendiagnostik. Wird sie durch eine erfahrene radiologische Fachkraft durchgeführt, eignet sie sich jedoch sehr gut zur Abgrenzung von Myomen sowie vor chirurgischen Eingriffen bei Fertilitätspatientinnen (Kinderwunschpatientinnen).

Invasive Verfahren zur Diagnostik

  • Hysteroskopie
    Bei der Hysteroskopie handelt es sich um eine Spiegelung der Gebärmutter. Über die Scheide wird ein Endoskop in die Gebärmutter eingeführt, über das das Innere der Gebärmutter betrachtet werden kann. Die Adenomyose ist bei dieser Untersuchung nicht direkt darstellbar, da nur die alleroberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut betrachtet wird. Allerdings lassen sich Hinweise, wie stark erweiterte Gefäße, erkennen, die auf eine Adenomyose hinweisen. Zudem lassen sich während einer Hysteroskopie Gewebeproben entnehmen, die später untersucht werden können. Allerdings liefern diese Gewebeproben nur bedingt aussagekräftige Ergebnisse, da diese in der Regel zu oberflächlich gewonnen werden.
  • Laparoskopie
    Bei der Laparoskopie wird das Endoskop über einen kleinen Schnitt in die Bauchhöhe eingeführt. Über einen zweiten kleinen Schnitt können Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt werden. Auf diese Weise können gezielt Gewebeproben entnommen werden. Mittels einer Laparoskopie lassen sich Lage und Größe der Gebärmutter gut abschätzen, was Rückschlüsse auf das Bestehen einer Adenomyose gibt, da hier die Gebärmutter vergrößert sein kann. Allerdings ist die Adenomyose bei der Laparoskopie häufig schwer von außen zu lokalisieren, sodass die Probeentnahme schwer ist und fast nie außerhalb von therapeutischen OPs durchgeführt wird.

Gemäß dem Leitlinienprogramm sollten Biopsien nicht im Rahmen der Diagnostik der Adenomyose eingesetzt werden.

Therapie: Wie wird die Adenomyose behandelt?

Da die Ursachen der Erkrankung noch nicht geklärt sind, ist es derzeit noch nicht möglich, die Adenomyose ursächlich zu behandeln und zu heilen. Es gibt jedoch mehrere Therapieansätze, sowohl medikamentöser als auch nichtmedikamentöser Art. Welche Therapieform zum Einsatz kommt, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Insbesondere werden das Alter der Patientin sowie die Frage, ob ein Kinderwunsch besteht, berücksichtigt.

Medikamentöse Therapieansätze bei Adenomyose

Aufgrund der Nähe der Adenomyose zur Endometriose basieren die medikamentösen Behandlungskonzepte vielfach auf den Erfahrungen in der Therapie der Endometriose. Alle bislang nutzbaren medikamentösen Behandlungen zeigen nur so lange ihre Wirkung, wie die Behandlung selbst andauert. Ein nennenswerter Anteil der Frauen (der Anteil schwankt stark je nach Untersuchung) spricht gar nicht auf die medikamentösen Behandlungsansätze an oder hat weiterhin mit Restbeschwerden zu kämpfen.

Die wichtigsten medikamentösen Therapiekonzepte sind:

  • Hormonelle Behandlungsansätze
    Unterschiedliche Substanzen können im Rahmen einer hormonellen Therapie eingesetzt werden. Neben den Gestagenen sind dies auch GnRH Analoga, Aromataseinhibitoren und Levonorgestrel-IUD. Die Verabreichung der hormonellen Therapeutika kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Die Wirkstoffe können lokal angewendet werden, etwa mittels Hormonspirale. Alternativ kann die Verabreichung durch Spritzen in das Unterfettgewebe (subkutan) oder in das Muskelgewebe (intramuskulär) erfolgen.
  • Nichthormonelle Therapieansätze
    Weiterhin kommen, aufgrund der Erfahrungen in der Behandlung der Endometriose, nichtsteroidale Antirheumatika (=Schmerzmittel) zur Anwendung, da bei der Adenomyose die Schmerzen als Leitsymptom im Vordergrund stehen.
  • Integrative medikamentöse Therapieansätze
    Laut Leitlinienprogramm konnten für Behandlungsansätze aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, insbesondere der Einsatz von insbesondere San-Jie-Zhen-Tong-Kapseln, bislang keine eindeutig positiven Wirkungen festgestellt werden.

Chirurgische Therapieoptionen bei Adenomyose

Die wichtigsten chirurgischen Therapieoptionen sind:

  • Hysterektomie
    Bei der Hysterektomie handelt es sich um eine Gebärmutterentfernung oder die Entfernung von Teilen der Gebärmutter. Trotz dass bei der Adenomyose die Einwachsungen ausschließlich in der Gebärmutter zu finden sind, lassen sich die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen nicht immer vollständig beseitigen. Eine Hysterektomie kann zu anderen Komplikationen führen und ist für Frauen mit Kinderwunsch nicht geeignet.
  • Resektion
    Hier werden in einer Operation die Teile der Gebärmutter entfernt, die von der Adenomyose befallen sind. Die Gebärmutter als Gesamtorgan bleibt erhalten. Nach der Operation gelten für Geburten meist individuelle Empfehlungen, bspw. die Durchführung eines geplanten Kaiserschnittes.
  • Embolisation
    Im Rahmen der Embolisation beziehungsweise einer Endometriumsablation werden die Einwachsungen entfernt beziehungsweise von der Versorgung mit Nährstoffen über die Blutgefäße abgeschnitten. Diese Verfahren eignen sich nur für Frauen mit abgeschlossenem oder ohne Kinderwunsch. Laut Leitlinienprogramm sollen diese Verfahren nur im Rahmen von Studien eingesetzt werden.

Aufgrund des langanhaltenden Auftretens von Schmerzen sollten Frauen mit Adenomyose eine multimodale Schmerztherapie in Betracht ziehen, um zusätzlich ihre Lebensqualität zu verbessern.

Mehr dazu hier: Multimodale Schmerztherapie

Zusammenfassung:

Bei der Adenomyosis uteri oder Adenomyose handelt es sich um eine Erkrankung des Uterus. Hier kommt es zum Wachstum von Endometriosegewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter. Diese Herde ähneln den Endometrioseherden außerhalb der Gebärmutter. Auch die Symptome, die von der Adenomyose ausgelöst werden, sind in weiten Teilen identisch mit denen der Endometriose. Dies sind insbesondere Unterleibsschmerzen, Blutungsstörungen und Subfertilität.

Lange Zeit galt die Adenomyose als Unterform der Endometriose. Heute wird sie jedoch als eigenständige Erkrankung eingeordnet. Allerdings gibt es offenbar einen Zusammenhang zwischen Adenomyose und Endometriose, da es viele Betroffene gibt, die an beiden Erkrankungen leiden. Der Zusammenhang ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Behandlung erfolgt, je nach Befund und Situation der Betroffenen, medikamentös oder mit einer Operation. Zusätzliche Maßnahmen der multimodalen Schmerztherapie sind empfehlenswert.

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Referenzen


  1. Gynäkologie 1/2018; Die Adenomyose, Update 2018; abgerufen über: https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2018/01/Die-Adenomyose.pdf
  2. Farquhar C, Brosens I.: Medical and surgical management of adenomyosis. Best practice & research Clin Obstet & Gynaecol 2006; 20(4): 603–616.
  3. Bergeron C, Amant F, Ferenczy A.: Pathology and physiopathology of adenomyosis. Best practice & research Clin Obstet & Gynaeco. 2006; 20(4): 511–521
  4. Uduwela AS, Perera MA, Aiqing L, Fraser IS.: Endometrial-myometrial interface: relationship to adenomyosis and changes in pregnancy. Obstet Gynecol Surv. 2000; 55(6): 390–400.
  5. Does presence of adenomyosis affect reproductive outcome in IVF cycles? A retrospective analysis of 973 patients; über: https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2021/07/06/mehr-komplikationen-in-der-schwangerschaft-bei-adenomyose/
  6. Peric H, Fraser IS.: The symptomatology of adenomyosis. Best pract & research Clin Obstet & Gynaecol 2006; 20(4): 547–555.
  7. Andreas D. Ebert; Endometriose, Ein Wegweiser für die Praxis; De Gruyter
  8. Benagiano G, Brosens I, Habiba M.: Structural and molecular features of the endomyometrium in endometriosis and adenomyosis. Hum Reprod Update. 2014; 20(3): 386–402.
  9. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-045l_S2k_Diagnostik_Therapie_Endometriose_2020-09.pdf; ab Seite 80
  10. Uduwela AS, Perera MA, Aiqing L, Fraser IS.: Endometrial-myometrial interface: relationship to adenomyosis and changes in pregnancy. Obstet Gynecol Surv. 2000; 55(6): 390–400.
  11. Vannuccini S, Tosti C, Carmona F, et al.: Pathogenesis of adenomyosis: an update on molecular mechanisms. Reproductive biomedicine online. 2017Parrott E, Butterworth M, Green A, White IN, Greaves P.: Adenomyosis – a result of disordered stromal differentiation. American J patho 2001; 159(2): 623–630.

    Benagiano G, Habiba M, Brosens I.: The pathophysiology of uterine adenomyosis: an update. Fertility and sterility. 2012; 98(3): 572–579.

    Hufnagel D, Li F, Cosar E, Krikun G, Taylor HS.: The Role of Stem Cells in the Etiology and Pathophysiology of Endometriosis. Seminars in Reproductive Medicine. 2015; 33(5): 333–340.

  12. https://www.springermedizin.de/emedpedia/reproduktionsmedizin/adenomyose?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-55601-6_36
  13. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1553266

Endometriose am Magen


Etwa 10 % der Endometriosefälle treten außerhalb der Beckenhöhle auf, z. B. im Darm, im Urogenitalsystem, in den Nieren, an der Lunge und in der Haut [1]. Neben der rektovaginalen Endometriose, der Endometriose am Dickdarm, der Endometriose am Dünndarm und der Endometriose am Darm, kann es bei Endometriosepatientinnen auch zu einem Befall des Magens kommen. Die Endometriose am Magen gehört jedoch zu den sehr seltenen Formen der Endometriose. 

Symptome der Endometriose am Magen

Die Symptome sind wie bei anderen Fällen der Endometriose sehr individuell. Meistens ist die gastrointestinale Endometriose asymptomatisch, was bedeutet, dass es nicht zwingend erkennbare Symptome gibt. Genauso können Magen-Darm-Symptome bei Endometriose auch ohne Darmbeteiligung auftreten. Endometriose am Magen-Darm-Trakt kann sie sich aber u. a. in Form von Bauch- und Beckenschmerzen, Verstopfung oder auch in Spiegelungen sichtbaren Darmausstülpungen äußern [1]. Beim Magen können ebenfalls Beschwerden im Oberbauch auftreten.

Diagnose

Aufgrund der allgemeinen Vielfältigkeit der Symptome der Endometriose ist eine Diagnose einer Magenendometriose schwierig zu stellen. Um eine Diagnose zu stellen, wenn eine submukösen Masse, also Masse unter der Schleimhaut, im Magen auftritt, müssen sorgfältige Untersuchungen stattfinden. Endometriose im Mageninneren können bei einer Magenspiegelung entdeckt werden. Äußere Herde bleiben hier allerdings unentdeckt und können bei Bauchspiegelungen gesehen werden. Bei einer Laparoskopie achten Ärzte deshalb insbesondere auch immer darauf, den Oberbauch zu untersuchen [2].

Behandlung

Den Ergebnissen einer Studie zufolge kann eine chirurgische Resektion bei mehr als 95 % der Patientinnen zu einer Heilung führen. Außerdem lag die Rezidivrate, die die Häufigkeit eines Wiederauftretens beschreibt, nach der Operation bei 4,3 %. Da die Magenendometriose überaus selten auftritt, kann jedoch nicht genau gesagt werden, wie diese am besten zu behandeln ist [1]. Ebenso wie andere Formen der Endometriose sollten Patientinnen auch die Therapie dieser Art der Erkrankung mit den Ärzten eines Endometriosezentrums individuell besprechen. Da Endometriose meist an mehreren Stellen gleichzeitig auftritt, wird die Behandlung im Endometriosezentrum immer unter Berücksichtigung aller Beschwerden und Orte der Endometriose geplant.

Sollte eine OP durchgeführt werden sollte am Magen unbedingt ein Viszeralchirurgie mit im Team sein.


Referenzen