Ernährung bei Endometriose

chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen

Hier findest du alle wichtigen Infos zu chronischen Schmerzen, der multimodalen Schmerztherapie, welche Hilfsmittel bei chronischen Endometriose-Schmerzen unterstützen können, worauf du bei der Einnahme mancher Medikamente achten solltest und welche speziellen Schmerzen bei Endometriose oft auftreten.

Was kann bei chronischen Schmerzen helfen?

Was sollte ich bei Schmerzen und Medikamenten beachten?

Endometriose verstehen

Entspannungsübungen können einen positiven Effekt auf deine Endometriosesymptome haben und dir langfristig dabei helfen, mit ihnen besser umzugehen. Heute stellen wir dir einmal das autogene Training vor.

Endometriose am Darm

Endometriose im Darm ist eine der häufigsten Formen der tief infiltrierenden Endometriose außerhalb der Geschlechtsorgane. Die Beschwerden sind häufig denen von Magen-Darm-Erkrankungen sehr ähnlich, dennoch gibt es Symptome, auf die Patientinnen achten können, um festzustellen, ob diese z. B. in Verbindung mit ihrem Zyklus stehen. Andererseits sind auch Magen-Darm-Symptome kein sicheres Zeichen für Endometriose am Darm. Neben der rektovaginalen Endometriose können die Herde auch am Dickdarm oder am Blinddarm auftreten. Eher selten sind eine Endometriose am Magen und die Dünndarmendometriose. 

Wie immer ist die Behandlung immer von der individuellen Krankheitsgeschichte und den Symptomen abhängig und sollte mit dem Endometriosezentrum besprochen werden.

Fakten über die rektovaginale Endometriose

  • Häufigkeit: 25 % der Endometriose-Patientinnen sind betroffen [1]
  • Endometriose zwischen Enddarm und Vagina, kann auch in den Enddarm einwachsen
  • Symptome: u. a. Schmerzen beim Stuhlgang, rektale Blutungen, Übelkeit
  • Die Behandlung kann medikamentös oder operativ erfolgen, häufig führt jedoch erst eine Operation zur Besserung der Symptome und der Fruchtbarkeit.

Fakten über die Endometriose am Enddarm

  • Häufigkeit: häufigste Form der Darmendometriose
  • Symptome können Schmerzen und Blutungen des Verdauungstraktes beinhalten.
  • Die Endometriose kann auf dem Darm, im Darm oder durch die ganze Wand wachsen. Je nach Lage unterscheiden sich auch die Symptome.
  • Die Behandlung beinhaltet häufig auch chirurgische Eingriffe, bei der die Endometrioseherde von der Darmwand abgetragen werden.

Fakten über die Endometriose am Dünndarm

  • Häufigkeit: Selten
  • gehört zur Gruppe gutartiger Dünndarmtumoren
  • Symptome wie bei anderen Formen der Endometriose mit Darmbefall

Fakten über die Endometriose am Magen

  • Häufigkeit: Selten
  • Symptome ähneln häufig derer anderer Magen-Darm-Erkrankungen

Darmprobleme bei Endometriose ohne Darmbefall

Viele Patientinnen klagen auch über Darmprobleme, obwohl der Darm gar nicht von Endometriose befallen ist. Endometrioseherde können zu Veränderungen der Darmschleimhaut und des Darms führen und so Probleme des Darms versuchen, ohne dass sich dort Herde angesiedelt haben. So können auch andere entzündliche Prozesse, die den Darm reizen, zu Beschwerden führen. Dann sind die Entzündungsmarker im Bauchfell erhöht, die zu einer Reizung des Organs führen. Viele Patientinnen leiden auch unter dem sogenannten Reizdarm

Auch Blähungen bei Endometriose sind ein häufiges Problem für Patientinnen, auch wenn sie keine Darmendometriose haben. Woher diese Blähungen kommen, konnte bisher nicht genau geklärt werden. Es wird vermutet, dass diese durch Entzündungsreaktionen im Bauch hervorgerufen werden. Hier ist jedoch, wie auch bei anderen Beschwerden abzuklären, ob diese Luft im Bauch noch andere Gründe haben könnte. 

Verstopfungen und Durchfall viele Patientinnen leiden häufig unter dem einen und dem anderen. In Verbindung mit dem Durchfall werden Mikrobiomveränderungen vermutet. Die im Darm befindlichen Mikroorganismen nennen Mediziner Darm-Mikrobiome. Davon gibt es gute und schlechte. Die guten halten die Darmflora intakt und unterstützen das Immunsystem [1]. Doch bei Endometriose können die Mikrobiome anders ausfallen. Bei Untersuchungen zeigten sich vermehrt Proteobakterien, Enterobacteriaceae, Streptococcus und Escherichia coli [2]. Dieses Ungleichgewicht in der Darmflora kann Beschwerden wie Durchfall auslösen.

Insgesamt scheint es einen Zusammenhang zwischen der bakteriellen Darmflora und der Endometriose zu geben, weshalb Patientinnen auch unter Problemen mit dem Darm leiden können, wenn sie keine Darmendometriose haben. Weitere Studien sind aber nötig um mehr über die Zusammenhänge zu erfahren.


Endometriose am Darm trotz Beschwerdefreiheit

Es geht auch umgekehrt. Manchmal haben Patientinnen keine Beschwerden, die ein Hinweis auf eine Endometriose mit Darmbefall sein könnten. Dennoch können bei einer Laparoskopie auch Herde am Darm gefunden werden. Die Chirurgen sollten deshalb bei der Aufklärung vor der OP immer darauf hinweisen, was passiert, wenn Endometriose am Darm gefunden wird. Möglicherweise können diese direkt entfernt werden. Besteht jedoch die Möglichkeit, dass eine umfangreichere Operation am Darm stattfinden muss, kann es sein, dass danach erneut operiert werden muss. Wie vorgegangen werden soll, ist immer mit den Patientinnen vor dem Eingriff abzustimmen. 

ACHTUNG! Darmbeschwerden gibt es auch ohne Endometriose

Denke immer auch daran, dass nicht all deine Beschwerden mit einer Endometriose zusammenhängen müssen. So gängig wie Magen-Darm-Beschwerden für Patientinnen auch sind, solltest du auch andere Ursachen, wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder andere entzündliche Krankheiten nicht außer Acht lassen. Insbesondere wenn während einer Laparoskopie keine Anhaltspunkte auf eine Darmendometriose gefunden werden konnten, ist die Konsultation eines Arztes, um herauszufinden, warum du Beschwerden hast, ratsam.  

Referenzen


  1. Shapiro H, Thaiss CA, Levy M, Elinav E. The cross talk between microbiota and the immune system: metabolites take center stage. Curr Opin Immunol. 2014 Oct;30:54-62. doi: 10.1016/j.coi.2014.07.003. Epub 2014 Jul 26. PMID: 25064714.
  2. Leonardi M, Hicks C, El-Assaad F, El-Omar E, Condous G. Endometriosis and the microbiome: a systematic review. BJOG. 2020 Jan;127(2):239-249. doi: 10.1111/1471-0528.15916. Epub 2019 Sep 19. PMID: 31454452.

Endometriose an den Beckenwänden

Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung – statistisch gesehen belegt sie direkt nach Myomen den zweiten Platz [1]. Die typischen Beschwerden wie Unterleibsschmerzen, Unfruchtbarkeit oder schmerzhafte Regelblutungen treten dadurch auf, dass gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Davon können auch die Beckenwände betroffen sein.

Ich verrate Dir heute, welche Symptome Endometriose an den Beckenwänden auslöst und wie Mediziner sie behandeln.

Kleiner Exkurs: Endometriose innerhalb und außerhalb des Beckens

Experten unterscheiden verschiedene Formen von Endometriose. Diese Kategorisierung erleichtert die Behandlung und die Verlaufskontrolle.

Folgende Endometrioseformen können vorliegen:

  • Endometriosis genitalis interna: Bei dieser Form befinden sich Endometrioseherde innerhalb des Myometriums, also in der Muskelschicht der Gebärmutterwand. Der medizinische Fachbegriff für dieses Phänomen ist Adenomyosis uteri [1].
  • Endometriosis genitalis externa: Hierbei handelt es sich um die häufigste Endometrioseform. Genauso wie bei der Endometriosis genitalis interna befinden sich die Herde innerhalb des kleinen Beckens. Allerdings diesmal außerhalb der Gebärmutter. Die Läsionen treten beispielsweise an den Eierstöcken oder im sogenannten Douglas Raum auf (Einsenkung zwischen Mastdarm und Gebärmutter) [1].
  • Endometriosis extragenitalis: Mediziner beobachten hier Endometrioseherde außerhalb des kleinen Beckens. So können der Darm, die Blase, die Harnleiter und sogar das Gehirn von Endometriose betroffen sein.

Gut zu wissen!

Endometriose kann innerhalb und außerhalb des kleinen Beckens auftreten. Das kleine Becken beherbergt das Rektum, die Harnblase, die Vagina, die Gebärmutter sowie die Eierstöcke und ist besonders häufig von Endometrioseherden befallen.


Endometriose an den Beckenwänden: Symptome

Endometriose kann ganz unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Wie auch bei anderen Erkrankungen gibt es sogenannte Leitsymptome, die deutlich auf eine Endometriose hindeuten. Daneben existieren unspezifische Beschwerden, die zwar auf eine Endometriose zurückgeführt werden können, aber ebenso gut durch andere Ursachen bedingt sein können.

Spezifische Endometriose-Symptome:

  • schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhoe) [2]
  • schmerzhafter Harnabgang (Dysurie)[2]
  • Stuhlentleerungsstörungen (Dyschezie) [2]
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) [2]
  • ungewollte Kinderlosigkeit (Sterilität) [2]

Unspezifische Endometriose-Symptome:

Das deutet auf eine Endometriose an der Beckenwand hin

Neben den bereits erwähnten spezifischen und unspezifischen Beschwerden gibt es gesonderte Symptome, die auf Verwachsungen an den Beckenwänden hindeuten können. So berichten Patienten bei der retroperitonealen Endometrioseform, bei der die Strukturen hinter dem Bauchfell betroffen sind, von Rückenschmerzen. Die Beschwerden treten typischerweise während der Menstruation auf. Grund für die unangenehmen Beschwerden können Infiltrationen von Endometriosegewebe in die Beckenwand bzw. in das Steißbein sein.

Ein weiteres Phänomen, dass im Zusammenhang mit Beckenwand-Endometriose auftreten kann, sind Beinschmerzen. Sie werden dadurch begünstigt, dass sich die Läsionen seitlich zur Beckenwand hin ausbreiten.

In dem Fall kann der sogenannte Plexus sacralis, ein Nervengeflecht, in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist der Nerv betroffen, können sich Beinschmerzen oder sogar neurologische Störungen wie Missempfindungen oder Bewegungseinschränkungen bemerkbar machen.

Einige Patientinnen klagen auch über Schmerzen im Gesäß oder über Ischialgien (Schmerzen, die vom Ischiasnerv herrühren) [4].

Gut zu wissen!

Zusätzliche Symptome sind immer dann wahrscheinlich, wenn die Beckenwand-Endometriose weitere Strukturen einengt, wie zum Beispiel den Harnleiter. Das geschieht, wenn die Verwachsungen an der Beckenwand den Harnleiter „zuschnüren“. Kommt es dadurch zu einem Harnstau, bemerkst Du das an Rückenschmerzen und der Arzt kann einen Nierenstau im Ultraschall sehen. Auch zwischen der Beckenwand und dem Darm können Endometrioseherde und Verwachsungen entstehen – sie können die Darmtätigkeit stören.

Auch Beschwerden beim Sex können durch Herde an der Beckenwand ausgelöst werden. Zum einen, weil durch Gewebebewegung bei tiefer Penetration das entzündliche Endometriosegewebe ggf. bewegt wird, aber auch weil Beckenbodenverspannungen aufgrund der starken Schmerzen entstehen können.

Beckenwand-Endometriose: Diagnostik

Zunächst der wichtige Hinweis: Wenn Du langanhaltende Beschwerden, insbesondere während der Menstruation, hast oder bereits Endometriose bei Dir festgestellt wurde, die Beschwerden jedoch zunehmen oder neue hinzukommen, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Durch eine eingehende Diagnostik kann er sowohl die Lokalisation als auch die Ausprägung der Endometriose bei Dir feststellen.

Folgende Diagnoseschritte sind dafür denkbar:

  1. Anamnese: Zunächst erkundigt sich der Mediziner nach Deinen Beschwerden und nach Deinem allgemeinen Gesundheitszustand. Vielleicht wird er Dich auch dazu befragen, ob Endometriose bereits zuvor in Deiner Familie aufgetreten ist. Genetische Faktoren spielen nämlich scheinbar eine nicht unwesentliche Rolle. Forscher haben in einer Studie spezifische Gene identifiziert, die eine Entstehung von Endometriose begünstigen [5].
  2. Untersuchung:Mit einer gleichzeitigen Tastuntersuchung durch Darm und Vagina (jeweils ein Finger) kann dein Arzt die Beckenwände abtasten. Dabei kann ein erfahrener Untersucher die Herde fühlen. Werden Herde gefunden, kann dies leider auch zu Schmerzen führen. Auch ein Ultraschall wird meist durchgeführt. Hier gilt aber – ein sicherer Ausschluss ist das nicht. Nicht jeden Endometrioseherd kann man ertasten oder im Ultraschall sehen.
  3. Bildgebung: Mit verschiedenen Diagnoseverfahren kann Dein behandelnder Arzt der Endometriose auf die Spur kommen. Für welche Verfahren er sich entscheidet, hängt maßgeblich von der vermuteten Form und Ausprägung der Endometriose ab. Mit bildgebenden Verfahren wie dem Ultraschall können Verwachsungen sichtbar gemacht werden. In den letzten Jahren hat sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Magnetresonanztomographie gerichtet [6]. Mit dem strahlungsfreien Untersuchungsverfahren können Studien zufolge präzise Aufnahmen von Endometrioseknoten angefertigt werden. Das erleichtert Chirurgen die Planung der anstehenden Endometriose-Operation [7].
  4. Bauchspiegelung: Hierbei handelt es sich um einen Klassiker, denn mit der Bauchspiegelung können Endometrioseherde zuverlässig diagnostiziert werden. Bei dem Eingriff bekommst Du eine Vollnarkose. Nachdem die Mediziner über ein kleines Rohr eine Kamera in den Bauchraum eingeführt haben, können sie die Anzahl der Verwachsungen und die Ausprägung beurteilen [8].
    Achtung: Endometrioseherde, die sich in der Beckenwand befinden, sind nicht immer einfach zu sehen. Deswegen ist ein erfahrener Operateur sehr wichtig! Nach Entnahme der Herde wird dann im Labor zusätzlich bestimmt, ob es sich tatsächlich um das gebärmutterschleimhautartige Gewebe handelt.
  5. Einteilung in Schweregrad: Um das weitere Vorgehen bestimmen zu können, wird die vorliegende Endometriose in einen Schweregrad eingeteilt. Das gelingt mit verschiedenen Klassifikationen. Bei der Beckenwand-Endometriose greifen Ärzte in der Regel auf die sogenannte ENZIAN- Klassifikation zurück. Damit können sie eine tiefinfiltrierende Endometriose festhalten. Hierbei werden die Knoten nach ihrer Größe beurteilt. Außerdem steht mit dem Kompartiment B sogar eine Erfassung der Beckenwand-Endometriose zur Verfügung [2].

Wie wird Endometriose an den Beckenwänden behandelt?

Befinden sich an der Beckenwand Endometrioseherde, leitet Dein Arzt eine Behandlung ein. Auch hier kommt es wieder stark darauf an, wie massiv die Verwachsungen sind. Hast Du Beschwerden, die Deine Lebensqualität mindern, quälst Du Dich beispielsweise durch jede Regelblutung mit Bauch- und Rückenschmerzen? Dann ist ein operativer Eingriff womöglich die richtige Wahl. Die operative Entfernung ist auch dann sinnvoll, wenn andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine schmerzhafte Harnentleerung oder ein Harnstau deuten unter anderem darauf hin. Da sich in unmittelbarer Nähe zu den Beckenwänden sensible Strukturen befinden, ist es besonders wichtig, dass der Operateur erfahren ist. Er weiß genau, wo und wie viel Gewebe entfernt werden darf.

Wie immer gilt aber – die Behandlung bei Endometriose sollte immer ganz individuell mit dem Arzt besprochen werden und ist immer eine Einzelfallentscheidung, die von deinen Beschwerden und weiteren Faktoren wie Kinderwunsch etc. abhängt.

Gut zu wissen!

Im Anschluss an die Operation empfiehlt Dir Dein Arzt womöglich die Einnahme eines Hormonpräparates. Studien haben tatsächlich gezeigt, dass Hormonpräparate, die nach der Operation eingenommen werden, das Risiko neuer Endometrioseherde senken können [9]. Lass Dich dazu am besten von Deinem Gynäkologen beraten.

Kurz und knapp

Endometriose kann innerhalb und außerhalb des kleinen Beckens auftreten. Bilden sich auch Endometrioseherde an den Beckenwänden, können sich neben den spezifischen Beschwerden wie schmerzhafter Regelblutung und Sterilität weitere unspezifische Symptome bemerkbar machen. Dazu zählen beispielsweise Rückenschmerzen oder Beinschmerzen, die durch das Einwachsen in empfindliche Strukturen wie Nerven entstehen.

Vermutet Dein Mediziner Verwachsungen an der Beckenwand, wird er zunächst mittels einer Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch), Tastuntersuchungen, bildgebenden Verfahren und gegebenenfalls einer Bauchspiegelung die Diagnose belegen.

Wenn Du mit Beschwerden zu kämpfen hast, können die Verwachsungen, je nach Grad der Ausprägung und Lokalisation, in einem operativen Eingriff entfernt werden. Da sich im Becken besonders empfindliche Strukturen befinden, ist es wichtig, dass sich ein sehr erfahrener Operateur um die Läsionen kümmert. Im Anschluss kann die Gabe von Hormonpräparaten sinnvoll sein.

Dein Arzt wird Dich dazu eingehend beraten.

Referenzen

  1. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.300). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinienprogramm. Diagnostik und Therapie der Endometriose. August 2020.
  3. Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.: Endometriose kommt selten allein.
  4. Prof. Dr. med. Marc Possover: Die Endometriose – Klinik und Therapie
  5. Nilufer R et al. Large-scale genome-wide association meta-analysis of endometriosis reveals 13 novel loci and genetically associated comorbidity with other pain conditions. bioRxiv. 2018:406967.
  6. Hauth EA, Stattaus J, Kimmig R, Schmidt M, Forsting M. Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens bei Endometriose — eine Ubersichtsarbeit [Magnetic resonance imaging (MRI) of the pelvis in diagnosing endometriosis]. Zentralbl Gynakol. 2005 Apr;127(2):76-82. German. doi: 10.1055/s-2005-836326. PMID: 15800838.
  7. Schonende Diagnose der Endometriose – MRT spürt Schleimhautinseln auf | DRG.de
  8. Untersuchungen bei Endometriose | Gesundheitsinformation.de
  9. Chen I, Veth VB, Choudhry AJ, Murji A, Zakhari A, Black AY, Agarpao C, Maas JW. Pre- and postsurgical medical therapy for endometriosis surgery. Cochrane Database Syst Rev. 2020 Nov 18;11(11):CD003678. doi: 10.1002/14651858.CD003678.pub3. PMID: 33206374; PMCID: PMC8127059.

Wurde bei dir auch Endometriose an den Beckenwänden festgestellt? Wie hat sich diese bemerkbar gemacht?

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Kopfschmerzen bei Endometriose / während der Menstruation

Kopfschmerzen treten nicht selten während der Menstruation auf. Ursachen gibt es viele. Hormonschwankungen, die Einnahme der Antibabypille und Verspannungen können grundsätzlich Kopfschmerzen verursachen.

In der Praxis ist die Unterscheidung zwischen Kopfschmerzen und Migräne wichtig.

Ich verrate Dir heute, was genau zu Kopfschmerzen während der Menstruation führt und warum Kopfschmerzen bei Endometriose ebenfalls auftreten können.

Kopfschmerzen oder Migräne: Hier ist der Unterschied

Es ist eine Frage, die viele Kopfschmerzpatienten quält: Habe ich Kopfschmerzen oder ist es schon Migräne? Mediziner unterscheiden verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Zu den häufigsten zählen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Die meisten von uns kommen mit Spannungskopfschmerzen ab und zu in Berührung. Sie werden als drückend, ziehend oder dumpf empfunden und treten auf beiden Kopfseiten auf. In der Regel hindern uns Kopfschmerzen nicht daran, unseren Alltag normal durchzuführen. Das ist bei Migräne anders. Per Definition liegt eine Migräne vor, wenn die klassischen Symptome mindestens sechsmal aufgetreten sind [1, 2].

Folgendes weist auf Migräne hin:

  • ausgeprägte pulsierende, pochende oder hämmernde Schmerzen, die sich im vorderen Kopfbereich abspielen [1].
  • die Schmerzen können halbseitig oder beidseitig auftreten, bei 60 % der Patienten ist nur eine Kopfseite betroffen [3].
  • bei Erwachsenen dauern die Attacken von 4 Stunden bis 3 Tagen an, Kinder werden mindestens 2 Stunden davon geplagt [1].
  • hinzu gesellt sich eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen [3].
  • allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit und Erbrechen können auftreten [1, 3].
  • die Beschwerden verschlimmern sich bei körperlicher Aktivität [3].

Gut zu wissen!

15 % aller Menschen mit Migräne leiden zusätzlich unter einer Aura. Noch bevor es zu den eigentlichen Schmerzen kommt, machen sich neurologische Erscheinungen bemerkbar. Diese bestehen etwa über einen Zeitraum von 60 Minuten, bis sie vom Schmerz abgelöst werden.

Typisch sind Seh- und Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder Sensibilitätsstörungen. Auch das Wahrnehmen von Doppelbildern ist nicht ungewöhnlich [3].

Wie entstehen Kopfschmerzen während der Menstruation?

Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. Manche von ihnen sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Lass uns gemeinsam erforschen, wie Kopfschmerzen entstehen können und warum sie ausgerechnet während der Menstruation auftreten.

Kopfschmerzen und Hormone

Hormone beeinflussen unser Wohlbefinden und die Fruchtbarkeit, vermitteln Schmerzen und können vor allem zu Zeiten der Menstruation einiges durcheinanderbringen. Das geht nicht immer spurlos am Körper vorbei – Kopfschmerzen können die Folge sein. Schauen wir uns das gemeinsam näher an.

  • Hormonelle Schwankungen: Die klassische Erklärung, warum es ausgerechnet während der Periode zu Kopfschmerzen kommt, sind hormonelle Schwankungen. Das klingt einleuchtend, schließlich verändert sich die hormonelle Zusammensetzung in Deinem Körper kurz vor der Menstruation und während der Monatsblutung deutlich. Noch bevor die Blutung einsetzt, fällt der Östrogen- und Progesteronspiegel rapide ab. Wenn sich die Sexualhormone mengenmäßig zurückziehen, können Kopfschmerzen durch die Hormonschwankungen auftreten. Das ist übrigens auch der Grund, warum Du womöglich unter Stimmungsschwankungen leidest.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Die Pille ist eines der beliebtesten Verhütungsmittel. Hier können allerdings Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen auftreten. Meist dann, wenn die einwöchige Pillenpause durchgeführt wird und somit das Geschlechtshormon Östrogen deutlich absinkt. Aus diesem Grund rät die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in ihrer Leitlinie zur hormonellen Empfängnisverhütung bei zyklusbedingten Kopfschmerzen dazu, eine kombinierte Pille im Langzeitzyklus vorzuziehen und stützt sich dabei auf Studien [4].

Vorsicht: Menschen, die Migräne mit Aura haben, besitzen ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Einnahme von einer kombinierten Antibabypille kann das Risiko verdoppeln [5]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Patientinnen mit Migräne ab dem 35. Lebensjahr davon ab, kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) anzuwenden. Tritt die Migräne mit Aura auf, rät sie sogar ganz von der kombinierten hormonellen Verhütungsform ab [6]. Die Deutsche Migräne – und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) stuft das allerdings anders ein und geht nicht von einem erhöhten Risiko aus, sodass eine Einnahme der Antibabypille nicht grundsätzlich bei Migränepatientinnen problematisch sei [7].

Die gynäkologische Leitlinie zur hormonellen Empfängnisverhütung rät von einer Verwendung von kombinierten Pillen (KOK, enthalten sowohl Östrogen als auch ein Gestagen) aufgrund des dadurch weiter erhöhten Risikos ab und empfehlen eher auf Gestagenmonopillen zurückzugreifen.

Mögliche Lösungsansätze: Die Gabe einer Antibabypille kann durch den Wegfall der Pillenpause Hormonschwankungen entgegenwirken. Bespreche am besten mit Deinem Arzt, inwieweit ein und welches Präparat Dir dabei helfen kann, die Schwankungen in den Griff zu bekommen. Gerade bei Kopfschmerzen und Migräne, die durch die Periode ausgelöst werden, kann eine Einnahme im Langzeitzyklus Linderung bringen. Leidest Du unter Migräne, solltest Du das Deinem Arzt unbedingt mitteilen, damit er bei der Pillenauswahl darauf Rücksicht nehmen kann. Möglicherweise bietet sich hier ein reines Gestagen-Präparat an [4].

Kopfschmerzen durch Blutverlust

Hast Du schon einmal etwas von der sogenannten endmenstruellen Migräne gehört? Forscher stießen auf die Besonderheit, dass sich Patientinnen in ihrer Migräne-Klinik erst zum Ende der Periode mit den typischen Beschwerden eingefunden haben. Sie machten eine Untersuchung. Dabei stellte sich heraus, dass bei 30 von 85 Migränepatientinnen erst in den letzten Tagen der Menstruation die Kopfschmerzen auftraten. Danach bestimmten die Forscher die Ferritinwerte der Frauen. Bei 28 der 30 Patientinnen waren diese zu niedrig. Ferritin ist ein Speicherstoff für Eisen. Dass die Kopfschmerzen auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen sind, schließen die Experten aus, da die Beschwerden dann auftraten, wenn eine sehr stabile Östrogenkonzentration im Körper herrschte. Das Fazit: Frauen, die von Natur aus niedrige Ferritinwerte haben und mit dem monatlichen Blutverlust konfrontiert werden, können die empfohlenen Ferritin-Grenzwerte unterschreiten, was womöglich zu Kopfschmerzen führt. Das Phänomen nennt sich „endmenstruelle Migräne“ [8].

Mögliche Lösungsansätze: In größeren Studien sollte das Phänomen näher erforscht werden, um die Frage zu beantworten, ob sich eine Eisentherapie lohnt. Du kannst bei Deinem Arzt Deine Eisenwerte bestimmen lassen und mit Kräuterblut auf natürliche Weise nachhelfen. Bei ausgeprägten Mangelerscheinungen kann Dir Dein Arzt auch ein Eisenpräparat verschreiben.

Kopfschmerzen durch Verspannungen/Stress

Die Menstruation macht es uns nicht gerade leicht, zu entspannen. Dafür sorgen unter anderem Krämpfe im Bauch. Die verspannte Situation kann auch Kopfschmerzen hervorrufen. Verspannungen im Schulter-Nackenbereich treten übrigens besonders häufig bei Bildschirmarbeiten auf. Auch Stress kann Kopfschmerzen begünstigen. Daten von 27.122 Kopfschmerzpatienten machten deutlich, dass Stress ein erheblicher Faktor bei der Entwicklung von Kopfschmerzen ist. Auch schlechter Schlaf wurde als bedeutend benannt [9].

Mögliche Lösungsansätze: Verspannungen und Stress kann man gut entgegenwirken. Dabei nehmen Entspannungsmaßnahmen eine besondere Rolle ein. Die progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation können Dir dabei helfen abzuschalten und Deine Muskeln zu entspannen. Für die Arbeit bieten sich Bewegungspausen an. Kreise Deine Schultern, gehe ein paar Runden auf dem Flur oder in der Mittagspause. Wichtig ist, dass Du Deine starre Sitzhaltung ab und zu unterbrichst. Bei Kopfschmerzen werden auch Wärme und Massagen als wohltuend empfunden.

Kopfschmerzen durch Endometriose

Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautartiges Gewebe an ungewöhnlichen Stellen. Häufig betreffen die Endometrioseläsionen das kleine Becken [10]. Sie können jedoch auch im Gehirn auftreten. Neben den klassischen Symptomen einer Endometriose wie Menstruationsstörungen, Unterbauchbeschwerden und Unfruchtbarkeit können dann auch Kopfschmerzen auftreten. Allerdings ist Endometriose im Gehirn sehr selten. Wenn Du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, lege ich Dir meinen Artikel Endometriose im Gehirn ans Herz. In Studien konnte übrigens herausgefunden werden, dass Migräne bei Endometriose eine sehr große Rolle spielt. So sollen Frauen mit der Diagnose ein doppelt so hohes Risiko haben, an Migräne zu leiden [11].

Kurz und knapp

Kopfschmerzen mit Bezug zur Periode können auf viele Ursachen zurückgeführt werden. Am denkbarsten sind hormonelle Schwankungen, die im Rahmen der Menstruation oder der Pillenpause auftreten. Gemeinsam mit Deinem Gynäkologen kannst Du besprechen, inwieweit Hormonschwankungen bei Dir eine Rolle spielen und ob eine Antibabypille im Langzyklus für Dich sinnvoll ist.

Bei Migräne mit Aura gibt es jedoch einige Einschränkungen, da Patientinnen ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle haben sollen.

Forscher konnten zudem einen Hinweis darauf finden, dass der Blutverlust und der damit einhergehende gesenkte Ferritin-Spiegel womöglich zu Kopfschmerzen führen. Dabei treten die Beschwerden aber vornehmlich am Ende der Periode auf. Die Ausbalancierung des Eisenwerts mittels Eisentabletten oder Kräuterblut könnten eine mögliche Lösung sein.

Stresszustände und Verspannungen können ebenfalls Kopfschmerzen während der Menstruation hervorrufen. Hier empfehle ich Dir Entspannungsmaßnahmen, Massagen und vorbeugende Aktivitäten wie Bewegungspausen auf der Arbeit.

Endometriose kann Kopfschmerzen hervorrufen. Untersuchungen zeigen, dass Patientinnen zudem ein doppelt so hohes Risiko haben, an Migräne zu leiden. Kopfschmerzen können zum Beispiel durch Endometrioseläsionen im Gehirn hervorgerufen werden, das ist allerdings extrem selten. Kopfschmerzen sollten immer, wenn sie regelmäßig wiederkehren oder sehr ausgeprägt sind, abgeklärt werden.

Referenzen

  1. Gesundheitsinformation.de: Wie unterscheiden sich verschiedene Kopfschmerzformen?
  2. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (beta version). Cephalalgia. 2013 Jul;33(9):629-808. doi: 10.1177/0333102413485658. PMID: 23771276.
  3. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Migräne.
  4. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG): Leitlinienprogramm: hormonelle Empfängnisverhütung. Stand: September 2020.
  5. FSRH Clinical Guideline: Contraception for Women Aged over 40 Years (August 2017, amended September 2019
  6. World Health Organization: Medical eligibility criteria for contraceptive use.
  7. Deutsche Migräne – und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Empfehlungen_Migraene_Antibabypille
  8. Calhoun AH, Gill N. Presenting a New, Non-Hormonally Mediated Cyclic Headache in Women: End-Menstrual Migraine. Headache. 2017 Jan;57(1):17-20. doi: 10.1111/head.12942. Epub 2016 Oct 5. PMID: 27704538.
  9. Pellegrino ABW, Davis-Martin RE, Houle TT, Turner DP, Smitherman TA. Perceived triggers of primary headache disorders: A meta-analysis. Cephalalgia. 2018 May;38(6):1188-1198. doi: 10.1177/0333102417727535. Epub 2017 Aug 20. PMID: 28825314.
  10. Diedrich, Klaus. Gynäkologie und Geburtshilfe (Springer-Lehrbuch) (German Edition) (S.300). Springer Berlin Heidelberg. Kindle-Version.
  11. Ferrero S, Pretta S, Bertoldi S, Anserini P, Remorgida V, Del Sette M, Gandolfo C, Ragni N. Increased frequency of migraine among women with endometriosis. Hum Reprod. 2004 Dec;19(12):2927-32. doi: 10.1093/humrep/deh537. Epub 2004 Oct 28. PMID: 15513980.

Leidest du auch öfters unter Kopfschmerzen oder Migräne? Ist dir ein Zusammenhang mit der Periode, Endometriose oder der Pille aufgefallen?

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Übelkeit während der Regel

Der Lebensrhythmus von Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter ist maßgeblich durch das Zusammenspiel der Hormone innerhalb des weiblichen Zyklus bestimmt. In einer – mehr oder weniger – regelmäßigen Zeitspanne von rund 28 Tagen steuern die unterschiedlichen weiblichen Sexualhormone das weibliche Reproduktionssystem der Frau. Allerdings wirken diese Hormone nicht ausschließlich auf die Sexual- und Fortpflanzungsorgane, sondern haben Auswirkungen auf den gesamten Organismus. In der Folge können zyklusabhängige Beschwerden auftreten – die eben durch die sich verändernden Hormonspiegel mitverursacht werden. Während der Menstruationsblutung leiden viele Frauen an Menstruationsbeschwerden [1] wie Bauschmerzen und Durchfall sowie Migräne [2]. Doch auch Übelkeit während der Regelblutung gehört zu den potentiellen Menstruationsbeschwerden. In diesem Artikel erfährst du

  • wie der weibliche Zyklus funktioniert,
  • ob Übelkeit ein Zeichen für das Vorliegen einer Endometriose ist und
  • welche anderen Ursachen hinter dieser zyklusabhängigen Übelkeit stecken können.

Hintergrund: Wie funktioniert der weibliche Zyklus?

Der Menstruationszyklus ist gekennzeichnet durch die – mehr oder weniger – regelmäßig einsetzende Menstruationsblutung. Im Rahmen der Menstruationsblutung werden Gebärmutterschleimhautzellen und Blut über die Vagina ausgeschieden. Ab der ersten Menstruation im Alter von etwa 12 Jahren während der Pubertät bis zu der letzten Menstruation in den Wechseljahren haben gesunde, nicht-schwangere Frauen etwa einmal im Monat eine Menstruationsblutung. Diese signalisiert den Beginn eines neuen Zyklus.

Der Menstruationszyklus dauert bei den meisten gesunden Frauen zwischen 25 und 36 Tagen. Er beginnt laut Definition mit dem ersten Tag der Menstruationsblutung. Gesteuert wird der Menstruationszyklus durch das Zusammenspiel mehrerer Hormone, die im Hypothalamus (im Zwischenhirn), dem Hypophysenvorderlappen (Hirnanhangsdrüse) und den Ovarien (Eierstöcke) gebildet werden. Der Zyklus läuft in drei Phasen ab:

  • der Follikelphase (ab Menstruationsbeginn bis Eisprung),
  • der Ovulationsphase (Eisprung) und
  • der Lutealphase (ab Eisprung bis Einsetzen der Menstruationsblutung)

Der erste Tag der Follikelphase beginnt mit dem Einsetzen der Menstruationsblutung, also genau dem Zeitraum, in dem die hier behandelten Menstruationsbeschwerden einsetzen. Mit Beginn der Follikelphase sinken die Spiegel der Hormone Östrogen und Progesteron ab. Dieser Abfall des Hormonspiegels sorgt dafür, dass die oberen Schichten der Gebärmutter, also die verdickte Gebärmutterschleimhaut, abgebaut und mit dem Menstruationsblut ausgeschieden werden. Parallel dazu steigt das follikelstimulierende Hormon bereits an und leitet so den neuen Zyklus ein. Dadurch reifen mehrere Follikel heran, in denen sich jeweils ein Ei befindet, von denen jedoch (in der Regel) nur ein Follikel fertig ausreift. In diesem wird Östrogen erzeugt.

Während der Ovulationsphase steigt das luteinisierende Hormon an und löst so den Eisprung aus. Innerhalb der Ovulationsphase steigt auch der Progesteronspiegel an. Es schließt sich die Lutealphase an, in der das Ei sich in Richtung Gebärmutter bewegt und, wen es befruchtet wird, in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Während die Spiegel der luteinisierenden und follikelstimulierenden Hormone absinken, steigt das Progesteron, das von dem Gelbkörper (Follikel ohne Ei) gebildet wird. Die hohen Progesteron- und Östrogenspiegel sorgen für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Wird das Ei nicht befruchtet, so bildet sich der Gelbkörper zurück, sodass der Progesteronspiegel abzusinken beginnt.

Auch der Östrogenspiegel sinkt nun ab, sodass die oberen Schleimhautschichten abgebaut werden und die Menstruationsblutung erneut einsetzt.

Überblick: Welche Menstruationsbeschwerden gibt es?

Während der Menstruationsblutung leidet ein großer Teil der Frauen unter unterschiedlichen Beschwerden, die zum Teil Symptome einer ernsthaften Erkrankung sein können [3]. Andere Symptome werden als „Frauenleiden“ oder „psychosomatische Beschwerden“ abgetan, was eine Folge der sich bis heute haltenden Tabuisierung des weiblichen Zyklus ist [4]. Daher finden sich in der medizinischen Fachliteratur zu den vielen Beschwerdebildern oder Beschwerden, die keine gravierenden Ursachen haben, aber dennoch belastend sind, wenig bis gar keine Informationen. Studien stammen von Pharmafirmen oder werden im Auftrag von Frauenzeitschriften in Auftrag gegeben.

Zu den am weitesten verbreiteten Beschwerden [1, 5] während der Menstruationsblutung zählen:

Was sind mögliche Ursachen für Übelkeit während der Menstruationsblutung?

Für das Symptom der Übelkeit während der Regelblutung gibt es unterschiedliche mögliche Ursachen. Viele davon hängen unmittelbar mit dem Menstruationszyklus zusammen, andere wiederum nur indirekt oder gar nicht. Die Aufzählung der möglichen Ursachen ist nicht abschließend. Bei starker Übelkeit oder wiederkehrender Übelkeit während der Regelblutung sollte auf jeden Fall eine fachärztliche Abklärung erfolgen.

  • Hormonelle Ursachen [6]: Während des gesamten Zyklus finden Änderungen im Spiegel der unterschiedlichen weiblichen Sexualhormone statt. Da diese nicht ausschließlich auf reproduktiven Organe der Frau wirken, sondern auch auf andere Organe Einfluss haben, kann Übelkeit während der Regel durch die Hormonschwankungen beeinträchtigt sein. Das Progesteron beispielsweise, dessen Spiegel in der zweiten Zyklushälfte hoch ist und während der Menstruationsblutung niedrig ist, wirkt auch auf die glatte Muskulatur in anderen Organsystemen als der Gebärmutter. Dies betrifft unter anderem auch den Magen-Darm-Trakt.
  • Medikamente: Werden während der Menstruationsblutung Medikamente, etwa gegen Unterleibsschmerzen, eingenommen, so kann die Übelkeit auch eine Nebenwirkung der Schmerzmittel sein [7]. Doch auch bei Medikamenten, die dauerhaft eingenommen werden, kann ein Zusammenhang zwischen der Menstruationsblutung (also dem speziellen Zeitpunkt im Zyklus) und der Medikamenteneinnahme bestehen. Denn viele Medikamente sind bei Frauen weniger gut erforscht als bei Männern [8].
  • Magen-Darm-Erkrankung: Grundsätzlich kann, parallel zum Auftreten der Regelblutung, auch eine Magen-Darm-Erkrankung einsetzen. Dann besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen Übelkeit und Regelblutung. Allerdings ist es statistisch sehr unwahrscheinlich, dass dies drei- oder mehrmals in Folge passiert.
  • Stress [9]: Stress hat einen Einfluss auf körperliche Prozesse und kann daher auch zu Beschwerden während der Menstruationsblutung führen. Die Stressfaktoren können unabhängig von der Menstruationsblutung sein oder mit dieser in Zusammenhang stehen. Für letztere Variante könnte sprechen, wenn die Menstruationsblutung von einer Frau als sehr unangenehm wahrgenommen wird oder ein Kinderwunsch besteht, der durch das Einsetzen der Regelblutung nachweislich (wieder) nicht erfüllt wurde.
  • Endometriose: Zusammengefasst mit mehreren anderen Symptomen unter dem Oberbegriff Dysmenorrhoe zählt Übelkeit auch zu den Symptomen einer Endometriose [10]. Allerdings handelt es sich sowohl bei der Übelkeit als auch bei den anderen Symptomen, die unter Dysmenorrhoe zusammengefasst sind, um sehr unspezifische Symptome. Das heißt, sie können mit der Endometriose auftreten, aber auch sehr viele andere Gründe haben, sodass das alleinige Vorliegen von Übelkeit nicht unbedingt direkt auf Endometriose hinweist. Kommt es allerdings mit anderen typischeren Endomtriosesymptomen vor, sollte man den Arzt darauf ansprechen.

Zusammenfassung:

Übelkeit, und selbst Übelkeit mit Erbrechen, kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Teilweise hängen die Ursachen mit dem Menstruationszyklus zusammen, teilweise hat die Übelkeit jedoch auch andere Gründe. Auch, wenn Übelkeit zu den Symptomen zählt, die im Rahmen einer Endometriose auftreten können, ist alle das Auftreten von Übelkeit noch kein Grund, Sorgen vor einer Endometriose haben zu müssen.

Wichtig ist: Tritt Übelkeit wiederholt während der Regelblutung auf oder ist die Übelkeit sehr stark, so sollte stets eine fachärztliche Abklärung der Ursachen erfolgen.

Um einen Überblick über deine Symptome zu behalten, kann es sehr hilfreich sein, ein Symptom-Tagebuch zu führen. In der Endo-App findest du ein solches Tagebuch. Lade dir die Endo-App herunter und probiere es aus.

Referenzen


  1. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1268407/umfrage/umfrage-unter-frauen-zu-den-haeufigsten-menstruationsbeschwerden/
  2. https://link.springer.com/article/10.1007/s00940-019-0977-9
  3. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117060/Studie-Zyklusstoerungen-koennten-bei-Frauen-das-Leben-verkuerzen
  4. https://books.google.de/books?id=wxclBgAAQBAJ&pg=PA81&lpg=PA81&dq=beschwerden+w%C3%A4hrend+der+Menstruationsblutung+medizingeschichte&source=bl&ots=Jr6SRIU2GA&sig=ACfU3U2tJ3b2x-QqxJj3nhV0aEDhBOVsvQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwitl4Pm9uf0AhUERuUKHd5oD2IQ6AF6BAgWEAM#v=onepage&q=beschwerden%20w%C3%A4hrend%20der%20Menstruationsblutung%20medizingeschichte&f=false
    Patient Frau: Psychosomatik im weiblichen Lebenszyklus
    herausgegeben von Marianne Springer-Kremser, Marianne Ringler, Anselm Eder, Springer Verlag
  5. https://www.toppharm.ch/krankheitsbild/menstruationsbeschwerden
  6. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72278/Biologische-Ursache-der-praemenstruellen-dysphorischen-Stoerung-gefunden
  7. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Ibuprofen_289#Nebenwirkungen
    (exemplarisch für Ibuprofen; gilt aber für nahezu alle Schmerzmittel)
  8. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/66613/In-klinischen-Studien-sind-Frauen-oft-unterrepraesentiert
  9. Hassan S, Muere A, Einstein G. Ovarian hormones and chronic pain: A comprehensive review. Pain [Internet]. 2014 [cited 2021 May 20];155(12):2448–60. Available from: https://journals.lww.com/00006396-201412000-00005
    https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-49322-9_5; Gerber M., Schilling R. (2018) Stress als Risikofaktor für körperliche und psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen. In: Fuchs R., Gerber M. (eds) Handbuch Stressregulation und Sport. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-49322-9_5
  10. Andreas D. Ebert; Endometriose, Ein Wegweiser für die Praxis; De Gruyter

Wie spreche ich am besten über Endometriose?

Mit anderen Menschen über eine chronische Erkrankung zu sprechen, von der sie selber nicht betroffen sind, kann oft schwierig sein. Zudem ist Endometriose und die Beschwerden, die sie mit sich bringt, ein sehr intimes Thema.

Viele von uns möchten jedoch unsere Freunde, Angehörige oder auch die Kollegen über Endometriose aufklären und somit mehr Verständnis für die eigene Situation schaffen.

Wie sage ich es am besten? Wie spreche ich das Thema an?
Was ist, wenn mich keiner ernst nimmt?

Unsere Ärztin Dr. Nadine Rohloff und unsere Psychologin Teresa Götz haben für dich ein Informationsblatt – jeweils für Angehörige, Freunde und Kollegen – erstellt, in dem alle wichtigen Informationen rund um Endometriose enthalten sind:

  • Was ist Endometriose?
  • Endometrioseschmerzen haben nichts mit normalen Regelschmerzen zu tun
  • Endometriose betrifft das ganze Leben
  • Endometriose ist keine psychische Erkrankung
  • Wie kann ich unterstützen?
  • Endometriose betrifft auch den Beruf

Dieses kannst du dir downloaden, ausdrucken und an die entsprechenden Personen geben:

Informationsblatt für Angehörige

Informationsblatt für Freunde

Informationsblatt für Kollegen

Zusätzlich kannst du auch auf unseren Artikel AUFGEPASST: Das sollten ALLE über Endometriose wissen! verweisen.

Endometriose am Dickdarm/Enddarm

Die Endometriose am Dickdarm ist die häufigste Form der Endometriose am Darm. Der Dickdarm, genauer gesagt der letzte Teil des Dickdarms, der sogenannte Enddarm bzw. das Rektum, ist auch häufig auch bei der rektovaginalen Endometriose beteiligt, wenn sich Endometrioseherde zwischen Scheide und Darm ansiedeln. Wie bei vielen Formen der Endometriose besteht hier oft kein direkter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Endometriose und den Schmerzen und Beschwerden. Das heißt auch kleine Befunde können starke Schmerzen verursachen und auch große Befunde müssen nicht zwingend stärkere Schmerzen mit sich bringen.  Dringt die Endometriose jedoch über 5 mm in das Gewebe ein, ist ein auftretender Schmerz laut Studien meist durch diese hervorgerufen. Besonders schwere Schmerzen treten demnach bei einer Infiltrationstiefe über 10 mm auf [1]. Dann spricht man auch von einer tief-infiltrierenden Endometriose.

Der Enddarm und die Übergangsstelle zwischen dem letzten Teil des Dickdarms, dem Sigmadarm und dem Enddarm sind am häufigsten betroffen. Eine Endometriose des Blinddarms oder des Dünndarms treten hingegen seltener auf [2]. Durch Endometriose Darmprobleme zu haben, kann also durchaus der Fall sein. Dazu gehört auch, durch Endometriose Darmschmerzen zu haben, wie du gleich noch erfahren wirst.

Symptome der Endometriose am Enddarm

Sehr charakteristisch für Endometriose am Enddarm sind Blutungen aus dem Darm die mit dem Zyklus der Patientin auftreten [4]. Dies kann jedoch nur in etwa 30 % der Fälle  beobachtet werden [3].

Durch die Beschwerden, die anderen Magen-Darm-Erkrankungen ähneln, ist es manchmal schwierig, diese direkt einer Endometriose zuzuordnen.  Es gibt jedoch ein paar Symptome, über die sich Patientinnen häufig beklagen [4]:

  • chronische Verstopfungen, die entstehen, weil der Enddarm durch die Endometriose verengt ist. 
  • kleiner und fester Stuhlgang, ähnlich dem “Kaninchenstuhl”
  • verstärkte Verstopfungen während der Periode, die durch ein zusätzliches Anschwellen des Enddarms hervorgerufen werden
  • wenige Tage nach der Periode wird der Stuhlgang flüssig und Patientinnen haben kurzzeitig keine Verstopfung mehr 

Viele Symptome können mit einem Befall des Dickdarms oder Enddarms zusammenhängen, treten aber auch völlig unabhängig davon auf.

  •     Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Durch die starken Schmerzen, die Patientinnen erleiden, verlieren sie häufig auch die Libido.
  •     Der “Endobelly”, also ein stark aufgeblähter Bauch führt zu starken Schmerzen
  •     Übelkeit
  •     Schmerzen besonders im unteren Rückenbereich
  •     andere Darmentleerungsstörungen wie Durchfall

Ist der Blinddarm von Endometriose betroffen, können Symptome, die einer Blinddarmentzündung ähnlich sind, auftreten. 


Diagnose

Eine Diagnose der Darmendometriose ist sehr schwierig zu stellen. Grund dafür sind die zahlreichen Symptome, die bereits erwähnt wurden und auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Im ersten Schritt werden diese deshalb erst einmal beobachtet und die Patientin ordnet ihre Schmerzen auf einer Schmerzskala ein. Auf dieser Grundlage kann jedoch erstmal nur eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. 

Wie bei der rektovaginalen Endometriose ist auch die sogenannte rektovaginale Tastuntersuchung bei der Diagnose von Bedeutung. Hierbei tastet der Arzt gleichzeitig mit jeweils einem Finger in Scheide und Enddarm. So kann möglicherweise auch festgestellt werden, wie weit der Enddarm bereits von Endometrioseherden befallen ist. Da der Enddarm der häufigste Ort der Endometriose ist, ist die Untersuchung sehr wichtig. Endometrioseherde an anderen Teilen des Dickdarms können so nicht festgestellt werden, sind aber deutlich seltener.

Auch eine Endosonografie des Rektums kann Aufschluss bieten. Weitere Informationen über das Ausmaß der Verwachsungen kann auch ein MRT bieten, insbesondere um herauszufinden, ob die Herde bereits durch die Darmwand gedrungen ist und ob eventuell eine Darmresektion durchgeführt werden muss [3]. 

Meist wird auch eine Darmspiegelung durchgeführt. Endometriose die aber außen auf dem Darm aufsitzt kann so nicht festgestellt werden, sondern nur Endometriose die die Innenseite des Darms befällt. Eine unauffällige Darmspiegelung heißt also nicht automatisch, dass keine Darmbeteiligung vorhanden ist.

Wirklich verlässlich für eine genaue Diagnose ist jedoch nur durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich [3]. So kann genau festgestellt werden, wo die Endometriose am Dickdarm und Enddarm sitzt und wie sehr der Abschnitt wirklich betroffen ist. Es ist möglich, dass Herde nicht im Ultraschall und in der Endosonografie sichtbar waren und das Ausmaß des Befalls erst jetzt zu erfassen ist [3]. Vor einer Operation werden Patientinnen deshalb  auf alle möglichen Vorgehen im Falle einer Enddarmendometriose aufgeklärt, da mit einer Darmresektion beispielsweise auch die Möglichkeit besteht, dass sie mit einem Stoma aufwacht, das für einige Wochen bis zur Rückverlegung des Darms getragen werden muss. 

Behandlung

Bei der Behandlung und Therapie der Endometriose an Dickdarm und Enddarm müssen mehrere Faktoren, wie das Alter der Patientin, ein möglicher Kinderwunsch, das Ausmaß des Endometriosebefalls, die Beeinträchtigung weiterer Organe und Beschwerden wie Schmerzen beachtet werden [5].

Laut Leitlinie muss die Endometriose am Darm nicht zwingend operativ behandelt werden, wenn es sich um einen Zufallsbefund handelt und es keine Symptome gibt. Beschwerden wie starke Schmerzen und Magen-Darm-Probleme sind jedoch sehr häufig bei dieser Art von Endometriose. Deshalb sollte die Behandlung in einem Endometriosezentrum stattfinden, das auch eng mit anderen Abteilungen, wie Darmchirurgen und Urologen, zusammenarbeitet. Medikamente können die Schmerzen zwar lindern und auch die Einnahme von Hormon-Präparaten, wie Gestagene, Kombi-Pillen, GnRH-Agonisten/Antagonisten oder Levenorgestrel-freisetzende IUD [5] kann sich positiv auf die Beschwerden auswirken, jedoch ist eine Operation bei einer Endometriose mit Darmbefall häufig die bevorzugte Therapie, da die chirurgische Therapie die beste Möglichkeit ist, Schmerzen und Fruchtbarkeit langfristig zu verbessern [6]. Letzlich bleibt dies aber immer eine individuelle Entscheidung, die gemeinsam mit dem Endometriosezentrum getroffen werden sollte.

Nach der Bauchspiegelung

Wenn die Darmwand noch nicht durchbrochen wurde und die Endometrioseherde von der Darmwand abgetragen werden kann, muss eine Patientin keine Teilresektion des Darms fürchten. Musste jedoch ein Stück des Darms entfernt werden, muss sie ggf. für ein paar Wochen oder Monate mit einem Stoma, einem künstlichen Darmausgang leben, damit die operierten Stellen besser heilen können. Danach kann der Darm wieder zurückverlegt werden. Leider ist es nicht wirklich möglich, mit Sicherheit vor der OP zu wissen, welche Option der Fall ist, sodass immer auch über ein Stoma aufgeklärt werden wird.

Vielen Patientinnen graut es vor dem Gedanken eines künstlichen Darmausgangs, jedoch konnten laut einer Studie 44,6 % der Frauen mit Kinderwunsch nach einer Darmresektion, problemlos schwanger werden. Die Entfernung des befallenen Darmabschnitts erhöht also bei vielen Patientinnen die Fruchtbarkeit. Außerdem verbessern sich auch die Symptome spürbar, sodass die Patientinnen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erfahren [1]. Nach der Operation wird mit den behandelnden Ärzten über die fortlaufende Behandlung gesprochen. Für viele Patientinnen kommt z.B. eine medikamentöse Therapie, z.B. mit einem Gestagen infrage. Zusätzlich kann die Patientin durch ihre Ernährung und Sportarten wie Yoga zu einem besseren Wohlbefinden beitragen. 

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Referenzen


  1. Johann, Silke; Eberhard, Markus: Chirurgie bei Endometriose-assoziierten Schmerzen und tief infiltrierender Endometriose. Klinische Bilder, Operationsplanung, Techniken. (=Gynäkologie 3/2012), PDF: https://www.rosenfluh.ch/gynaekologie-2012-03/chirurgie-bei-endometrioseassoziierten-schmerzen-und-tief-infiltrierender-endometrie
  2. Ruffo G, Rossini R. The outcomes of laparoscopic resection of bowel endometriosis. Curr Opin Obstet Gynecol. 2013 Aug;25(4):302-7. doi: 10.1097/GCO.0b013e3283630e26. PMID: 23817230.
  3. Keckstein, J. Endometriose im Intestinaltrakt. coloproctology 39, 121–133 (2017). https://doi.org/10.1007/s00053-017-0144-5
  4. Possover, Marc Prof. Dr. med.: Die Endometriose – Klinik und Therapie. Abrufdatum: 14. Mai 2021, von (PDF): https://www.hirslanden.ch/content/dam/klinik-hirslanden/downloads/de/centers/zentrum-für-neuropelveologie/neuropalveologie-endometriose-klinik-und-therapie-de.pdf 
  5. Tiringer, D, Husslein, H, Küssel, L, Wenzl, R. Diagnose und Therapie der „rektovaginalen“ bzw. tief infiltrierenden „Darmendometriose“. 37. Jahrgang. 1/2019. Available from: https://www.kup.at/kup/pdf/14384.pdf 
  6. Mangler, M., Loddenkemper, C., Lanowska, M., Bartley, J., Schneider, A., Köhler, C. Ein kombinierter Operationsansatz zur Therapie der rektovaginalen Endometriose auf der Basis histologischer Befunde. Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (2) (Ausgabe für Österreich). Gablitz. Available from: https://www.kup.at/kup/pdf/7119.pdf