Roter Teppich

Viele Frauen fühlen sich mit der Diagnose Endometriose alleine, doch diese Erkrankung tritt weitaus häufiger auf, als manche denken. Und selbst wenn du persönlich noch niemanden kennst, der Endometriose hast – diese prominenten Frauen mit Endometriose kennst du ganz bestimmt!

Es wird vermutet, dass etwa 10 % aller Frauen weltweit an Endometriose leiden und sie befinden sich dabei in prominenter Gesellschaft, denn auch Persönlichkeiten, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sind betroffen.

Obwohl Prominente aus Selbstschutz ihr Privatleben oft verborgen halten und sich nicht zu Persönlichem und Gerüchten äußern, haben sich einige berühmte Frauen dazu entschlossen offen über ihre Erkrankung zu sprechen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche internationale und nationale Persönlichkeiten, die sich geoutet haben und offen über ihr Leben mit Endometriose sprechen. Sie machen anderen betroffenen Frauen Mut und möchten ihre Erfahrungen öffentlich teilen, um diese Krankheit bekannter zu machen.

Susan Sarandon

Die international bekannte und erfolgreiche Schauspielerin Susan Sarandon (z.B. bekannt aus Dead Man Walking, Elizabethtown, Friends etc.) möchte die chronische Erkrankung sichtbar machen und teilt öffentlich ihre Erfahrungen und ihren Leidensweg bis zur Diagnosestellung. Dabei macht sie auch vor dem teils ignoranten Verhalten von Ärzten und dem persönlichen Umfeld nicht Halt.

Jahrelang wurde sie nicht richtig behandelt und nicht ernst genommen. Sie dachte der Schmerz gehört zum Frausein dazu. Die Diagnose wurde erst sehr spät gestellt und sie war der Meinung, dass dieser Schmerz normal sei und sie einfach nur zu schwach und empfindlich.

Im Jahre 2011 hat sie in einer legendären Rede im Rahmen des Balls der Endometriose Stiftung von Amerika ihre Gedanken offengelegt.

“Leiden ist nicht das Schicksal von Frauen, obwohl sie mit diesem Gedanken erzogen wurden. Es ist nicht richtig, einen Teil deines Lebens wegen Schmerzen und übermäßiger Blutung zu verlieren. Es ist nicht richtig, 2 oder 3 Tage im Monat im Bett bleiben zu müssen. Es ist nicht in Ordnung, Schmerzen beim Sex zu spüren”.

Susan Sarandon

Mit diesen offenen Worten kämpft sie um mehr Aufmerksamkeit und eine höhere Sensibilität im Umgang mit betroffenen Frauen.

Lilly Becker

Auch Lilly Becker leidet an Endometriose. Das bekannte Model wurde von den Symptomen erst nach der Geburt ihres Sohnes überrascht. Jahre der Beschwerdefreiheit haben sie nicht einmal im Entferntesten daran denken lassen, dass auch sie an einer chronischen Unterleibskrankheit leiden könnte.

Dann habe sie ganz plötzlich unsagbare Schmerzen bekommen, die sie an ihre körperlichen Grenzen brachten. Relativ schnell kam dann die Diagnose – Endometriose.

Eine starke Frau, der diese Krankheit nicht die Kraft genommen hat, sondern die ihre Diagnose zum Anlass genommen hat, darüber zu sprechen und aufzuklären.

Lilly Becker hatte Glück und hat einen Arzt gefunden, der um die Symptome wusste und sie chirurgisch behandelt hat. Nun möchte sie anderen Frauen helfen und mehr Aufmerksamkeit auf Endometriose richten.

Lena Dunham

Die US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Lena Dunham ist eine weitere Prominente, die unter den Auswirkungen und Symptomen von Endometriose leidet.

Mit 31 Jahren hat sie den drastischen Entschluss gefasst, sich die Gebärmutter entfernen zu lassen. Zu sehr hatte sie seit dem Einsetzen ihrer Periode an unsagbaren Schmerzen gelitten. Von der Diagnose an bis zum endgültigen Schritt der Hysterektomie hat Dunham bereits acht chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen, ohne Besserung. Doch sie war in ihrem Alltag oft so stark eingeschränkt, dass ihr nur diese eine Möglichkeit blieb.

Dieser Schritt war gut überlegt, zumal die Schauspielerin noch im gebärfähigen Alter war. Sie fühlte sich jedoch mit den starken Schmerzen aufgrund der Endometriose nicht in der Lage für ein Kind zu sorgen.

„Ich hoffe für eine Zukunft, in der der Schmerz von Teenager-Mädchen voll untersucht wird, und genauso ernst genommen wird ein gebrochenes Bein. Ich hoffe auf eine Welt, in der Krankheit nicht mit Schwäche gleichgesetzt wird.“

Lena Dunham.

Whoopi Goldberg

Bei der Hollywood-Schauspielerin Whoopie Goldberg wurde bereits vor fast 4 Jahrzehnten die Diagnose Endometriose gestellt. Damit gehört sie zu einigen wenigen Frauen in der damaligen Zeit, die auf einen Arzt getroffen sind, der ihre Symptome richtig deuten konnte und die Ursache für ihre Beschwerden gefunden hat.

Doch noch immer mangelt es, sowohl der Allgemeinheit als auch vielen Ärzten am notwendigen Wissen, um Endometriose zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Whoopi Goldberg hat im Jahr 2009 am Blüteball der Endometriose-Stiftung gesprochen und festgehalten, dass diese Krankheit nichts Schmutziges ist und dass es wichtig ist aufzuklären. Zu viele Frauen leiden jahrelang völlig unnötig oder sind unfruchtbar, ohne zu wissen warum. Nur weil Endometriose nach wie vor viel zu wenig bekannt ist.

Patricia Kelly

Auch Patricia Kelly ist eine von geschätzt 200 Millionen Frauen weltweit, die an Endometriose leiden.

Nachdem sie aufgrund starker Schmerzen das Bewusstsein verlor und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, bekam sie nach einer Bauchspiegelung die Diagnose einer ausgeprägten Endometriose in den Eierstöcken und den Eileitern.

Trotz des ärztlichen Rates auf Nachwuchs zu verzichten und mehreren Fehlgeburten, bekam die Sängerin zwei gesunde Kinder.

Anna Wilken

Anna Wilken kennen viele noch aus der Casting-Sendung Germanys Next Topmodel. Auch wenn sie dort freiwillig ausschied, ist sie mittlerweile ein erfolgreiches Haute-Couture Model! Durch ihre ehrliche Berichterstattung über Endometriose und auch eine Fehlgeburt hat sie schon vielen Frauen geholfen. Vor allem durch ihr Buch „In der Regel bin ich stark!“ ist sie für viele Frauen mit Endometriose eine große direkte Hilfe.

Aufklärung der Öffentlichkeit

Endometriose

Immer mehr Prominente nutzen ihre Bekanntheit, um auf Themen aufmerksam zu machen, die sonst zu wenig in der Öffentlichkeit präsent sind – wie Endometriose. Denn noch immer leiden viel zu viele Frauen an starken Schmerzen, die mit der richtigen Therapie behandelbar wären oder zumindest gelindert werden können.

Etwa jede zehnte Frau ist von Endometriose betroffen und viele wissen es nicht. Es ist wichtig diese Botschaft in die Welt zu tragen und über Symptome, Ursachen und mögliche Therapien aufzuklären.

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Hallo an das Team der Endometriose-APP!

Gestern hat eine Mitpatientin aus der Reha in Ratzeburg den Link in unsere Gruppe gestellt. Und seit ich die Beiträge und Infos in der APP lese bin ich nur noch am Weinen. Vor Dankbarkeit. Dankbar dass endlich alle Informationen gebündelt angeboten werden. Natürlich finde ich viele dieser Infos auch bei der Endometriose Liga. Doch Ihr sprecht über die APP eine andere Sprache. Sehr positiv und gleichzeitig realistisch.

Dies durfte ich das erste Mal im vergangenen Jahr während der Reha in der Ameos Klinik Ratzeburg erfahren. Das erste Mal nach über 25 Jahren Leidensweg (5 OPs, Abschied vom Kinderwunsch und von der Gebärmutter, Scheidung, chronische Schmerzen) hat ein Arzt klipp und klar kommuniziert, dass Endo eine gutartige, wiederkehrende und chronische Krankheit ist. Davor bin ich jahrelang von Arzt zu Arzt und zu vielen Alternativen Heilmethoden gerannt in der Hoffnung, es würde besser werden. Besser ist es nie geworden. Vielleicht in kurzen Phasen. Es geht um Akzeptanz und den liebevollen Umgang mit der Krankheit.

Dafür würde ich mir wünschen dass die Gynäkologen auf dieser Welt noch viel intensiver geschult werden. Sowohl fachlich als auch im Umgang mit der Sensibilität der Patientinnen.

Im vergangenen Jahr habe ich von der multimodale Schmerztherapie erfahren. Momentan warte ich auf einen TherapiePlatz in Enzensberg. Coronabedingt haben sich die Wartezeiten verlängert.

Ein interessantes Thema für die APP wäre für mich auch der Umgang mit der Krankheit im Umgang mit den Anforderungen am Arbeitsplatz. Oder generell die psychischen und sozialen Auswirkungen mit Anregungen zur Veränderung. Bei jungen Patientinnen ist es meist der unerfüllte Kinderwunsch. Bei schon älteren Patientinnen die chronischen Schmerzen uvm.

Herzlichen Dank nochmal für Ihre Arbeit! und fürs Zuhören 😉

Schöne Grüße aus Süddeutschland
Tanja

(Email vom 11.06.2020, vielen Dank an Tanja für Ihre Einverständnis zur Veröffentlichung, welche wir am 16.06.2020 erhalten haben)

Liebe Tanja!!!

Herzlichen Dank für deine Mail! Sie hat mich sehr berührt!

Ich habe deine Email in meinem Telefonat mit unserem Autorenteam vorgelesen und die waren auch ganz berührt! Es ist schön, deinen Bericht zu lesen. Es gibt uns noch mehr Sinn und Vision bei unserer Arbeit!

Ein riesiges DANKE also auch an dich zurück!

Ganz Herzliche Grüße
Nadine

PS:  Vor allem die Anforderungen am Arbeitsplatz sind ein wichtiges Thema! Wir haben das direkt aufgenommen!

Auf unserer Seite findest du im Blog auch viele anonyme oder persönliche Erfahrungsberichte die unsere Leserinnen verfasst haben sowie Interviews mit Betroffenen.
Du möchtest deine eigenen Erfahrungen mit anderen Frauen teilen? Dann melde dich gerne unter info@endometriose.app!

An dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön von uns an alle Frauen, die ihre Erfahrungen hier mit uns und anderen Betroffenen teilen! Jede Geschichte bringt mehr Licht ins Dunkel für andere Betroffene und mehr Aufmerksamkeit auf diese viel zu unbekannte Krankheit!

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Ich hatte bereits viele Jahre starke Beschwerden. Während meiner Tage konnte ich kein normales Leben mehr führen. Beim Sitzen tat es weh, beim Liegen auch, beim Stehen sowieso. Es war wie tausend Messerstiche. Eine wirkliche Folter.

Es war wie tausend Messerstiche. Eine wirkliche Folter.

Ich ging oft zu meinem Frauenarzt. Doch ich hatte das Gefühl, der dachte, dass meine Schmerzen völlig normal seien und ich mich einfach nur anstelle.  Ich war sehr skeptisch.

Parallel las ich viel im Internet und fand heraus, eine mögliche Ursache meiner Schmerzen könnte Endometriose sein.

Zunächst ging ich wieder zu meinem Frauenarzt. Bewaffnet mit mehreren Artikeln aus dem Internet.

Der Frauenarzt hatte leider nur ein müdes Lächeln für mich.

Der Frauenarzt hatte leider nur ein müdes Lächeln für mich. Und ich hatte die Nase gehörig voll.

Durch die ständigen Schmerzen merkte ich schon, wie meine Laune ständig schlecht und angepasst war. Ich hatte weniger Lust was mit meinen Freundinnen zu machen und reagierte viel gereizter.

Ich musste also handeln. Eine vernünftige Diagnose musste her!

Ich meldete mich bei einem Endometriose-Zentrum. Ein paar Wochen hatte ich eine Bauchspiegeln und Tada: Diagnose Endometriose! Ich wusste nicht, ob ich traurig oder froh sein sollte. Am Ende überwiegte tatsächlich die Freude, denn die langjährige Ungewissheit war damit endlich vorbei.

Endlich war bestätigt, was ich schon so lange vermutet hatte. Es stellt sich auch heraus, dass sehr viele Frauen Endometriose haben und ich weiß Gott nicht alleine damit bin!

Nun konnte ich gezielt verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, um die lang ersehnte Verbesserung zu erzielen.

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